Weniger Strom, mehr für Umwelt

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Bürgermeisterin Gabi Coutandin überreichte den Unternehmern Reinhard Kraus (Andre + Oestreicher), Helmut Metzler (Gasthaus Bretzel) und Bernhard Gehrig (bac-tec), die sich am Projekt Energieprofit beteiligten, eine Urkunde. Das Projekt begleiteten Tanja Hollenbach, Stabsstelle Energie & Umwelt, und Cord Röpken (von links).

Babenhausen - „Wir haben damit Geschichte geschrieben“, freut sich Bürgermeisterin Gabi Coutandin, „das Projekt Energieprofit wollen nun auch andere Kommunen übernehmen. Von Ulrike Bernauer

Gestern Vormittag war die Abschlussveranstaltung des mehrmonatigen Vorhabens, das sich in erster Linie um Energieeinsparung für Unternehmen kümmerte.

Elf Unternehmen und Betriebe gingen vor einigen Monaten an den Start, sechs haben bis zum Schluss durchgehalten. Unterschiedlicher könnten die Firmen nicht sein: Da sind das Gasthaus und Hotel Bretzel in Langstadt, der Getränkemarkt Gotta, der Hersteller von Bäckereimaschinen bak-tec, der Baustoffmarkt Andre + Oestreicher, die Druckerei Kreher und das Autohaus Guth.

Folglich sind auch die Energiesparmaßnahmen, die für die Unternehmen erarbeitet wurden, ganz unterschiedlich. „Vieles von dem, was empfohlen wurde, wussten wir schon vorher“, sagt Helmut Metzler von der Brezel, „wie beispielsweise die Heizungsrohre isolieren, aber das Projekt hat dafür gesorgt, dass man bestimmte Maßnahmen auch tatsächlich umsetzt.“

Bernhard Gehrig von der Firma bac-tec hingegen setzt Energie sparende Motoren in seine Geräte ein. „Auf eine gewisse Dauer gesehen, hat sich die Zeit, die wir hier investiert haben, gerechnet“, sagt Gehrig.

In sechs Workshops wurden die Unternehmer, die allesamt kleinen oder mittleren Unternehmen vorstehen, über unterschiedliche Themen informiert. Dazu gehörten Heizung, Beleuchtung, der Stromverbrauch, aber auch Elektromobilität. Für die Unternehmen wohl noch interessanter war der Besuch von Cord Röpken von B.A.U.M. Consult im eigenen Betrieb. Röpken nahm sich für jedes Unternehmen zwei Tage Zeit und gab eine Effizienz-Beratung. „Ein Blick von außen ist immer gut, mitunter herrscht im eigenen Unternehmen eine gewisse Betriebsblindheit“, so der Berater.

Mehrere Aspekte seien wichtig gewesen, in den Betrieben selbst die Hemmschwelle zu senken, aber auch beim Beantragen von Fördergeldern zu helfen. 41 Maßnahmen insgesamt wollen die sechs Betriebe nun verwirklichen und damit im Durchschnitt rund 20 Prozent ihres Energieverbrauchs senken. Wobei hier zwischen den sechs Babenhäuser Firmen große Unterschiede herrschen, zwischen sieben und 35 Prozent liegen die ermittelten Energieeinsparpotenziale.

Nicht nur die Betriebe, sondern auch die Stadt und vor allem die Umwelt haben etwas von den Einsparungen. Werden die alle umgesetzt, dann werden 125 Tonnen CO2 pro Jahr weniger in Babenhausen freigesetzt. Die Einsparungen machen sich aber auch ganz direkt finanziell bemerkbar, rund 32.000 Euro sollten die Betriebe pro Jahr einsparen, allerdings erst nachdem sie 227.000 Euro investiert haben.

Röpke machte die Problematik an LED-Röhren deutlich, die alte Leuchtmittel ersetzen sollen. Tausche man alte Lampen durch LEDs aus, dann hänge es einfach davon ab, wie lange die Lampen täglich in Betrieb seien, bei 24 Stunden täglich könne sich eine solche Maßnahme nach einem oder anderthalb Jahren amortisieren.

Der Berater bedauerte, dass die Fördermaßnahmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) erst ab einer Investitionssumme von 5 000 Euro greifen, einer Summe die gerade kleinere Unternehmen oft nicht erreichen.

Eine Urkunde gab es zum Abschluss des Projektes Energieprofit von Bürgermeisterin Coutandin für jedes Unternehmen, das bis zum Schluss mitgemacht hat.

Firmen aus Babenhausen, die sich jetzt noch für das Projekt interessieren, haben noch eine zweite Chance. Sie können teilnehmen, wenn Nachbarkommunen in Kooperation mit Babenhausen eine Neuauflage des Projektes Energieprofit in ihren Gemeinden starten.

Quelle: op-online.de

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