Von Yoga über Fußpflege zur Meditation

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Fitness-Lehrerin Claudia Nobari misst den Puls von Herbert Polak.

Schaafheim - „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit tut, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“ Mit diesen Worten von Sebastian Kneipp richtete sich Christina Ziembinski, Veranstalterin neben Thomas Draxler, zur Eröffnung der „1.Schaafheimer Gesundheitstage“ an die Besucher. Von Katrin Görg

An den Ständen von Yoga über Fußpflege bis hin zu einer laufenden Wii-Konsole einer Krankenkasse fanden die Besucher viele Möglichkeiten, sich aktiv zu beteiligen sowie eine Menge Anregungen zum Thema Gesundheit und Prävention. So hat Herbert Polak (52) aus Schaafheim beim „Strenflex“-Test das goldene Fitnessabzeichen geholt. „Das ist doch altersgerecht. Ab 50-plus muss man Gold machen“, scherzte er. In der Tat hatte am Samstag eine 70-jährige Frau ebenfalls Gold geholt, wie die berufliche Lehrerin für Fitness, Claudia Nobari (43), berichtete: „Sie hat alle Übungen korrekt ausgeführt und nicht einmal die Liegestützen für ältere Menschen gemacht - sondern die richtigen.“ Beim „Strenflex“-Test werden Beweglichkeit, Ausdauer und Kraft auf einfache Art und Weise getestet. Um Gold zu erreichen sollte man in der Lage sein, drei Minuten am Stepper durchzuhalten, zehn Klimmzüge, 30 Liegestütze und zwei Mal 40 Bauchübungen zu absolvieren. Zudem wird die Vorbeuge vorausgesetzt.

Gerhard Schulz ist in das „Back-Check“-Gerät eingespannt. So wird das Verhältnis von Bauch- zur Rückenmuskulatur überprüft.

Seine Kräfte konnte man mit Hilfe des „Back-Check“-Gerätes messen. Gerhard Schulz (46) aus Großostheim ließ sich in die Maschine einspannen, die das Verhältnis seiner Bauch- und Rückenmuskulatur überprüfte. Fertig im Gerät festgemacht, konnte er nur noch seinen Oberkörper vor und zurück bewegen. Beim Drücken mit dem Bauch gegen das vor ihm ausgerichtete Polster stellte die Maschine die Stärke seiner Bauchmuskulatur fest. Genauso wurde seine Rückenmuskulatur gemessen, indem er mit dem Rücken gegen ein Polster hinter ihm drückte. Testleiterin Sabina Beckert: „Das ideale Verhältnis beim Mann entspricht 100 Prozent Bauchmuskulatur zu 130 Prozent Rückenmuskulatur. Bei der Frau sind es 100 zu 150 Prozent. Dann gibt es zum Beispiel keine Probleme bei schwerem Heben.“ Oft sei die Verteilung der Muskulatur zu unterschiedlich. So fehle es bei Untrainierten oft an Bauchmuskulatur. „Viel-Trainierende dagegen, legen eher mehr Wert auf die Stärkung der Muskeln im Bauchbereich und vernachlässigen dabei ihren Rücken. Denn die Bauchmuskeln sieht man eben einfach besser“, wie Beckert weiter erklärte.

Am Samstagabend wurden parallel ein ökumenischer Gottesdienst und eine Zen-Meditation angeboten. „Zu beachten ist auch das geistige und soziale Wohlbefinden. Es ist ganz wichtig, dass es nicht immer nur darum geht, ob die Wirbelsäule funktioniert“, meinte Heilpraktikerin Christina Ziembinski, die die Meditation leitete. Die Zen-Meditation kommt aus dem Buddhismus, ist aber nicht an eine spezielle Religion gebunden. Im Programmheft der Gesundheitstage heißt es, dass beim „Zazen“ die wahre Mitte und das wahre Wesen des Menschen erkannt werden soll. Das „Zazen“ ist eine Übung des Loslassens aller Gedanken, die im aufrechten Sitz praktiziert wird.

Der ökumenische Gottesdienst mit dem evangelischen Pfarrer Stefan Hucke und dem katholischen Pfarrer Bruno Schalk, stand unter der Überschrift „Heile mich, Gott, so werde ich heil“. In der Predigt wurde das Thema „Heilung für Leib und Seele“ behandelt.

Die Schirmherrschaft für die Gesundheitstage übernahmen der Schaafheimer Bürgermeister Reinhold Hehmann und Silke Lautenschläger, hessische Sozialministerin und Ministerin für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Lautenschläger sagte: „Die Gesundheitstage sind eine gute Sache. Denn Info ist im Bereich Gesundheit schlichtweg alles.“ Bürgermeister Hehmann sieht dies ähnlich. Er meinte: „Eine gute Idee, denn gesund zu bleiben, ist ja jedermanns Anliegen. Es ist toll, hier so viele Aussteller und Vorträge zu haben, die Hilfestellungen geben.“

Wie Heilpraktiker Thomas Draxler mitteilte, gab es für die Standplätze und Vortragszeiten weit mehr Anfragen als an dem Wochenende in der Schaafheimer Kulturhalle untergebracht werden konnten. Schließlich waren es 23 Aussteller und 18 Vorträge, die sich die Besucher anschauen konnten.

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