Im Zickzack hinter der Attrappe

+
Sie sind schlank und haben hohe Läufe: Windhunde begaben sich jetzt in Babenhausen auf die Strecke. Die Besitzer mussten ihre schnellen und lauffreudigen Tiere vor dem Start gut festhalten.

Babenhausen ‐ Sie gehören zu den schnellsten Landtieren der Welt. Und wer die Windhunde jetzt beim „Coursing“ auf einem Babenhäuser Feld beobachtete, zweifelt daran keine Minute. Von Petra Grimm

Der Club für Windhundrennen Frankfurt (CWF) mit Sitz in Offenbach hatte neben dem Gelände des Reit- und Fahrvereins eine Rennstrecke abgesteckt und zum zweitägigen Coursing, bei dem das Jagdverhalten der Tiere bewertet wird, eingeladen. Bereits am Samstag standen 126 Starter auf der Liste, auch aus anderen europäischen Ländern. „Den Hunden machen diese Rennen richtig Spaß, die brauchen das“, sagte Brigitte Schmitt-Faust, Mitglied des CWF und früher viele Jahre Züchterin der hochläufigen, schlanken Hetzhunde, die ihre Beute auf Sicht jagen. Unter die Bezeichnung Windhunde fallen zahlreiche Rassen, die sich rein optisch, durch ihr Haarkleid oder ihre Größe stark unterscheiden. Zu den bekanntesten zählen die Afghanen oder die englischen Greyhounds.

„Die Laufstrecke ist beim Coursing etwa 800 Meter und es geht nicht nur um Schnelligkeit. Die Hunde müssen auch reaktionsfähig sein, denn sie jagen mit dem Auge und nicht nach Geruch“, erklärte Schmitt-Faust und zeigte auf die Richter, die am Start und in der Mitte des Feldes stehen, um die Hunde zu bewerten.

Lauffreudige Tiere waren kaum zu halten

Tierschutz wird bei den Coursings, die sich den Jagdtrieb der Hunde zunutze machen, groß geschrieben. Es geht nicht darum, ein gutes Geschäft daraus zu machen. „Wetten sind bei Hunderennen in Deutschland, anders als beispielsweise in England, verboten“, sagte die ehemalige Züchterin. Die Tiere müssen für die Rennen eine Lizenz haben, dürfen nicht jünger als 18 Monate und nur maximal acht Jahre alt sein.

Die lauffreudigen Tiere waren von ihren Besitzern am Start kaum zu halten. Immer zu zweit verfolgten die Hunde querfeldein und im Zickzack-Kurs die Hasenattrappe, die aus einem Flatterband besteht, das über Rollen gezogen wird. Es gibt zwei Durchgänge. „Beim Rennen auf einer befestigten Bahn, die in der Regel nur 480 Meter lang ist, starten bis zu sechs Hunde gleichzeitig aus Startboxen. Hier ist der Start aus der Hand und es laufen nur zwei Hunde gegeneinander“, erklärte Brigitte Schmitt-Faust, die selbst vier persische Windhunde, Salukis, besitzt und mit einigen Vorurteilen aufräumt: „Diese Hunde sind eigentlich extrem robust.

Sie sind heute sehr viel wesensfester gezüchtet als in früheren Jahren und gut in der Familie und im Haus zu halten“, sagte sie und erzählte, dass man sich als Besitzer von Windhunden bei Spaziergängen nicht selten böse Bemerkungen anhören muss. „Geben sie ihrem Hund doch mal was zu essen“ oder auch: „Das gehört angezeigt!“ hätten ihr die Leute schon zugerufen, erzählt die Hundefreundin kopfschüttelnd.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare