Ehrenamtliche führen Geschäft

Weltladen: Seit 25 Jahren „mit Herz dabei“

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Sie halten den Weltladen am Laufen (von links): Vorsitzende Helga Heintzenberg, stellvertretende Vorsitzende Marga Jonas, Beate Klotz-Reichel, Hanne Marschall, Hannelore Felsing.

Babenhausen - Auf ein Vierteljahrhundert seines Bestehens blickt der Babenhäuser Weltladen nun schon zurück. Geführt wird das Geschäft unter dem „Verein zur Förderung des Verständnisses der Einen Welt“ von Ehrenamtlichen. Von Lars Herd

Viele Kunden sind es nicht, die täglich in den Weltladen in Babenhausen eintreten. Wenn jemand kommt, sind es meist die bekannten Gesichter, die dort einkehren. Gerade an Laufkundschaft mangelt es. „Nur wenige Leute kommen hier in der Bummelgass’ vorbei“, erklärt die Vorsitzende des tragenden „Vereins zur Förderung des Verständnisses der Einen Welt“ – kurz „Eine-Welt-Verein“ –, Helga Heintzenberg. Ihre Stellvertreterin, Marga Jonas, ergänzt dazu: „Hier fehlt es einfach an Fachgeschäften, die die Kunden anlocken. Die meisten kommen gezielt hier her, wenn sie wissen, was sie wollen.“ Und da liegt aus ihrer Sicht schon das nächste Problem. „Die meisten Babenhäuser kennen den Weltladen gar nicht.“

Der Zuspruch und die Kundenzahlen könnten zwar höher sein, doch sind die Betreiber dennoch recht zufrieden. 25 Mitarbeiterinnen sind derzeit ehrenamtlich im Weltladen tätig – allesamt Frauen, die meisten Ü60. „Unsere Männer sind für die handwerklichen Arbeiten da“, sagt Heintzenberg, „schön ist, dass die meisten schon seit der Gründung mit im Team sind.“ Und die arbeiten nicht einfach nur im Weltladen, sondern sind „mit Herz dabei“, wie Jonas hervorhebt.

Eröffnet wurde der Babenhäuser Weltladen – damals noch „Weltlädchen“ – am 14. November 1992, im vergangenen Jahr feierte er also seinen 25. Geburtstag. Hinter dem Weltladen steht eben der Eine-Welt-Verein, schließlich ist das Geschäft nicht auf Profit aus – zumindest nicht im herkömmlichen Sinne. Die Erlöse gehen nämlich an ein Gesundheitsprojekt in Bolivien (Südamerika) – wo die ein oder andere Verantwortliche auch schon zu Besuch war –, bei dem Mütter, Kinder und Säuglinge unterstützt werden. Hinzu kommen einige weitere gezielte Aktionen, die sich meist mit aktuellen Ereignissen wie Erdbeben, Tsunamis oder anderen Naturkatastrophen beschäftigen. Ein weiteres Projekt heißt „Ferien vom Krieg“, bei dem der Weltladen zwei Patenschaften von Kindern aus Kriegsgebieten übernimmt und ihnen die Möglichkeit gibt, für einige Tage auszureisen und „Urlaub“ zu machen, erklärt Heintzenberg. In den entsprechenden Ländern haben sie auch jeweils direkte Ansprechpartner, erklärt Jonas, „so können wir auch immer direkt nachfragen, was mit dem Geld gemacht wurde und wie es vor Ort läuft.“

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Um all diese Projekte zu finanzieren, lockt der Weltladen auch immer wieder mit besonderen Aktionen in die Bummelgass’. So steht im Jahr nach dem Jubiläum am 22. Februar anlässlich des Weltgebetstages (2. März) der jährliche Kochabend an. Standen im vergangenen Jahr noch philippinische Spezialitäten im Vordergrund, sind es diesmal Rezepte aus Surinam (Südamerika). Auch bei der „Nacht der Lichter“, die in diesem Jahr wohl nicht stattfinden wird, waren sie bis zuletzt immer dabei.

Wer weitere Infos zum Weltladen möchte, bekommt diese unter 06073/712086, per E-Mail an info@weltlaedchen.de oder kann im Laden in der Schloßgasse 2 vorbeischauen.

Quelle: op-online.de

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