Wer wütend ist, muss das zeigen

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Eine „andere Generation“ von OSB-Schülern interpretiert ein vor 19 Jahren selbst geschriebenes Theaterstück neu. Für das Theaterstück „Das Netz der Zeit“ nahmen die Schüler jetzt die Proben auf.

Babenhausen - Gar nicht so einfach, auf einer Bühne vor Publikum Gefühle darzustellen. „Du darfst in dieser Szene nicht lächeln, du bist doch wütend auf deinen Freund. Von Petra Grimm 

Das musst du auch zeigen“, ruft die Lehrerin Barbara Bernhard der jungen Schauspielerin auf der Stadthallenbühne zu. „Und auch die Körpersprache ist wichtig. Ein wütender Mensch steht nicht mit überkreuzten Beinen da. Er steht mit beiden Beinen fest auf dem Boden“, ergänzt Musiklehrerin Sigrid Borchert, springt vom Klavierhocker auf und stürmt in die Szene, um der noch etwas unsicheren Hauptdarstellerin zu zeigen, wie ein Mensch, der richtig sauer ist, sich vor seinem Gegenüber aufbaut.

Die Schüler der Offenen Schule arbeiten seit Anfang des Schuljahres an einer Musicalaufführung. Am Sonntag war für einen Teil der Akteure die erste Probe auf der Bühne in der Stadthalle, wo sich am 14. und 15. Juni jeweils um 17 Uhr der Vorhang für das Musical „Das Netz der Zeit“ öffnen wird. Das Besondere an diesem Stück ist, dass es bereits vor 19 Jahren entstanden ist, wie Sigrid Borchert erzählt: „Im Schuljahr 1994/95 bildete sich eine Projektgruppe des Jahrgangs 10, die ein Musical selbst schreiben wollte. Texte schreiben, Musik komponieren, Tänze einstudieren, Bühnenbild gestalten, all diese Aufgaben wurden von verschiedenen Arbeitsgruppen übernommen. Im Frühling 1995 wurde das Musical zweimal mit Erfolg in der Halle in Hergershausen aufgeführt. Im September ´95 erhielt die Gruppe die Chance, „Das Netz der Zeit“ noch einmal auf der Werkstattbühne des Staatstheaters Darmstadt zu zeigen“.

Aufwändiges Bühnenbild

An diesen Erfolg will eine neue Schülergeneration, wie damals unter der Leitung der engagierten Musikpädagogin, jetzt anknüpfen. Bisher haben die Schauspieler aus den neunten Klassen unter der Leitung von Barbara Bernhard, die beteiligten Tänzer aus dem achten Jahrgang, die von Isabel Fuhr trainiert werden, die Band und der Chor immer getrennt geprobt.

„Jetzt ist die Herausforderung, alle Beteiligten zusammenzuführen und die Abläufe zu koordinieren. Alle Gruppen inklusive der Tontechnik werden nur einmal vor den Aufführungen in der Stadthalle gemeinsam üben können, nämlich bei der Generalprobe“, sagt Borchert. Bei zwei gemeinsamen Probentagen auf der Burg Breuberg kamen die Akteure aus den verschiedenen Jahrgängen zum ersten Mal zusammen.

Auch ein aufwändiges Bühnenbild wird von den Schülern selbst gestaltet. Dafür haben einige Neuntklässler mit Hilfe von Dieter Kointza die Gestelle gebaut. Schüler des achten Jahrgangs haben dann, unterstützt von Eileen Scholz, die verschiedenen Bühnenbilder entworfen und gemalt.

Moderne Inszenierung

Erzählt wird im „Netz der Zeit“ die Geschichte eines Mädchens aus den zwanziger Jahren, das nach einem Streit mit seinem Freund und mit Hilfe der Zauberkraft eines Amuletts in verschiedene Epochen in der Zukunft reist. Dort trifft sie immer wieder ihren Freund, der sie jedoch nicht erkennt. Sie erfährt bei dieser Reise, welche Probleme die Jugendlichen in der jeweiligen Zeit haben.

„Bei der ersten Aufführung vor 19 Jahren war vieles anders. Es gab damals keinen Schulchor und es war eine ganz andere Schülergeneration. Wir haben zur Aktualisierung jetzt eine Szene ergänzt, die die heutige Zeit mit der veränderten Kommunikation durch die Handys zeigt“, sagt Borchert, die bei der Arbeit mit dem Chor, in dem alle Jahrgänge mitsingen, von Konstanze Haag unterstützt wird. Sie wird den Chor auch bei der Aufführung dirigieren, da Sigrid Borchert Klavier spielt.

Eintrittskarten für das zweistündige Musical gibt es ab nächster Woche im Vorverkauf in der Cafeteria der Schule und in der Buchhandlung Auslese. Erwachsene zahlen 15, Kinder und Jugendliche zehn Euro.

Quelle: op-online.de

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