Wunschkandidat ins Amt gehoben

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Groß war die Freude bei den Mitgliedern des Heimat- und Geschichtsvereins bei ihrer Jahreshauptversammlung: Mit Reinhard Rupprecht wurde die Stelle des ersten Vorsitzenden nach siebenmonatiger Vakanz wieder besetzt. Unser Bild zeigt von links Georg Wittenberger, Walther Fehrensen, Reinhard Rupprecht, Ine Reichart und Ernst Schnatze.

Babenhausen ‐ Rund sieben Monate stand der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) ohne einen ersten Vorsitzenden da, jetzt ist die Lücke gefüllt: Reinhard Rupprecht, der ehemalige Babenhäuser Bürgermeister, steht fortan dem rund 400 Mitglieder umfassenden Verein vor. Von Michael Just

Das ergab die Nachwahl bei der jüngsten Jahreshauptversammlung.

Rupprecht folgt auf Dr. Klaus Lötzsch, der im August 2010 überraschend gestorben war und mit dessen Tod der HGV nicht nur seinen langjährigen Vorsitzenden verlor, der seit 1986 das Zepter in der Hand hatte, sondern auch eine Galionsfigur, die wie kaum ein anderer für Geschichtsinteresse sowie die Ziele des Vereins stand. Der Wehmut über den Verlust des Babenhäuser „Kulturpapstes“ und die unbefriedigende Situation eines nicht kompletten Vorstandes waren in den letzten Wochen der verbliebenen Heimatvereins-Spitze immer wieder im Antlitz abzulesen.

Mit viel Engagement meisterte die zweite Vorsitzende, Ine Reichart, die Herausforderungen um das vielfältige Jahresprogramm und konnte sich dabei der vollen Unterstützung von Schriftführer Georg Wittenberger und Rechner Ernst Schnatze zu jeder Zeit gewiss sein. Zwar wurden einige Vorträge abgesagt, dafür steckte man eine enorme Energie in die Cellba-Puppenausstellung und zwei damit verbundenen Publikationen. Der Erfolg der Schau mit 3 000 Besuchern gab den HGV-Vorkämpfern recht.

Schon vor der Jahreshauptversammlung war klar, dass keines der anderen Vorstandsmitglieder das Amt von Lötzsch übernehmen und damit „aufrücken“ wollte. „Wir möchten alle unserer Ämter behalten. Außerdem sind wir bis nächstes Jahr gewählt“, so Reichart.

Ein neuer Mann im wichtigsten Vereinsamt musste also gefunden werden - und die Mitglieder fanden ihn. Reinhard Rupprecht wurde als einziger Bewerber vorgeschlagen und mit breitem Konsens gewählt. „Er ist unser Wunschkandidat“, hatte Georg Wittenberger vor der Wahl bekräftigt und damit angedeutet, dass der verbliebene Vorstand sich schon im Vorfeld Gedanken über die Besetzung des Amtes gemacht hatte um das Risiko zu vermeiden, dass die Stelle auch nach der Versammlung eventuell noch vakant ist.

„Ein Vorsitzender kann nur so gut sein, wie ihn die Mitglieder und der Vorstand unterstützen“, sagte Rupprecht bei seinen Dankesworten für die Wahl und ergänzte, dass man an das hohe, „universale“ Level, das Lötzsch gesetzt habe, nur im Team herankommen könne. Deshalb lud er jeden ein, ihn mit Rat und Tat zu unterstützen. Obwohl der gebürtige Darmstädter, Jahrgang 1947, seit mehr als 15 Jahren Mitglied des HGV ist und auch schon Beisitzer war, führte er an, dass er in gewisser Weise Neuland betrete. Seine Stärken sieht er weniger in der konkreten Tiefenforschung als in der Organisation. „Vor allem beim neuen Heimatmuseum mit der Aumann-Stiftung erwarte ich die größten Herausforderungen“, so Rupprecht. Die vielfältigen Hoffnungen der HGV-Mitglieder an ihren neuen Vorsitzenden vereinen sich vor allem bei dessen vielfältigen Kontakten.

Mit dem Nachfolger von Klaus Lötzsch machte sich Erleichterung in den Gesichtern des restlichen Vorstands breit. Wie Wittenberger sagte, war man sich nach dem unerwarteten Tod des Sickenhöfers sofort klar, dass es weitergehen muss. Dies alleine schon deshalb, um das stete Ziel von Lötzsch nach einem eigenen Heimatmuseum, das vor 31 Jahren auch die Grundlage der Gründung des HGV war, in seinem Sinne fortzuführen. Laut dem Schriftführer vermissen die meisten HGV-Mitglieder Lötzsch noch immer. Das treffe auch auf ihn selbst zu, vor allem wenn es um einen Ratschlag gehe.

Wittenberger: „Manchmal glaube ich, er steht immer noch neben mir und ich will ihn etwas fragen. Das wird wohl auch noch ne` ganze Zeit so bleiben.“

Quelle: op-online.de

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