Kontakt mit Firmen intensivieren

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Unternehmer und Künstler aus Babenhausen tauschten sich beim Neujahrsempfang der Wirtschaftsförderung aus.

Babenhausen - Wenn von „Sternstunden für Unternehmer“ die Rede ist oder der Beginn der Veranstaltung auf englisch mit „get together“ (zusammenkommen) angekündigt wird, dann macht dies neugierig und verheißt Großes. Von Michael Just

Doch in diesem Fall stecken nicht nur vielversprechende Formulierungen dahinter. Die städtischen Wirtschaftsförderung um Sylvia Kloetzel ist alles andere als untätig. Das bewies der Fachbereich erneut am Donnerstagabend: Zum ersten Mal wurde ein Neujahrsempfang im Rathaus initiiert.

Eingeladen waren nicht nur die Unternehmer der Stadt, sondern auch deren Künstler. Am Eingang gab es für die insgesamt 45 Gäste (60 Einladungen gingen insgesamt raus) gleich ein Namensschildchen auf die Abendgarderobe: „Das erleichtert das Ansprechen und das Kennenlernen. Das ist wichtig, wir wollen schließlich Geschäftskontakte und Netzwerke fördern“, erklärte Kloetzel. Wie sie hinterher schickte, sei der Neujahrsempfang auch ein Resultat des Gewerbe-Monitorings, bei dem die Stadt in diesem Jahr wissen wollte, wie zufrieden das lokale Gewerbe mit dem Standort Babenhausen ist. Dabei kam heraus, dass nicht alle die Wirtschaftsförderung und den Namen Sylvia Kloetzel einordnen können. Daraus zog man die Schlussfolgerung: „Wir müssen noch bekannter werden.“

„Wir sind eine Stadt im Aufbruch“

„Wir sind eine Stadt im Aufbruch, die gerade das Wir-Gefühl entdeckt“, formulierte Bürgermeisterin Gabi Coutandin in ihrer Eröffnungsrede. Diesen Satz galt es mehr denn je als Devise zu verstehen. Rathaus und Unternehmer sieht sie unweigerlich in einem Boot, denn beide hätten die Absicht, den Wirtschaftsstandort zu stärken. „Wir wollen mit ihnen Geld verdienen und sie mit uns“, ergänzte Coutandin und hob damit ohne Umschweife einen wesentlichen Punkt hervor. Nach den Begrüßungen folgte der Höhepunkt des Abends: Sechs Impuls-Referate von Wirtschaftsexperten der Region. Die aktuellen und interessanten Themen zeigten Zukunftstrends, mögliche Marketing-Kooperationen, die Nutzung von Podcasts oder die ultimative Formel für Verkaufserfolge. Einen ungewöhnlichen Ansatz hatte Peter Hupke: Er beleuchtete mit seinem „Perfektionismus für Fortgeschrittene“, wie man unzufrieden, hektisch und genervt im Alltag bleibt. Um Langeweile vorzubeugen hatte jeder Referent exakt zehn Minuten Zeit. Das bedeutete kurze, prägnante Informationen, die durch die Anzeige mit einer Eieruhr noch ein unterhaltendes Element bekamen.

Für die meisten Gäste des Abends macht die Wirtschaftsförderung derzeit eine gute und vielversprechende Arbeit. Michaela Blank vom Senioren Service Blank lobte vor allem den Unternehmer-Stammtisch, bei dem sie bisher nur einmal fehlte: „Man lernt die Kollegen kennen und bespricht ehrlich die Dinge, die bewegen und betreffen.“ Neben dem Austausch und Tipps hat sich für Blank sogar schon eine Freundschaft zu einer anderen Unternehmerin ergeben.

Der Stammtisch mit rund 15 Teilnehmern

„Der Stammtisch läuft jedes Mal mit rund 15 Teilnehmern ganz gut“, bestätigt Sylvia Kloetzel mit Blick auf die Veranstaltung, die jeden ersten Donnerstag im Monat angesetzt ist. Zum Teil würden bei diesen Terminen sogar Aufträge untereinander vergeben. Auch über das Unternehmer-Frühstück, das drei bis viermal im Jahr stattfindet, kann sie nicht klagen. „Beim ELB-Schliff-Termin waren 60 Leute dabei“, erzählt sie. Für 2012 will sie die direkten Besuche in den Unternehmen ausbauen. Das bringe die meiste Erkenntnis. Der Fachkräftemangel soll dabei eines der zentralen Themen sein. Insgesamt will Kloetzel die Arbeit der Wirtschaftsförderung zukünftig noch professioneller gestalten und profilieren: Angedacht ist unter anderem ein Flyer, den es bei einer Gewerbeneuanmeldung gibt und der über die städtischen Leistungs- und Unterstützungsmöglichkeiten informiert.

Der Neujahrsempfang der Wirtschaftsförderung wurde seinem Anspruch gerecht, Forum für Kontakte und Informationen zu sein. Dazu vermittelte er Aufbruchstimmung. Dem Zitat von Sylvia Kloetzel, das sie von dem amerikanischen Autoindustriellen Henry Ford entlieh, war in Bezug auf den Antrieb für 2012, den sie selbst in die Waagschale wirft und den sie sich gleichermaßen von den Unternehmern erhofft, nichts mehr hinzuzufügen: „Es hängt von dir selbst ab, ob du das neue Jahr als Bremse oder als Motor siehst.“

Quelle: op-online.de

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