Wildpferde im Mittelpunkt

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Die Teilnehmer des Gemarkungsrundgangs waren im südlichen Teil der Stadt unterwegs. Ziel war das „Natura 2000“-Gebiet „In den Rödern“.

Babenhausen - Es gibt kaum einen Wanderfreund, der sich nicht mit der Natur und ihrer Flora und Fauna verbunden fühlt. Dass dazu auch Pferde gehören – erst recht, wenn es sich um eine vom Aussterben bedrohte Rasse handelt – machte am Samstag der Wanderklub „Berg auf“ deutlich. Von Michael Just

Beim Gemarkungsrundgang rückte man die Przewalski-Pferde, für deren Ansiedlung das Parlament im letzten Jahr grünes Licht gab, in den Mittelpunkt. Das Thema passte zum Wunsch, wieder einmal im Süden der Babenhäuser Gemarkung unterwegs zu sein.

Mit dem Zielgebiet „In den Rödern“, das als „Natura 2000“-Raum den höchstmöglichen Schutz der Europäischen Union genießt, wählten die Verantwortlichen eines der bedeutensten südhessischen Refugien mit seinen seltenen Tier- und Pflanzenarten aus. Gleich vier Wanderführer, Wilfried Fassing, Günter Berz, Helmut Schrod und Joachim Ewert, bereiteten die Tour für die 90 Teilnehmer unter dem Titel „Natura 2000 und mehr“ professionell vor.

Laufen und Wandern steht im Vordergrund

„Ich habe mich extra mit Christoph Goebel vom Hessenforst in Verbindung gesetzt, um breitgefächerte Informationen über die Przewalskis zu bekommen“, erzählt Fassing. Nach seinem Stand sollen die ersten Vierbeiner in zwei Jahren kommen. Wie der Babenhäuser sagt, stehe er hinter dem Auswilderungsprojekt und wisse von vielen anderen im Verein, dass diese auf einen ähnlichen Anklang in der Bevölkerung hoffen.

Mit dem diesjährigen Gemarkungsrundgang stand dessen fünfte Auflage an. Davor organisierte der Wanderklub fünf Jahre lang einen Grenzgang. Auf die Idee zum Gemarkungsrundgang kam der Verein, weil es von der Stadt – sieht man mal vom Waldrundgang ab – diesbezüglich kein Angebot gab. Die Wanderführer wollen dabei, sofern möglich, jene politischen Themen beleuchten, die die Natur betreffen. So widmete man sich vor zwei Jahren der Zukunft der Babenhäuser Kiesgruben. Trotz manch brisanter und tiefgehender Themen ist es aber nicht das Ziel, die Tour-Teilnehmer mit Informationen zu überhäufen: „Das Laufen und Wandern steht im Vordergrund, ein wenig Wissenwertes fließt nebenbei ein“, erklärt Fassing.

Galgen gehörte zu „Altdorf“

Interessantes wartete am Samstag auch am „Galgenbuckel“ (Nähe des Schäferhundevereins). Hier hatte sich Helmut Schrod über Henker und Delinquenten kundig gemacht. Einst gehörte der Galgen zur untergegangenen Siedlung „Altdorf“. Wie bereits die ehemalige Stadtarchivarin Ria Fischer immer wieder heraushob, wurde an diesem Ort nie einem Babenhäuser der Strick um den Hals gebunden.

Betrachteten den Gemarkungsrundgang eher skeptisch: Johann und Benjamin, die beiden eineinhalbjährigen Kinder von Pfarrerin Andrea Rudersdorf.

Mit den Erläuterungen dauerte der Gemarkungsrundgang mehr als zweieinhalb Stunden. Südlich des Luftsportclub-Geländes ging es am Sickenhöfer See und der Konfurter Mühle wieder zurück zum Wanderheim. Dort hatte die Feuerwehr schon einen herzhaften Pichelsteiner-Eintopf vorbereitet. Den durften sich vor allem die vier Wanderführer schmecken lassen, die die Tour zur vollsten Zufriedenheit der Teilnehmer ausgearbeitet hatten. Sie ersetzten auf kompetente Art und Weise den mittlerweile obligatorischen Revierförster, der in anderen Städten und Gemeinden mit seinen Erläuterungen zum unverzichtbaren Bestandteil vieler Grenz- und Gemarkungsrundgänge gehört. Für die vier Wanderführer und ihre Ausarbeitung hatte auch „Berg auf“-Vorsitzende Marion Carrion ein dickes Lob parat: „Unsere Mitglieder brauchen sich nicht zu verstecken. Die wissen auch was. Das haben sie heute wieder begeisternd bewiesen.“

Quelle: op-online.de

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