Wilhelms Chören in Halle applaudiert

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Das dankbare Publikum applaudierte statt Open-Air im Bürgerhaus.

Hergershausen - Da wurde es ein bisschen eng vor den Stuhlreihen, als sich fünf Chöre zum ersten Lied vor ihrem Publikum aufbauten. Schmunzelnd rückten die Sänger zusammen und stimmten gemeinsam „Conquest of Paradise“ an. Von Petra Grimm

Geplant war die musikalische Großveranstaltung eigentlich anders. Aber das Wetter machte den Organisatoren vom Hergershäuser Gesangverein Liederkranz am Samstagnachmittag einen dicken Strich durch die Rechnung. Das auf dem Heinrich-Klein-Platz im Neubaugebiet als „Open-Air der Wilhelmschen Chöre“ geplante Musikfest musste wegen des Regens ins Bürgerhaus verlegt werden.

Insgesamt sieben Vereine mit ihren Chören, die alle von dem Harreshäuser Vollblutmusiker Peter Wilhelm geleitet werden, gaben sich in der mit Zuhörern und Sängern gut gefüllten Halle ein gelungenes musikalisches Stelldichein. „Ich habe ja mit allem gerechnet, aber nicht mit so einem Wetter. Für die Akustik ist es ja vielleicht besser im Saal zu singen, aber die Geselligkeit leidet jetzt ein bisschen, da es eine Trennung zwischen den Ständen für das leibliche Wohl vor der Halle draußen und dem Gesang drinnen gibt “, sagte der Hergershäuser Sängervorsitzende Manfred van Bürk bei der Begrüßung.

Zweieinhalb Stunden Programm

Neben den Gastgebern, die selbst über 80 Sänger im gemischten Chor, dem Frauen- und Männerchor und dem Chor „Junge Töne“ zu bieten haben, waren noch die Gesangvereine Harmonie Bie-besheim, Germania Rottenberg, KSG Hetschbach, AGV Eintracht Höchst, die Sängerlust aus Harreshausen und die Sängervereinigung Pflaumheim mit ihren Chören beteiligt. „Insgesamt sind es wohl gut 230 Sänger, die heute gemeinsam auftreten. Mit dieser Veranstaltung klingt unser Jubiläumsjahr zum 120-jährigen Bestehen des Liederkranz´, das wir im vergangenen Jahr gefeiert haben, aus. Eigentlich sollte das große gemeinsame Konzert der Wilhelmschen Chöre schon im vergangenen September stattfinden, aber wir mussten es auf heute verschieben“, sagte Manfred van Bürk.

Dirigent Peter Wilhelms Chöre harmonierten bei gemeinsamen Auftritten prächtig.

Etwa zweieinhalb Stunden Programm mit beschwingten und bekannten Melodien unterhielt die Gäste, unter ihnen auch Erster Stadtrat Kurt Lambert, Ortsvorsteher Horst Grimm und Edgar Rosskopf, der Geschäftsführer des Kreischorverbandes. Von Schlagern, Popsongs, Opern- und Musicalmelodien bis hin zu traditionellen Volksweisen war alles dabei. Dabei traten immer mehrere Chöre gemeinsam auf und zwar gekonnt und harmonisch. Kaum zu glauben, dass es nur einen Probentermin mit allen Chören gegeben hat. „Dabei haben wir uns auf das Wesentlichste konzentriert, auf die Stellen, wo es klemmt“, berichtete Peter Wilhelm über diese einzige gemeinsame Probe vor dem Konzert.

Seit 2008 ist der 51jährige beim Hergershäuser Gesangverein als Dirigent im Einsatz. Im vergangenen Jahr feierte er sein 25-jähriges Chorleiterjubiläum. Dass er mit großer Leidenschaft bei der Sache ist, war wieder zu spüren. Während des Konzertes dreht er sich auch immer mal zum Publikum um, um es zum Mitsingen zu animieren.

Eine Formation trat auf, die nicht von Peter Wilhelm dirigierte wird. Der Chor der Bachwiesenschule unter der Leitung der Musiklehrerin Gertraud Gonné zeigte, dass es engagierten Sängernachwuchs in Hergershausen und Sickenhofen gibt. Die Grundschüler unterhielten die Gäste mit Frühlingsliedern.

Die Initiative für dieses Konzert aller Wilhelmschen Chöre war bereits Anfang vergangenen Jahres von der zweiten Vorsitzenden Christel Kirchhöfer ausgegangen. „Ich habe schon länger gedacht, dass es doch schön wäre, den Chorklang zusammen zu führen. Außerdem kann man sich in den Chören dann auch mal gegenseitig aushelfen, wenn beispielsweise mal der Tenor ausfällt. Es klemmt doch inzwischen bei vielen Gesangvereinen mal. Da muss man neue Ideen entwickeln und kooperieren“, sagte Christel Kirchhöfer, die wie Manfred van Bürk dankbar war für die Unterstützung anderer Ortsvereine und freiwilliger Helfer bei der großen Veranstaltung.

Ganz besonders lobten die beiden die Jugendfeuerwehr mit ihrem Leiter Daniel Kunkel, die die Stühle, das Podest und anderes aufgestellt und außerdem zwei Nächte Wache geschoben hat. „Also ohne die jungen Feuerwehrleute hätten wir das gar nicht so durchführen können“, sagte Christel Kirchhöfer. Im Anschluss an das Konzert wurde unter den Zeltdächern vor der Halle noch bis Mitternacht fröhlich gefeiert und getanzt.

Quelle: op-online.de

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