Verkehrsberuhigte Altstadt: Für Zielverkehr in der Bummelgass´

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In die Bummelgass´ reinfahren, um kleinere Geschäfte zu tätigen? Der Gewerbeverein würde diese Regelung begrüßen.

Babenhausen - Sollen die Autos hineinfahren dürfen? Oder wäre es besser, die Bummelgass´ wieder zur reinen Fußgängerzone zu erklären? Auf der Ebene der Lokalpolitik werden die Fragen debattiert, jetzt hat sich auch der Gewerbeverein zu Wort gemeldet. Von Stefan Scharkopf

In einer früheren Stadtverordnetenversammlung stand ein Antrag zur Abstimmung, die Fahrstraße wird wieder ab der Gersprenzbrücke bis zur Einmündung Sackgasse für den Durchgangsverkehr zu sperren. Freie Zufahrt sollten demnach nur die Anwohner der Bummelgasse sowie die Zulieferer der Geschäfte und Betriebe im Bereich der Fahrstraße erhalten.

Der Gewerbeverein hatte rechtzeitig um Aussetzung des Beschlusses gebeten verbunden mit der Zusage, das Thema aus Sicht der Gewerbetreibenden zu durchdenken und umfassend zu bearbeiten. Der Antrag wurde zurückgestellt und in den Ausschuss für Bau und Verkehr zur Behandlung verwiesen. Der Gewerbeverein hat danach mit den Babenhäuser Firmen in dem betreffenden Abschnitt der Fahrstraße den Sachverhalt diskutiert. Am Mittwoch (26.) ist die Bummelgass´ Thema im Bauausschuss.

Regelung des „Verkehrsberuhigten Bereichs“ eingeführt

Nach dem Umbau der Altstadt wurde für die gesamte Altstadt – auch für den Geschäftsbereich der Bummelgass´ die Regelung des „Verkehrsberuhigten Bereichs“ eingeführt. „Diese Regelung wurde und wird von den Geschäftsleuten begrüßt und gewünscht“, so Gewerbevereinsvorsitzender Kurt Schlösser. Die Fahrstraße sei – wenn sie es denn überhaupt gewesen ist - längst keine Fußgängerzone mehr. Hierfür sei die Anzahl der Geschäfte viel zu gering. Diese würde bei einem erneuten Einfahrtsverbot noch weiter abnehmen, argumentiert Schlösser und zitiert den früheren Obsthändler Joachim Stoffel: „Ich hätte mein Geschäft heute noch, wenn damals Autos hätten hineinfahren dürfen.“

Auch müsse bedacht werden, dass viele Kunden zunächst einmal grundsätzlich bis vor das Geschäft fahren wollten. Dies habe oft gute Gründe, etwa Kurzeinkäufe bei Apotheke, Bäcker, Metzger, Florist etc.. Auch würden die Kunden älter oder es seien schwere Lasten zu tragen oder sie möchten dies einfach nur, weil sie diesen Vorteil bei den Märkten auf der grünen Wiese geboten bekämen. Die Fahrstraße werde also nicht als Durchfahrtsstraße, sondern nur für den Zielverkehr benutzt, nämlich zur Erreichung von Zielen innerhalb des Bereichs.

„Kunden Vorteile und den Geschäften Kunden bringt“

Schlösser: „Das heißt also, dass diese Regelung den Kunden Vorteile und den Geschäften Kunden bringt, auf die sie dringend angewiesen sind. Wer erinnert sich nicht an die Baustellenzeit in der Bummelgass´, als die Geschäfte selbst zu Fuß von den Kunden nur schlecht erreicht werden konnten?“ Grundsätzlich werde von denen, die es täglich beobachten können, ausgesagt, dass die Verkehrsdichte insgesamt nicht sehr hoch und auch nicht störend sei.

Was allerdings sehr störe und auch von allen Geschäftsleuten stark bemängelt werde, sei das Verhalten einiger Fahrzeugführer. Diese hielten sich nicht an die Vorschriften, die im „verkehrsberuhigten Bereich“ gelten. Vor allem nicht an das Gebot der Schrittgeschwindigkeit, das heißt: 3 bis 7 km/h.

Allerdings werde das dazugehörige Schild häufig fälschlicherweise als „Spielstraße“ interpretiert, was nicht zur Bestimmung dieser Straße passt, denn sie sei nun mal kein reiner Wohnbereich.

Zulässige Höchstgeschwindigkeit 10km/h

Statt 20 sol Tempo 10 gefahren werden.

Der Gewerbeverein hat sich bei anderen Gemeinden umgesehen und festgestellt, dass die Probleme hier oft ähnlich seien. Man habe vor allem aus der Tatsache, dass offenbar Unwissen über die geforderte Fahrgeschwindigkeit herrsche, die Konsequenz gezogen und den sogenannten „verkehrsberuhigten Geschäftsbereich“ mit dem entsprechenden Zeichen 274 (§42STVO) und einem Hinweis eingeführt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit zu diesem Schild könne entsprechend der Nutzung der Straße ausgewählt werden. Vorschlag der Gewerbetreibenden wäre: 10 km/h.

Der Vorteil bei dieser Beschilderung sei, dass klar und deutlich zu erkennen ist, welche Höchstgeschwindigkeit gemeint ist. Ein weiterer wichtiger Punkt: „Keine Vorschrift taugt etwas, wenn die Nichtbefolgung nicht geahndet wird. Hier ist die Verwaltung gefordert. Die Einhaltung der Vorschrift muss – vor allem nach der Einführung - streng überwacht werden“, so Schlösser.

Quelle: op-online.de

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