Welt aus Elfen und Feuervögeln

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„Wildwest im Rathaus und in unserem Nest“, lautete das Motto der Gruppe Herdel-Weitzel.

Babenhausen ‐ Zwei Peitschen schwingende Damen in engen Klamotten und Netzstrümpfen, ein streng schauender Mann in Lederkluft und Sonnenbrille: Klar, eines der Themen des Fastnachtszugs waren die Porno-Umtriebe am Babenhäuser Bahnhof. Von Stefan Scharkopf

Ein Thema, das in der Bürgerschaft ab vergangenem November heiß diskutiert wurde. Im Sadomaso- und Fetisch-Look und mit einem nicht zitierfähigen Spruch am Motivwagen parodierte der Gesangverein Eintracht den etwas anderen Bahnverkehr.

Ihnen folgte beim 56. Babenhäuser Narrenzug die Gruppe Herdel-Weitzel, die sich dem Thema „Wildwest im Rathaus und in unserem Nest“ widmete. An dem als Saloon gestalteten Wagen waren die Aufreger kommunaler Politik aufgemalt: Schwimmbad-Schiff „Jenny“, die Kaserne und die B 26. Der FC-Bayern-Fanclub „Bawwehaiser Lederhos´n“ zeigte auf, auf was die Fußball-Begeisterten im Wüstenstaat Katar verzichten müssen, wenn dort 2022 die WM ausgetragen wird: Sekt und Bier.

Ansonsten war der närrischen Lindwurm ein Fest für die Augen, hatten sich die rund 700 Akteure wieder alle Mühe gegeben, beim Höhepunkt der Fastnacht ein glanzvolles Zeichen zu setzen.

So hatte beispielsweise die „Wilde 13“ einen großen Wagen durch die Straßen schlängeln lassen und präsentierte eine Welt voller Elfen und Fabelwesen. Als Gorillas, Raubkatzen und andere wilde Tiere war die Freiwillige Feuerwehr unterwegs, die Reiter kamen als Mickey-Mäuse daher, als Feuervögel präsentierte sich die SG Rot Weiss. Als Blumen mit Topf ließen Querbeet Harreshausen die Stadt aufblühen. Stark vertreten bei der Fastnacht ist immer der SKV Sickenhofen. Gleich sieben Fußgruppen und Wagen waren aus dem Stadtteil dabei. Eine Gruppe sagte aber auch ade. Unter dem Motto „Die Fassenacht in Bawwehause losse mer noch 25 Jahr sause“ nahmen die Wanderfrösche Abschied.

Nach den Böllerschüssen setzte sich der aus 51 Nummern bestehende Zug um 13.11 Uhr in Bewegung: Die Aufstellung war wie immer in der Amtsgasse, im Erlochweg sowie In den Steinäckern. Danach führte Zugmarschall Helmut Fendt seine Narrenschar durch Ludwigstraße, Westring, Waldstraße, Seligenstädter Straße, Justus-Arnold-Straße, Ostring, Ziegelhüttenstraße, Heinrichstraße, Ludwigstraße, Fahrstraße, Hinter der Stadtmauer, Platanenallee direkt zur Stadthalle.

Die Stimmung am Straßenrand war gut, die kräftig scheinende Sonne tat ihr Übriges. So hatten viele Babenhäuser am Zugweg ihre Höfe geöffnet, um mit ihren närrischen Gästen zu feiern.

Beim Babenhäuser Narrenzug ist es guter Brauch, dass im Anschluss an die Auflösung auf dem Stadthallenparkplatz die besten Gruppen und Wagen prämiert werden. Bei den Fußgruppen belegten die Feuervögel (Gruppe Roth-ermel) den ersten Platz, ihr folgten die Sickenhöfer Elfenwelt („Wilde 13“), Römer (Hausfrauen des CVB), Pfauen (SKV Sickenhofen), Wanderfrösche, Mickey-Maus (Reit- und Fahrverein) und die Handball-Zwerge (SG Rot Weiss). Bei den Fußgruppen holte sich die Elfenwelt („Wilde 13) den Sieg, vor „Wildwest“ (Herdel-Weitzel), Handball-Zwerge (SG Rot Weiss), Bahnverkehr (Eintracht) und den Mickey-Mäusen (Reit- und Fahrverein).

Quelle: op-online.de

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