Claudia und Stefan Lässig im Interview

„Wir zeigen mehr Gesicht“

In ihrem großen Showroom präsentieren Claudia und Stefan Lässig die Neuheiten ihres Unternehmens.
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In ihrem großen Showroom in Babenhausen präsentieren Claudia und Stefan Lässig die Neuheiten ihres Unternehmens.

An ihr kommt die Branche nicht vorbei – die „Kind+Jugend“-Messe in Köln. Es ist die internationale Leitmesse, wenn es um hochwertige Baby- und Kleinkinderausstattung geht. Für das Geschäftsführer-Trio des Babenhäuser Unternehmens Lässig – Karin Heinrich sowie Claudia und Stefan Lässig – ein fixer Termin im Herbst. Normalerweise.

Babenhausen – Aber in Zeiten von Corona musste der große Umsatzbringer wie so vieles andere abgesagt werden. So spielte der große Showroom von Lässig bei der Präsentation der Neuheiten 2020/21 im Gewerbegebiet Im Riemen mehr denn je eine zentrale Rolle. Dort hat sich das 2006 gegründete Unternehmen mittlerweile auf drei eng beieinanderliegende Gebäude verteilt. Hinzu kommt das Lager in Rodgau. Auf 106 Beschäftigte ist Lässig angewachsen, davon 75 in Babenhausen, wo auch das Lässig-Design entsteht.

Frau Lässig, auch wenn Ihnen die Antwort schwerfallen könnte: Auf welches Produkt, auf welche Neuheit sind Sie derzeit besonders stolz ?

Claudia Lässig: Das stimmt, es fällt mir immer schwer das ein oder andere Produkt besonders hervorzuheben, da mein Team und ich viel Herzblut bei der Entwicklung jedes neuen Produktes reinstecken. Wir haben auch dieses Jahr sehr viele Produktneuheiten auf die Welt gebracht, die uns glücklich und stolz machen. Unsere neue Kinderkollektion Tiny Farmer zum Beispiel, spiegelt mit einem Schaaf und einer Gans das ländliche Leben rund um die kleine Farm, auf vielen verschiedenen Produkten wider.

Was hat es denn mit der Eri-Seide auf sich?

Claudia Lässig: Für unsere kleine Feinstrickkollektion für Babys verwenden wir zertifizierte Bio-Baumwolle und hochwertiger Eri-Seide. Diese schützt das Leben der Seidenraupen und passt zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Die Textilkollektion selbst besteht aus verschiedenen gemütlichen und miteinander kombinierbaren Kleidungsstücken wie Strickmützen, Strampler, Jumpsuits, Hosen und Kapuzenjacken sowie Kimonos und Kleider. Sie werden in pudrigen Pastelltönen, wie Altrosa, Salbei, sowie Grau-Melange angeboten.

Das Lässig-Sortiment ist in den vergangenen Jahren gewachsen: Was ist dafür die Triebfeder gewesen?

Stefan Lässig: Die Bestätigung der angebotenen Produkte, das positive Feedback unserer Kunden und ihre Anregungen, haben uns ermutigt über unsere Produktwelt immer wieder neu nachzudenken und diese weiterzuentwickeln. Hinzu kommen unsere Ideen und unser Anspruch, die Kollektionen vielfältig, nachhaltig und innovativ auszubauen.

Im Blick haben Sie dabei nicht mehr nur Wickeltaschen und Baby- und Kleinkinderausstattung.

Claudia Lässig: Richtig. Für Schüler bieten wir seit ein paar Jahren ein breites Schulsortiment und haben dieses Jahr wieder eine neue Schulranzen-Serie entwickelt. Sie heißt Unique. Das neue Schulranzen-Set punktet durch sein geprüftes, ergonomisches Tragesystem. Mit 1080 Gramm ist der Schulranzen nicht nur leicht, sondern auch sehr stabil. Nachhaltig ist er auch, denn der recycelte Polyesterstoff wird aus PET-Flaschen hergestellt.

Und warum heißt er „Unique“?

