Freude an vielen bunten Gewächsen

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Babenhausen - Das verregnete Frühjahr hat so manchen Dingen einen Strich durch die Rechnung gemacht, darunter auch dem Wettbewerb „Schönster Blumenschmuck in der sanierten Altstadt“. Von Michael Just

„Ende Juni war noch nicht allzu viel zu sehen. Deshalb haben wir den Bewertungsrundgang in den Juli gelegt“, erzählt Jury-Mitglied Wilhelm Spiehl. Nach Wochen des Wartens war es nun soweit: Sechs Babenhäuser, davon vier Mitglieder aus dem Ortsbeirat und zwei sachkundige Bürger, machten sich in der Altstadt auf den Weg, den schönsten Blumenschmuck vor den Häusern zu prämieren. Mit dem Wettbewerb, hinter dem der Ortsbeirat steht und der 2013 in die fünfte Runde geht, sollen die Anwohner animiert werden, ihr Haus zur Straßenseite hin mit Pflanzen zu verzieren. Das steigert nicht nur die eigene Wohnqualität, sondern fördert auch die Attraktivität von Babenhausen.

Für die Teilnahme braucht es keine Anmeldung oder Bewerbung. Wer sein Haus ansprechend verziert hat, nimmt automatisch teil und wird von der Jury aufgenommen. So mancher Anwohner kam hier schon ganz unverhofft zu einem Preis ohne zu wissen, dass es den Wettbewerb überhaupt gibt. Im Altstadtbereich gehen aus Erfahrung der letzten Jahre immer so 50 bis 60 Häuser in die Wertung ein“, erzählt der Ortsvorsteher der Kernstadt, Walter Herbert. Bewertet wird nicht nur Masse: Manchmal reichen schon zwei Blumentöpfe, dass die Jury den Stift zückt und sich berät. Auch diesmal vergaben die Ortsbeiratsmitglieder um Walter Herbert, Reinhold Gottstein, Anette Funk, Rainer Herbig sowie die Blumenfreunde Sylvia Schroth und Wilhlem Spiehl am Samstag pro Haus maximal 30 Punkte. Geachtet wurde auf Pflege, Blattgrün, Farbe, Üppigkeit, Ideen oder Kombinationsreichtum. Die Geschäfte nahmen wie gewohnt in einer eigenen Kategorie teil.

„Das sind Hornveilchen“, sagt Sylvia Schroth und beweist sich schon kurz nach dem Loslaufen als Expertin. Die hätten Ähnlichkeit mit den Stiefmütterchen, seien aber kleiner. Dazu würden sie viel länger blühen als die optisch größere Verwandtschaft. In der Fahrstraße fallen vor einem Wäschegeschäft Glockenblumen und rote Begonien auf. Neu-Inhaberin Kati Mehler kennt den Wettbewerb nicht, findet die Idee aber richtig gut. „Die Altstadt hier ist so schön, da sollte man so etwas unterstützen. Ohne viel Geld auszugeben, kann man mit kleinen Mittel doch schon oft sehr viel erreichen“, sagt sie und ergänzt: „Ich würde mir wünschen, dass sich jeder Anwohner hier ein bisschen bemüht.“

Direkt gegenüber am Rathaus erweisen sich die Geranien mit Größe und Farbe als regelrechter Knaller. „Das Rathaus nimmt zwar nicht teil, wir werden dem Bauhof wie jedes Jahr aber ein Kompliment zukommen lassen“, sagt Wilhelm Spiehl. Was beim Gang auffällt ist die Tatsache, dass es oft die gleichen Bewohner und Familien sind, die sich Jahr für Jahr erneut um das Erscheinungsbild ihres Hauses bemühen. Nur in wenigen Fällen gibt es Überraschungen, wo sich ein komplett neuer, veränderter oder erweiterter Blumenschmuck präsentiert.

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Abgesagt wurde von den Organisatoren die bereits angekündigte Idee, dass sich, neben der Jury, neuerdings auch Privatbürger an der Bewertung der schönsten Häuser beteiligen können. Das sollte im Internet anhand von Fotografien geschehen. Am Ende zeigte sich das Vorhaben als zu kompliziert: „Wir hätten nicht nur unzählige Fotos gebraucht, sondern auch von jedem Hausbesitzer das Einverständnis zur Veröffentlichung“, erzählt Reinhold Gottstein. So bleibt das Urteil ausschließlich in den Händen der Jury.

Die bringt eine langjährige Erfahrung mit. „Mir sind vor allem die Farben und die Pflege wichtig. Dazu erregt eine originelle Dekoration meine Aufmerksamkeit“, erzählt Sylvia Schroth. Das könnten eine alte Gießkanne, ehemalige Feldgeräte, eine Wanne aus Metall bis hin zu einem Musikinstrument an der Wand sein. So ging auch ein kleines Feuerwehrauto, das auf einer Treppe neben einem großen Blumentopf stand, in die Wertung ein. „Hier vergebe ich Punkte in der Kategorie Vielfalt“, sagt Wilhelm Spiehl. Keine Punkte gibt es wenige Schritte weiter, wo lediglich eine große Bank vor dem Haus steht. Bänke sind zwar von der Jury ebenfalls sehr gerne gesehen, aber in diesem Fall fristet die Sitzgelegenheit ein einsames Dasein ohne jegliche Pfanzen und Blumen in der Nähe. „Die hat man wohl nur hingestellt, dass die Autos nicht vor dem Haus parken. Das entspricht nicht ganz den Zielen unseres Wettbewerbs“, sagt Spiehl und macht sich ohne Bewertung zum nächsten Haus auf. Insgesamt werden fünf Häuser mit dem schönsten Blumenschmuck prämiert. Die Nennung der Gewinner samt Preisübergabe erfolgt wie gewohnt beim Altstadtfest.

Quelle: op-online.de

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