TVB erhöht Mitgliedsbeitrag - aber erst nach Hallensanierung / Vorstandswahl

„Wir halten Verein gerade“

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Der neue TV-Vorstand (von links nach rechts): Bert Bernhardt, Ute Teuchner, Thea Scharwinski, Stefan Kratz, Amelie Kley, Corinna Pierang, Klaus Bornschlegell und Joachim Knoke.

Babenhausen (mj) ‐ „Großer Verein – lange Mitgliederversammlung“ konnte man am Donnerstagabend beim TV Babenhausen meinen. Erst um kurz nach 23 Uhr hatte man die zwölf Punkte umfassende Tagesordnung absolviert.

Unter anderem stand die Wahl eines neuen Vorstandes an sowie die wichtige Abstimmung, ob die geplante neue Sporthalle des TV aus den eigenen Reihen mitgetragen wird. Bei den Neuwahlen gibt es keine großen Veränderungen: Ute Teuchner und Bert Bernhardt waren ohne Gegenkandidaten und bleiben mit großer Rückendeckung Vorsitzende für weitere drei Jahre. Ergänzt werden sie von Amelie Kley. Laut Satzung darf der TV einen gleichberechtigten, dreiköpfigen Vorstand haben. Dieser Platz war die letzten Jahre unbesetzt. Das bisherige Ressort „Finanzen“ von Kley übernimmt Joachim Knoke. Unverändert im geschäftsführenden Vorstand bleiben Klaus Bornschlegell (Veranstaltungen), Stefan Kratz (Sportstätten) sowie Corinna Pierang (Controlling). Thea Scharwinski ist kooptiertes Vorstandsmitglied und zuständig für die Buchungen. Nicht mehr im Vorstand ist Andreas Bludau (Sportorganisation).

Die TV-Mitgliederzahl von derzeit 1800 blieb 2010 mit nur drei Personen weniger nahezu konstant. „Damit scheinen wir nichts falsch zu machen“, so Bert Bernhardt, der berichtete, dass es neben einer Reihe von Austritten gleichzeitig auch viele Eintritte gab. Beim Finanzbericht 2010 hatte Amelie Kley gute als auch schlechte Nachrichten: Schrieb man 2009 noch eine „rote Null“, habe man sich im letztes Jahr „gerade so“ in den schwarzen Zahlen befunden. Das sei dem rigiden Sparkurs zu verdanken, der zur Folge hatte, dass trotz Notwendigkeit keinerlei Sportgeräte angeschafft wurden.

Besorgniserregend ist laut Kley der Einbruch bei den Zuschüssen und Spenden. Wie der Vorstand ankündigte, habe er mit Blick auf die Heizkosten, zur Gewährleistung des Sportbetriebs sowie der gestiegenen Beiträge an die Verbände eine Beitragserhöhung beschlossen. Sie wird 1,50 Euro für Kinder/Jugendliche, zwei Euro für Erwachsene und 4,50 Euro für Familien betragen. Dazu blieb Kritik der Mitglieder nicht aus. „Wir wollen keine Schlösser bauen, wir halten den Verein gerade“, rechtfertigte Joachim Knoke. Der Vorstand gab zu bedenken, dass die letzte Erhöhung sechs Jahre zurückliegt und dass von den 1 800 Mitgliedern durch Ehrenmitgliedschaft, aus sozialen Gründen sowie dem pauschalen Familienbeitrag derzeit 400 Personen beitragsfrei sind. Die neuen Beiträge treten erst 2012 mit dem Ende des Hallenumbaus in Kraft. Damit soll eine finanziell höhere Belastung außerhalb des Normalbetriebs vermieden werden. Die Erhöhung bringt dem Verein - ohne Austritte - Zusatzeinnahmen von 2 735 Euro pro Monat. Würden zehn Prozent der Mitglieder austreten, blieben laut Vorstand immer noch 1 287 Euro.

Vorsitzender Bert Bernhardt bekräftigte, dass die Erhöhung nicht durch die neue Halle komme. Obwohl diese teurer wird (siehe Artikel auf dieser Seite) wurde die Komplettsanierung von den Mitgliedern ohne Kritik und Aussprache genehmigt. Derweil erhielt der TV eine Hiobsbotschaft aus Langstadt: Die Fertigstellung der Markwaldhalle wird erst für Mitte 2011 erwartet, weshalb der TSV die Stadthalle als Ausweichquartier bis zum Sommer braucht. Damit würde sich die Nutzung mit dem TVB überschneiden, der Ansprüche ab diesem Frühjahr mit dem Beginn der eigenen Hallensanierung angemeldet hat. Bernhardt sieht darin aber kein Problem, da sich der Zeitplan für den Beginn der Arbeiten in der Ziegelhüttenstraße ohnehin um zwei bis drei Monate verschieben wird. „Ansonsten werden wir warten. Wir sind von der Nutzung der Stadthalle direkt abhängig“, so der TV-Vorsitzende.

Quelle: op-online.de

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