Mehr als Honig, Kaffee und Tee

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Marga Jonas, Helga Heintzenberg und Christine Neumann (von links), Mitarbeiterinnen des Weltladens, freuen sich über ihr buntes Sortiment.

Babenhausen - „Unser Sortiment hat sich im Laufe der Jahre geändert, wir führen keine Jutetaschen und auch keinen Kaffee, der nicht schmeckt“, lacht Marga Jonas vom „Verein zur Förderung des Verständnisses der einen Welt“. Von Ulrike Bernauer

Besser bekannt ist das Geschäft des Vereins unter dem Namen Weltladen, und es gibt ihn seit nunmehr 20 Jahren.

Aus dem Arbeitskreis „Brot für die Welt“ ging der Verein hervor, sein Ziel war und ist die Unterstützung von Bauern und Kooperativen in der Dritten Welt, aber auch die Förderung von gemeinnützigen Organisationen und Initiativen. So wird die „Consejo de Salud Rural Andino“ (CSRA) mit Spenden bedacht. Die CSRA arbeitet in Bolivien und hat sich spezialisiert auf die Unterstützung von lokalen Netzwerken im Gesundheitswesen. „Wichtig ist den Fördermitgliedern des Vereins, dass sie die Organisationen kennen, an das ihr Geld geht. So konnten sich einige Babenhäuser 1996 und 2000 bei Reisen nach Bolivien von der Tätigkeit bei drei Gesundheitseinrichtungen der CSRA überzeugen.

Spenden auch für andere Initiativen werden über den Weltladen verdient. Das ist nur möglich, weil alle Mitarbeiter, 25 sind es zurzeit, ehrenamtlich tätig sind. „Ganz am Anfang habe ich mit zwei Stunden im Monat angefangen“, erinnert sich Jonas, jetzt sind es deutlich mehr. Zusammen mit der Vorsitzenden Helga Heintzenberg und drei weiteren Vorstandsmitgliedern führt die stellvertretende Vorsitzende und Rechnerin zum Großteil die Geschicke des Vereins.

Viel gelernt haben alle Mitarbeiter des Vereins in den letzten 20 Jahren. Daraus resultiert auch die Neuausrichtung des Sortiments. Lebensmittel sind immer noch ein Standbein. Schokolade in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen gibt es zu kaufen, Kaffee, Tee, Honig, Öl, Marmelade und andere Brotaufstriche, aber auch Reis, Nüsse und Gewürze gehören zum Sortiment. Neu ist in diesem Jahr, dass es jeden Monat ein besonderes Produkt im Angebot gibt. Im Januar sind es Cashewkerne, im Februar Produkte aus Malaysia, im März Honig aus Mittel- und Südamerika.

Inzwischen gibt es einen Dachverband

Neben den Lebensmitteln gibt es noch Geschenkartikel oder schöne Dinge für den eigenen Bedarf. Farbenfrohe Schals hängen da, es gibt Geldbörsen für Kinder in Elefantenform, Glückwunschkarten, Kerzen, Geschirr oder Schmuck. „Alles bis zu einem Preis von 20 Euro geht gut, darüber wird es schwierig“, so die Erfahrung von Heintzenberg.

Öffnungszeiten: montags bis samstags, 9.30 bis 12.30 Uhr, 15 bis 18 Uhr (außer mittwochs und samstags), Tel.: 06073/712086.

Stand das Weltlädchen am Anfang relativ alleine, haben sich die Betreiber inzwischen einem Dachverband angeschlossen. Verschwunden ist die Kuschelecke, gekommen sind einheitliche Plakate, Infos und Logos. Umgezogen ist der Weltladen auch schon zweimal. Teilte man sich ganz am Anfang mit Frank Ludwig Diehl den Verkaufsraum, so zog man 1998 in den Laden der ehemaligen Bäckerei Spiehl in der Fußgängerzone. Hellauf zufrieden sind die Mitarbeiterinnen mit dem neuesten Domizil, im Februar 2010 zog man in einen Laden in der Schlossgasse, Ecke Fahrstraße. In zwei Räumen wird nun das farbenfrohe Angebot präsentiert.

„Uns ist noch nie die Idee gekommen, aufzuhören“, sagt Jonas. Viele der Mitarbeiter oder auch Fördermitglieder sind schon von Anfang an dabei. Man hätte gerne mehr junge Mitarbeiter, aber das ist schwierig. Es kämen immer mal wieder junge Interessenten, aber bei beruflichen Veränderungen wären viele auch schnell wieder weg. Dafür sind die älteren ausgesprochen treu, eine Dame steht noch mit 80 Jahren hinter dem Ladentisch.

Das 20-jährige Jubiläum will man nicht besonders begehen. „Im Moment bindet der normale Betrieb alle Kräfte.“ Dafür wird man am Ostermarkt mit einem Stand vor dem Laden teilnehmen, „da können wir mehr Aufmerksamkeit erregen, als beim allgemeinen Weltladentag Anfang Mai.“

Quelle: op-online.de

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