„Wir wollen Bedürftige unterstützen“

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Am Dienstagabend fand die Sitzungsgründungsfeier der „Justus Arnold zu Babenhausen-Stiftung“ statt. Georg Wittenberger (rechts) hielt die Laudatio und übergab die Urkunde an den Stiftungsvorsitzenden Friedrich Uibel.

Babenhausen - (mj) Es scheint derzeit nicht nur gefühlt so zu sein, dass die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht. In Babenhausen hat sich jetzt eine Stiftung gegründet, die in der Stadt konstruktive Abhilfe schaffen will: Am Dienstagabend fand die öffentliche Gründungsfeier der „Justus Arnold zu Babenhausen-Stiftung“ im „Roten Hahn“ statt.

Eingeladen waren rund 50 Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft, dazu konnte man die Harreshäuser Sängerin Melanie De´ Vall und ihre Duo-Partnerin Angela Callan gewinnen, die Veranstaltung musikalisch zu umrahmen. Die Laudatio hielt Georg Wittenberger vom Heimat- und Geschichtsverein. Er überreichte auch die Stiftungsurkunde.

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Der noble Stiftungs-Gedanke zählt„Unser Vorhaben ist derzeit noch ein kleines Pflänzchen“, sagte Friedrich Uibel vom Stiftungsvorstand. Dennoch sei man überzeugt, viel bewirken zu können: „Wir sind alle ehrenamtlich tätig. Unser Ziel ist es kurzfristig, unbürokratisch und ohne großen Aufwand reagieren zu können.“ Trotzdem unterliege man aber einer Satzung, so dass alle Projekte eingehend von Stiftungsrat und Vorstand geprüft werden. „Wir wollen keine Lückenbüßer für andere sein, sondern wirklich Bedürftige unterstützen“,hebt der 59-Jährige hervor. Das Engagement der Stiftung, die überparteilich, nicht konfessionell und gänzlich unabhängig agiert, ist ausschließlich auf die Stadt beschränkt. „Die Gründungsmitglieder sind alles alteingesessene Babenhäuser. Deshalb wissen wir am besten, wo der Schuh drückt“, ergänzt Uibel und unterstreicht dabei das Motto „Babenhäuser helfen Babenhäuser“. Dazu sei die Arbeit öffentlich und für jeden einsehbar.

Wie der diplomierte Sozialarbeiter im Ruhestand informierte, sei die Gründung der Stiftung in der Stadt vereinzelt auch auf Unverständnis gestoßen: „Bitte nicht noch ein Verein, der Geld sammelt“, beschreibt er den Tenor. „Leider haben diese Menschen den Kern der Sache noch nicht verstanden“, konstatierte Uibel zu den sozialen Herausforderungen der Gegenwart und zu den Zielen einer Stiftung. Die werden deutlich, wenn man die erste karitative Unterstützung betrachtet, die bereits getätigt wurde: 300 Euro gingen kürzlich an eine ältere Frau in Babenhausen, die bei einem Wohnungsbrand große Teile ihrer Einrichtung verlor. Laut Stiftungssatzung sind nicht nur Finanz-, sondern auch Sachspenden möglich.

Derzeit umfasst die Einlage der Stiftung 1 000 Euro, die ein Treuhänder verwaltet. Nach der Übergabe der 300 Euro haben die Mitglieder den Bestand aus ihrer eigenen Tasche wieder auf 1 000 Euro aufgefüllt. Diesen Betrag will man für die Zukunft als Grundlage halten. „Jetzt starten wir mit dem Fundraising und der PR“,kündigt Uibel an. Fortan werde man bei allen öffentlichen Terminen Präsenz zeigen - auch beim Ostermarkt am Wochenende.

In Vertretung des Kreisausschusses war Dieter Emig bei der Gründungsfeier anwesend. Wie der Groß-Zimmerner sagte, beobachte der Kreis wohlwollend jede Art bürgerlichen Engagements. Gerade die Absicht einer Stiftung auf kommunaler Ebene zu entfalten, sei äußerst sinnvoll: „Damit bleibt die Sache für die Spender transparent und nachvollziehbar, wohin die Einlagen wandern.“

Quelle: op-online.de

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