Weiterer Schritt zum Supermarkt

Babenhausen ‐ Der Stadtteil Hergershausen soll einen Supermarkt bekommen. Das Stadtparlament hat einstimmig dafür votiert, für das rund 5000 Quadratmeter große Gelände in der Nähe des Sportplatzes einen Bebauungsplan aufzustellen. Von Stefan Scharkopf

Dem positiven und eindeutigen Votum ging allerdings ein kurzer heftiger Schlagabtausch voraus, bei dem es um die Kompetenzen von Magistrat, Stadtverordneten und Ortsbeirat geht.

Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte, dass Gespräche mit Handelsketten nicht gerade einfach seien. „Wenn sich dann noch einzelne Abgeordnete oder der Ortsvorsteher einschalten, wird es noch komplizierter.“ So habe Frank Ludwig Diehl (Grüne) mit dem Projektentwickler gesprochen und Horst Grimm (CDU) mit Supermarktbetreibern. Die Stadtverwaltung mache das operative Geschäft, führe die Verhandlungen und lege dem Parlament die Ergebnisse zur Entscheidung vor. Gespräche, die an der Verwaltung vorbei führten, seien alles andere als förderlich. Die Angesprochenen wehrten sich: Ich habe den Projektentwickler nur deshalb angerufen, weil es zu dem Thema  eine fehlerhafte Unterlage gab“, sagte Frank Ludwig Diehl. Im Beschlussvorschlag sei nämlich darauf verwiesen worden, dass der Bebauungsplan auf dem Vorentwurf für einen „Netto-Markt“ beruhe. Welcher Markt komme, stehe aber überhaupt noch nicht fest. Auch Horst Grimm verteidigte seine Gespräche. Er sei von Bürgern angesprochen worden. „Da halte ich es für meine Pflicht, mich zu kümmern.“ Zumal in einem Gespräch mit der Bürgermmeisterin die Rede davon gewesen sei, dass „Netto“ abgewunken habe.

Um alle Irritationen aus der Welt zu schaffen, nahm das Stadtparlament in seiner jüngsten Sitzung schließlich den Änderungsantrag der CDU an, dass nicht mehr von einem „Netto“, sondern allgemein von einem SB-Lebensmittelmarkt gesprochen wird. Wie die Verwaltungschefin weiter mitteilte, soll es in den nächsten Tagen Gespräche mit Handelsketten geben. Gewährleistet müsse sein, dass der örtliche Einzelhandel bestehen bleibe.

In diesem Zusammenhang hatte Andrea Möbius (FDP) beantragt, ein Flurstück im Areal „In der alten Mühle“, das ursprünglich für den Supermarkt im Gespräch war, in Wohngebiet umzuwandeln. Das Areal werde nicht mehr gebraucht, weil Märkte sich lieber an Durchfahrtsstraßen niederlassen. Dem widersprachen Horst Grimm und Hans-Jürgen Lohde (SPD). Das Areal sei mal für einen Kindergarten freigehalten worden. Jetzt sei dort aber die neue Schule. Wegen der Lärmverordnung könne es dort keine Wohnbebauung geben, so Grimm. Lohde sagte, dass mittelfristig dort eine Schulsporthalle entstehen könnte. Allerdings habe der Landkreis als Schulträger derzeit dafür kein Geld. „Wir sollten es so lassen, wie es jetzt ist.“

Dem Antrag der FDP stimmte denn auch nur Andrea Möbius zu.

Quelle: op-online.de

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