Werben für Berufsausbildung

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Die Job-Info-Börse wirft ihre Schatten voraus. An der Joachim-Schumann-Schule laufen bereits die Vorbereitungen für die Veranstaltung im März 2012.

Babenhausen - Noch über fünf Monate sind es bis zur 14. Job-Info-Börse (JIB), welche die Joachim-Schumann-Schule Anfang März 2012 ausrichtet. Die Vorbereitungen laufen schon jetzt. Von Michael Just

Wie jedes Jahr gibt es eine Schülergruppe, die die Organisation im Rahmen eines Projektfachs übernimmt.

Wer glaubt, dass nach 13 Veranstaltungen alles Routine ist, der irrt. So beeinflusst die derzeitige Situation, dass es mehr Ausbildungsplätze als Bewerber gibt, natürlich auch die JIB. „Früher mussten wir verstärkt auf die Firmen zugehen. Heute fragen viele von selbst an“, erzählt Stufenleiterin Barbara Meuer. Die vielen offenen Lehrstellen verlangten zudem eine neue Vorgehensweise bei den Lehrern: „Für die Schüler, die in den letzten Jahren einen guten Realschulabschluss hatten, war es fast selbstverständlich, eine weiterführende Schule zu besuchen. Jetzt sind wir gefordert, auch bei den Eltern ins Bewusstsein zu rücken, dass eine Berufsausbildung eine echte Option darstellt.“ So gehe die Beratung nun in jene Richtung, den bisherigen Ansturm auf die weiterführenden Schulen zu bremsen und dafür zu werben, dass es nach der Lehre keinesfalls zu spät ist, eine schulische Weiterbildung draufzupacken. „Dieses Umdenken zu erzeugen ist echte Schwerstarbeit“, weiß die Pädagogin. Dazu brauche es enge Kontakte zu den Betrieben und Lehrer, die die Schüler aus erster Hand empfehlen können. Auch ein funktionierendes schwarzes Brett sei wichtig, das stets über aktuelle Gesuche auf dem Laufenden hält.

Sieben Schüler haben sich diesmal in den Projektunterricht eingewählt. Nicht wenige erhoffen sich bei der Ausbildungsplatzsuche einen kleinen Vorteil gegenüber den Mitbewerbern, wenn sie hier mitarbeiten. „Man kann sich frühzeitig informieren, was es für Berufe gibt“, sagt Ilka (15). Der JIB misst sie wie ihre Kollegen eine große Bedeutung zu: „Wir wissen, dass die Firmen hier nicht nur über Berufsbilder informieren, sondern auch die ersten Azubis vorfiltern.“ Neu ist in diesem Jahr, dass alle Einladungen auf dem modernsten aller Kommunikationswege - der E-Mail - rausgehen. In den nächsten Wochen werden die Schüler Adressen für die elektronische Post recherchieren, Briefe aufsetzen und beantworten, mit den Betrieben kommunizieren, Listen über Ausbildungsberufe und Teilnehmer anlegen oder Plakate entwerfen.

Die Job-Info-Börse hat sich zu einem Großereignis entwickelt

Am Tag der JIB selbst sind dann hunderte von Schülern aufgefordert, die Veranstaltung als Weiche für ihre Zukunft zu nutzen. Um darauf bestmöglich vorbereitet zu sein, stehen im neuen Jahr für die neun neunten Klassen der Offenen Schule und der Abgängerklasse der Flanagan-Schule zusätzliche Projekttage und Vorbereitungstreffen an, um Abläufe und Inhalte der JIB genau zu kennen. Mit an Bord ist wie jedes Jahr die städtische Kinder- und Jugendförderung, die seit der ersten JIB sämtliche Vorbereitungsprozesse unterstützt.

In den letzten 13 Jahren hat sich die JIB zu einem Großereignis entwickelt. Mit 52 Firmen wurde eine Obergrenze erreicht. Die Spannweite reicht vom kleinen Metzgerbetrieb, über Banken, die Polizei bis hin zu Weltunternehmen wie Merck, der Telekom oder Fraport. Eine zusätzliche Aufgabe der Organisatoren ist es darauf zu achten, dass eine breite Vielfalt von Berufsbildern zur Vorstellung kommt und dass sich die Schüler gleichmäßig in die Vorträge einwählen. Das ist in Anbetracht von Lieblingsberufen, die im Kontrast zu den Tätigkeiten stehen, die traditionell stets eine bescheidene Nachfrage erfahren, nicht einfach: „Obwohl die Alten- und die Krankenpflege oder die Aufgaben in einer Kläranlage die Berufe der Zukunft sind, ist das Interesse hier stets überschaubar“, weiß Meuer. Hier seien nicht nur die Betriebe selbst, sondern auch die JIB-Organisatoren gefragt, jedem Beruf den nötigen und bestmöglichen Stellenwert einzuräumen. Auch wenn die Schüler Firmen anschreiben, hat jeder Ausbildungsbetrieb die Chance, sich auf der JIB vorzustellen: Interessenten melden sich unter osb.sozialarbeit@web.de.

Quelle: op-online.de

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