Evangelischer Posaunenchor auf Bio-Hof

Zum 90. ein zünftiges Blütenfest

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Die Langstädter Musiker waren bei den Diensten eingebunden, wie oben auf dem Bild am Grill zu sehen, sodass der befreundete Musikzug aus Vallstedt bei Braunschweig (rechts) für den richtigen Schwung beim Apfelblütenfest sorgte.

Langstadt -  Volksfestcharakter hatte das Apfelblütenfest, mit dem der evangelische Posaunenchor Langstadt sein 90jähriges Bestehen feierte. Von Petra Grimm 

Die gesellige Veranstaltung mit Live-Musik auf dem Bio-Hof Wolff wurde von zahllose Gästen geradezu gestürmt und war eine gelungene Premiere.

Idyllisch an der Straße zwischen Langstadt und Schlierbach gelegen, war die Straßenmühle ein Magnet für Ausflügler und viele Langstädter, die mit ihrem Posaunenchor sein 90-jähriges Bestehen feiern wollten. Bio-Bauer Burkard Wolff hatte den Musikern sein Anwesen für die Großveranstaltung zur Verfügung gestellt.

Der befreundete Musikzug aus Vallstedt bei Braunschweig sorgte für Schwung bei der Party, denn die Musiker des Posaunenchores hatten alle Hände voll zu tun, für ihre Gäste zu grillen und Getränke auszuschenken. Mehr brauchte es nicht für ein gelungenes Fest, das im Vorfeld aber ordentlich Arbeit war. Bereits vier Tage vor dem Fest hatten die Aktiven mit dem Aufbau begonnen. Und auch die kleinste Kleinigkeit musste von den Veranstaltern herangekarrt werden.

„Das Apfelblütenfest soll auf jeden Fall eine feste Einrichtung in unserem Kalender werden. Vielleicht geben wir nächstes Jahr mal ein Konzert hier in der Straßenmühle“, sagte Markus Metzler, Pressewart des evangelischen Posaunenchors, der in seinem Jubiläumsjahr 32 Musiker im Alter von 14 bis 80 Jahren zählt und von Michael Schließmann dirigiert wird. Er übernahm 2001 den Dirigentenstab von Reinhard Keil, der den Chor 42 Jahre geleitet hatte.

Unter Keils Regie begann der Chor ab den 1960er Jahren neben der Kirchenmusik auch verstärkt weltliche Unterhaltungsmusik in sein Programm aufzunehmen. Das Instrumentenspektrum wurde damals um Klarinetten und Schlagzeug erweitert. Heute umfasst das Repertoire neben den geistlichen Stücken auch traditionelle Märsche, Polkas, Walzer, moderne Filmmusik und klassische Arrangements für Bläser.

Vorsitzender des Posaunenchors, ohne dessen musikalische Begleitung kein festlicher Gottesdienst oder größeres Fest im Stadtteil über die Bühne geht, ist Reiner Weilmünster. Auch in der Kernstadt, beispielsweise bei der Eröffnung des Ostermarktes oder auf der Bühne beim Weihnachtsmarkt, sind dessen Musiker seit Jahren gern gehörte Gäste.

Die Weichen für die Zukunft wurden bei der jüngsten Jahreshauptversammlung im April gestellt.„Da haben wir den Beschluss gefasst, ein eingetragener Verein zu werden, was verschiedene Vorteile für uns hat und uns zukunftsfähiger macht“, sagte Metzler. Der evangelischen Kirchengemeinde werden sie trotzdem eng verbunden bleiben und im Gotteshaus musizieren. Schließlich liegen hier ihre Wurzeln. Die Gründung im Jahr 1928 ging vom damaligen Pfarrer Georg Becker aus, wie in dem 2005 erschienen Buch „125 Jahre Evangelische Kirche Langstadt“ zu lesen ist. Als Gründungsmitglieder werden hier Johann Adam Arras, Wilhelm Blümler, Adam Breitwieser, Simon Koch und Ludwig Sehnert genannt. Weitere Musiker schlossen sich an. Sodass, dirigiert von Jakob Feller, an Pfingsten 1928 die Posaunen zum ersten Mal gemeinsam vom Langstädter Kirchturm erklangen. Die ersten Instrumente konnten durch eine Spende der Kirchengemeinde angeschafft werden, die den Chor auch in der Folge finanziell unterstützte. Durch seine engagierte Nachwuchsarbeit zählte der Chor teilweise bis zu 40 Musiker.

Nach wie vor ist die Nachwuchsarbeit das A und O für musizierende Vereine. Eine Kooperation mit der Markwaldschule in Form einer AG, bei der der Posaunenchor die Instrumente und den Dirigenten „zur Verfügung stellte“, läuft gerade aus. Auch wenn man die vergangenen Jahre stabil rund 30 Musiker im Chor hatte, sei eine Offensive und Neuausrichtung der Jugendarbeit geplant, sagte Metzler.

Das traditionelle Schulhoffest am letzten Juliwochenende steht auch im Jubiläumsjahr wieder auf dem Programm. Es beginnt am Freitag (27.) mit der zünftigen Afterwork Party. Am Sonntag (29.) soll dann den ganzen Tag mit viel Musik vom Posaunenchor und der Stimmungsband Atze & Friends gefeiert werden.

Quelle: op-online.de

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