Wohlfühlen mit der „Atemblume“

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„Sich öffnen wie eine Blume, Kraft sammeln und im Frühling wachsen“: die Teilnehmer des Aktionstags 60 plus.

Harreshausen ‐ Die rund 150 älteren Frauen und Männer in der Harreshäuser Mehrzweckhalle „öffnen sich wie eine Blume, sammeln im Winter Kraft und wachsen im Frühling“. Mit langsamen Bewegungen führen sie die „Atemblume“ genannte Übung aus. Von Petra Grimm

„Jetzt öffnet sich die Knospe wieder“, ruft ihnen Qi Gong-Lehrerin Iris Hofmann aus Langen zu und führt ihre Arme vor dem Körper wieder bis über den Kopf nach oben. Sie zeigte den Teilnehmern des 18. Aktionstages 60 Plus, zu dem der Sportkreis Dieburg jedes Jahr gemeinsam mit einem seiner Vereine einlädt, beim Mitmachprogramm einige Übungen dieser fernöstlichen Gymnastik, die den kunstvollen Umgang mit der Lebensenergie Qi beinhaltet. Die Wirkung von Qi Gong erschließt sich beim Ausführen der Übungen, die Atem, Vorstellungskraft und einfache Bewegungen verknüpfen.

„Qi Gong ist 1980 aus China zu uns gekommen und beruht wie die Akupunktur auf den Meridianen, also den Energiebahnen des Körpers. Es ist kein Hokuspokus und wird inzwischen auch in Reha-Kliniken angewandt. Es hilft, die Harmonie im eigenen Körper herzustellen, ruhiger zu werden“, erklärte Iris Hofmann, die Qi Gong selbst 1988 als Übungsleiterin für Herzsport kennen gelernt und eine zweijährige Ausbildung zur Qi Gong-Lehrerin gemacht hat. In den Kursen, die sie anbietet, tummeln sich keineswegs nur ältere Leute, erzählte sie: „Im Gegenteil, die Teilnehmer werden immer jünger. Aber ein Vorteil für ältere Leute ist, dass man die Übungen auch im Sitzen machen kann.“ Auch in der Harreshäuser Halle sieht man ältere Frauen auf ihrem Stuhl sitzend mitmachen. „Der Kopf wird bei einigen Übungen sehr gefordert, denn der eine Arm macht oft etwas anderes als der andere. Man kann dann an nichts anderes denken, als an die Übung und den Alltag dabei vergessen“, erklärte die Referentin.

Über die gute Resonanz auf die Einladung freute sich Kornelia Omet aus Babenhausen, die Seniorenbeauftragte des Sportkreises, die die öffentliche Veranstaltung leitete. „Dieser Nachmittag soll auch ältere Menschen ansprechen, die bisher keinem Sportverein angehören und ihnen zeigen, wie viel Spaß und Freude das gemeinsame Bewegen machen kann, und damit motivieren, sich regelmäßig gemeinsam mit anderen in unseren Vereinsgruppen zu treffen“, sagte Kornelia Omet. Bevor das Mitmachprogramm unter dem Motto „Qi Gong zum Wohlfühlen“ startete, zeigte eine Jugendgruppe des TSV Harreshausen ihr Können auf Wave-Boards, auf denen sie während des Fahrens auch noch Teller auf langen Stäben drehten. Grußworte überbrachten Bürgermeisterin Gabi Coutandin, Landrat Klaus Peter Schellhaas und Christiane Gräf vom Vorstand des TSV Harreshausen, der die Großveranstaltung ausrichtete. „Wer heute nachhause geht und nicht genug Kuchen gegessen und Kaffee getrunken hat, ist selbst schuld“, sagte Christiane Gräf zu den Senioren, denn die Helfer vom TSV hatten ein leckeres Kuchenbüfett für die gesellige Runde zum Abschluss vorbereitet. Organisiert wird die Sportkreis-Veranstaltung von einem Arbeitskreis, zu dem das Planungsteam des TV Heubach und aktive Übungsleiterinnen der Seniorensportgruppen aus zehn Turnvereinen gehören.

Die Veranstaltungsbesucher, die älteste Frau war eine 92-jährige Heubacherin und der älteste Mann ein 85-jähriger Münsterer, kamen aus dem ganzen Altkreis Dieburg. Dieses Zusammentreffen mit Turnern aus der ganzen Umgebung, mit „Leuten, die man von früher noch kennt, aber nicht mehr oft sieht“, war neben dem gemeinsamen Sportprogramm für viele ein Grund zu kommen, wie sie im Gespräch sagten. Aus manchen Vereinen, wie dem TVB, waren gleich mehrere Seniorensportgruppen angereist. Erich Pohl aus Hergershausen war einer der wenigen Männer, die teilnahmen. Der 72-Jährige ist Übungsleiter der „Jedermänner“ des TVH und würde Qi Gong-Übungen gerne in das Übungsprogramm der Männersportgruppe einbauen.

Quelle: op-online.de

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