Mit Ehrenamtlern Teststation aufgebaut

Corona-Schnelltests beim DRK in Babenhausen

Zum ehrenamtlichen DRK-Team gehören (hinten von links) Emrah Kurnaz, Peter Hock, Nicole Korthaus, Helmut Fendt, (vordere Reihe von links) Pinar Oguz, Elisabeth Knöpp, Anke Berning und Marion Seiler.
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Zum ehrenamtlichen DRK-Team gehören (hinten von links) Emrah Kurnaz, Peter Hock, Nicole Korthaus, Helmut Fendt, (vordere Reihe von links) Pinar Oguz, Elisabeth Knöpp, Anke Berning und Marion Seiler.

Der DRK-Ortsverband Babenhausen hat zusammen mit den Rot-Kreuzlern aus Hergershausen eine Corona-Teststation am Feuerwehrstützpunkt aufgebaut.

Babenhausen- Die Fragezeichen in den Augen des vierjährigen Jonathan sind förmlich sichtbar. Angespannt sitzt auf dem Schoß seines Papas Christian Würr. Wie die meisten Erwachsenen, die auf dem Stuhl im DRK-Heim für einen Corona-Schnelltest Platz nehmen, weiß auch er nicht genau, was auf ihn zukommt. Der Sickenhöfer Familienvater beruhigt seinen Sohn, während er mit gutem Beispiel vorangeht und seinen Mund ganz weit öffnet, damit Emrah Kurnaz vom Babenhäuser Roten Kreuz einen Rachenabstrich machen kann.

Tut gar nicht weh, sieht Jonathan und öffnet selbst seinen Mund, um sich testen zu lassen. Für so viel Tapferkeit gibt’s ein dickes Lob und Schokolade von Kurnaz, der an diesem Abend insgesamt 89 Menschen aller Jahrgänge ein Wattestäbchen in den Hals steckt.

Seit zwei Wochen bietet der DRK-Ortsverein den Bürgern im Auftrag des Landkreises Darmstadt-Dieburg kostenlose Corona-Schnelltests an. Immer dienstags und donnerstags von 18 bis 21 Uhr im Vereinsheim neben dem Feuerwehrstützpunkt, Seligenstädter Straße 23. Etwa 250 Bürger wurden bis zum Osterwochenende hier getestet. Positiv war keiner.

„Vor dem ersten offiziellen Termin haben wir einen Probelauf mit 20 eingeladenen Leuten gemacht“, sagt der Babenhäuser DRK-Vorsitzende Helmut Fendt, der sich gemeinsam mit dem Bereitschaftsleiter Peter Hock und Emrah Kurnaz in Dieburg und Dorndiel für das Schnelltesten hat ausbilden lassen. Die drei gaben ihr Wissen weiter, sodass bei jedem Termin in Babenhausen mindestens sechs bis sieben ehrenamtliche Helfer mitarbeiten, die sich vor dem Publikumskontakt auch selbst testen. Durch eine Impfung geschützt sind sie noch nicht.

Zum Team, das bei der Anmeldung, der Testung, der Laborarbeit und Auswertung Hand in Hand arbeitet, gehören auch Hergershäuser DRKler, die Fendts Anfrage um Unterstützung „sehr gerne nachgekommen sind“, wie Bernd Reymendt, der zweite Vorsitzende des DRK-Ortsvereins im Stadtteil sagt.

Einmal in der Woche zum Test

Jeder Bürger hat einmal pro Woche das Recht auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest. Für die Termine dienstags und donnerstags beim DRK in Babenhausen ist eine Online-Anmeldung nötig, bei der ein Formular ausgedruckt werden kann, das mit den persönlichen Daten ausgefüllt zum Termin mitgebracht werden soll.
Außerdem bietet das Medizinische Versorgungszentrum von Dr. Mirza in Babenhausen, Fahrstraße 83, täglich von 8 bis 18 Uhr kostenlose Schnelltests ohne Terminvereinbarung an. Auch am Wochenende.

An diesem Abend managt die Hergershäuserin Marion Seiler gemeinsam mit Pinar Oguz das Labor, dabei lernen sie Anke Berning an. Nach und nach sollen weitere DRKler in die Materie eingeführt werden. „Wir wissen ja nicht, wie lange wir das noch machen. Und es kann ja mal ein Helfer ausfallen. Deshalb ist es gut, wenn so viele wie möglich, bei den Testungen mitarbeiten können“, sagt Fendt.

Da im Vorfeld Termine online vergeben werden gibt es keine Wartezeiten und obwohl diese ehrenamtliche Arbeit für die DRKler noch neu ist, läuft alles wie am Schnürchen. Nach etwa 20 Minuten werden die Getesteten per SMS oder Telefonanruf von Fendt über das Ergebnis ihres Schnelltests informiert. „Wenn der Test positiv ist, geht die für den Schnelltest genommene Probe für einen PCR-Test ins Labor“, erklärt Bereitschaftsleiter Hock.

Fendt ist froh über die personelle Unterstützung aus Hergershausen. Obwohl sich sein Ortsverein nach einer längeren Flaute bei der Anzahl der aktiven Helfer seit einigen Monaten erholt. Dafür hatte er auch ordentlich die Werbetrommel gerührt. „Wir haben jetzt eine neue Mannschaft“, freut er sich. Vor allem über das direkte Ansprechen habe er acht neue, ehrenamtliche Helfer für die aktive Mitarbeit dazugewonnen. Neben den rund 200 fördernden Mitgliedern hat der OV Babenhausen jetzt wieder elf aktive Helfer, die vor allem auch für die vier Blutspendetermine im Jahr unverzichtbar sind. Zum Vergleich: Hergershausen mit deutliche weniger Einwohnern als die Kernstadt hat zwölf aktive Helfer. Aber die Babenhäuser sind wieder auf einem guten Weg. Sogar die Neugründung einer Jugendrotkreuzgruppe hat Fendt im Auge. Aber das werde wohl bis nach der Pandemie warten müssen.

Von Petra Grimm

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