Claudia Lässig: Die Kinder können ihr Set durch abnehmbare Patches, Anhänger und Sticker individuell und beliebig gestalten. Denn Individualität und Einzigartigkeit zählen auf dem Schulhof seit eh und je.

Eine immer größere Rolle spielen die bereits genannten Produktwelten. Warum?

Stefan Lässig: Es ist uns in den letzten Jahren immer wichtiger geworden angepasste Produktwelten anzubieten, die sich in den verschiedenen Ladenkonzepten individuell gestalten lassen. Gerade die Vielzahl unserer Produkte und die Auswahl an Farben und Designs ermöglichen uns, fast jeden Kundenwunsch mit dem perfekten Accessoire zu erfüllen.

Zum Beispiel?

Stefan Lässig: Die Kollektion Little Chums, die an den drei Tieren Hund, Katze und Maus beziehungsweise an deren Schnute erkennbar ist, hat vor vier Jahren mit Babydecken, Mulltüchern, Lätzchen und Geschirr begonnen. Little Chums ist von Jahr zu Jahr größer geworden und bietet mittlerweile Geschirr aus Porzellan und Silikon, Tisch-Accessoires ganz aus Silikon oder aus Bambusholz und Silikon, Thermobehälter, Spieluhren, Schnullerketten, Greiflinge und Schnuffeltücher. Alle Produkte ziehen tierisch charmant sämtliche Blicke auf sich und lassen sich vielfältig kombinieren und beliebig arrangieren.

Was sind für Lässig die besonderen Herausforderungen im Corona-Zeitalter?

Stefan Lässig: Wir haben von Anfang an erforderliche Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter ergriffen. Das hat sich bisher bewährt. Zusätzlich wurde eine räumliche Trennung von Mitarbeitern im Büro und ein Schichtbetrieb im Lager organisiert. Wir haben viele Wochen lang größtenteils aus dem Homeoffice gearbeitet und sind für unsere Kunden aber wie gewohnt erreichbar geblieben. Seit Anfang Juni ist im Büro ein Stück „vorsichtige Normalität“ eingekehrt. Wir halten alle den Sicherheitsabstand sowie natürlich die notwendigen Hygienemaßnahmen ein. Homeoffice und Schichtbetrieb-Arbeitsmodelle bestehen außerdem weiterhin.

Gibt es so etwas wie Erkenntnisgewinne aus der Pandemie?

Claudia Lässig: Die Corona-Krise hat uns ermutigt, neue Wege einzuschlagen und unsere Konzepte neu zu überdenken. Nie zuvor zeigte sich die Notwendigkeit digitaler Lösungen deutlicher als in den vergangenen Monaten. Wir nehmen die neuen Herausforderungen auch als Chancen an und entdecken sehr viele Möglichkeiten.

Was heißt das konkret?

Stefan Lässig: Wir planen zum Beispiel unsere Teamevents und Kollektionspräsentationen digital, da viele Messen leider abgesagt wurden. Die digitale Kommunikation hat verstärkt Einzug in unseren Arbeitsalltag gefunden, sie spielt jetzt eine essenzielle Rolle. Wir zeigen mehr Gesicht hinter Lässig. Wir wollen authentisch, ehrlich, kundennah sein. Gerade das zählt im Moment. Dies setzen wir mehr denn je auf allen Kommunikationswegen und vor allem auf unseren Social-Media-Kanälen um.

Eine Frage noch zum Lässig-Ursprung: der Wickeltasche. Die wird, wie in Ihren Showroom zu sehen, immer öfter auf den Rücken getragen.

Claudia Lässig: Ja, der Wickelrucksack ist die neue Wickeltasche und ist der moderne Begleiter vieler Eltern, die die Kombination aus Sportlichkeit, Funktionalität und Style schätzen. Abgesehen von seiner bequemen Tragefunktion lässt sich der Wickelrucksack von beiden Elternteilen tragen. Es macht ihn multifunktional und im Alltag für Mütter und Väter jederzeit einsatzbereit.

Das Gespräch führte Norman Körtge.

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