Gleich zwei Ausdauermehrkämpfe trotz Zerrung

Wilhelm Reuling: Erster Triathlon mit 80 Jahren

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Im Alter von 80 Jahren hat es Wilhelm Reuling gewagt und geschafft: Nachdem der Triathlon in Dieburg zum Zweikampf wurde, nahm der Hergershäuser nun auch noch beim Zeilharder Triathlon teil. Und das innerhalb von 18 Tagen.

Hergershausen - Jetzt, mit stolzen 80 Jahren, machte Wilhelm Reuling das Vorhaben wahr, das er im Winter gegenüber unserer Zeitung angekündigt hatte: Der Hergershäuser absolvierte am vergangenen Donnerstag in Zeilhard seinen ersten Triathlon. Von Jens Dörr 

Extrem sportlich war Wilhelm Reuling schon immer: Einst spielte er Fußball für den SV Kickers Hergershausen und war schon als 17-Jähriger so gut, dass die Sportfreunde Seligenstadt den Fühler nach ihm ausstreckten. Bereits Mitte der Fünfziger versuchten sie, ihn mit Job und Wohnung zu ködern. Den Kickers hielt er aber bis heute die Treue, nun schon seit sieben Jahrzehnten, auch wenn er nach seinem verletzungsbedingten Karriereende später eher auf den Turnverein und auf den Marathonlauf umschwenkte.

Mit dem ersten Triathlon hätte es eigentlich schon 18 Tage vorher so weit sein sollen: In Dieburg hatte sich Reuling für den „10 Freunde“-Triathlon über 400 Meter Schwimmen, 18 Kilometer Radfahren und 4,2 Kilometer Laufen angemeldet. Weil es im Dieburger Ludwig-Steinmetz-Freibad einen technischen Defekt gegeben hatte, musste der Triathlon kurzerhand jedoch zum Zweikampf aus Laufen und Radfahren umgewandelt werden. Reuling biss sich trotz einer am Vortag beim Spazierengehen erlittenen Zerrung durch, wurde konkurrenzlos Erster seiner Altersklasse und ließ sogar noch mehr als 60 deutlich jüngere Männer und Frauen hinter sich.

Von seinem Plan, einen „richtigen“ Triathlon inklusive Schwimmen zu meistern, ließ sich der Ausdauersportler indes nicht abhalten. Reuling meldete für den „Zeilharder Touristik Triathlon“, der sich an Fronleichnam auch bei seiner 24. Auflage treu blieb und auf eine Zeitnahme verzichtete. Um es vorwegzunehmen: Der 80-Jährige hat es geschafft. „Ich hatte viel Spaß bei diesem Wettkampf“, sagte er im Anschluss. Obgleich ihn gerade das Schwimmen über 16 Bahnen à 25 Meter sowie das Radfahren durchaus vor Herausforderungen gestellt hätten.

Bilder: Der J.P. Morgan-Lauf in Frankfurt

Denn beim Schwimmen im Reinheimer Freibad wählte Reuling die Brusttechnik, wurde auf der kurzen Bahn aber immer wieder durch die Wasserspritzer der entgegenkommenden, oft kraulenden Teilnehmer behindert. „Da war ich froh, als ich es durchgestanden hatte“, gab er zu. Die 21 Kilometer lange Radstrecke hatte es aufgrund einiger Höhenmeter durchaus in sich. „Das Laufen macht mir ja nichts aus“, blickte Reuling derweil auf die letzte Disziplin zurück.

Und vergaß einerseits nicht, seiner Frau Christine für die Unterstützung in der Vorbereitung und beim Wettkampf selbst zu danken: „Sie achtet viel auf unsere Ernährung und darauf, dass das Richtige auf den Tisch kommt.“ Zudem habe sie, die selbst Wettkämpfe bis hin zum Halbmarathon lief, ihm beim Zeilharder Triathlon bei den organisatorischen Abläufen zur Seite gestanden. Andererseits machte Wilhelm Reuling deutlich, dass der Dreikampf vom Donnerstag trotz seines baldigen 81. Geburtstags keine einmalige Sache bleiben soll: „Wenn es die Gesundheit erlaubt, war es nicht mein letzter Triathlon.“

Quelle: op-online.de

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