Für Wildblumenwiese nur Regionaltypisches

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Fleißig gesät wird beim Verein Herigar. Die Vorsitzenden des Vereins, Ingo Rohrwasser (links) und Maren Gatzemeier (rechts), legen Wert auf gebietseigenes Saatgut.

Hergershausen (pg) - Während die meisten sich die letzten Tage über das schlechte Wetter und den Regen geärgert haben, herrschte Hochstimmung beim Verein Herigar. Denn der erste Bauabschnitt des Sinnengartens am Dorfgemeinschaftshaus „Alte Schule“ ist fast fertig.

Nach vielen Arbeitsstunden, die nötig waren, um die ehemalige Brachfläche am Ortseingang umzupflügen, einzuzäunen, mit 290 Wildgehölzen zu umgeben, Wurzelunkräuter zu entfernen und einzuebnen, wurde jetzt der letzte Schritt vollbracht.

Für den künftigen Weg durch die Wildblumenwiese wurden 150 Quadratmeter Blumenrasen ausgesät, auf den restlichen Flächen 550 Quadratmeter Schmetterlings- und Wildbienensaum. „Beim Saatgut handelt es sich um gebietseigenes. Das heißt, es kommen nur Samen von regionaltypischen Wildblumen und Gräsern zum Einsatz“, erklärte die zweite Vorsitzende, Maren Gatzemeier.

Zwei unterschiedliche Saatmischungen

Die Verwendung von zwei unterschiedlichen Saatmischungen hat ihre Gründe. Beim Blumenrasen handelt es sich um eine Mixtur, die zu 80 Prozent aus Gräsern und 20 Prozent aus Blumen besteht. Diese wird maximal 40 bis 60 Zentimeter hoch und kann bei Bedarf drei- bis fünfmal im Jahr gemäht werden. Die ausgewählten Blumen, wie Schlüsselblume, Wiesen-Salbei, Wiesen-Margerite, Leimkraut, Thymian oder Ehrenpreis sind mäßig trittfest und werden durch den Schnitt nicht beeinträchtigt.

Der Schmetterlingssaum besteht dagegen zu 90 Prozent aus Wildblumensamen und berücksichtigt in hohem Maße die Ansprüche von Wildbienen und Schmetterlingen mit Nektar tragenden und lang blühenden Blumen. Die eingesetzten zehn Prozent Gräser dienen den Raupen als Futterpflanzen. Die Mischung enthält Samen von insgesamt 48 verschiedenen Wildblumen. Von Schafgarbe über Odermennig, Barbarakraut, Glockenblumen, Malven, Pastinak bis zu verschiedenen Königskerzen ist hier alles dabei.

Bei der Umsetzung dieses ersten Bauabschnittes haben sich insgesamt 33 Helfer engagiert. „Ohne diese Freiwilligen hätten wir dieses große Projekt nicht in der kurzen Zeit umsetzen können“, so der Vorsitzende Ingo Rohrwasser. Mit einem Helferfest möchte sich der Vorstand zu Beginn des Sommers noch einmal extra bedanken. Knapp 200 Arbeitsstunden wurden benötigt, um den Plan in die Wirklichkeit umzusetzen.

Das Eingangsschild vom Unesco-Geopark

„Letzter Punkt des ersten Bauabschnittes ist das Eingangsschild vom Unesco-Geopark für den Sinnengarten Hergershausen, der zur Route der Regionalgärten gehört. Da auf diesem Schild die Sponsoren des Garten aufgeführt werden, warten wir mit der Bestellung noch bis auch die Finanzierung für den zweiten Bauabschnitt fest steht, so dass auch alle Sponsoren auf dem Schild genannt werden können“, erklärte Gatzemeier.

Auch im zweiten Teil des Sinnengartens werden die Vereinsmitglieder noch mal ordentlich in die Hände spucken müssen. Im nächsten Bauabschnitt wird der formale Teil im ehemaligen Lehrergarten bepflanzt. Hier sollen vor den Laubengängen zwei Beete angelegt und mit Buchsbaumhecken eingefasst werden. Die Laubengänge werden dann mit Kletterrosen und Clematis bepflanzt. Zusätzlich soll es zwei Hochbeete mit Pflanzen zum Fühlen und Schmecken geben. Weiterhin fehlt eine Rundbank um die Kastanie auf diesem Platz. Geplant ist ebenfalls eine neue Ausstattung für das Gartencafé mit leichten, stapelbaren Stühlen und Tischen. Wenn genügend Spenden aufgebracht werden können, soll der Sinnengarten noch mit Klangobjekten, wie einem Summstein oder Klanghölzern ergänzt werden.

Quelle: op-online.de

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