Zufrieden ruht der Erlensee

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Beliebtes Motiv: Die schwarzen Schwäne auf den Teichen am Erlensee sind verblüffend echt wirkende Attrappen.

Hergershausen - Still ruhen die Gewässer am „Erlensee“. Nur zwei schwarze Schwäne scheinen durch die seichten Bewegungen der Teiche zu gleiten. Von Dezembertristesse und Einsamkeit herrscht im Anglerheim hingegen keine Spur. Von Ursula Friedrich

Hier treffen sich Sportler und Freunde, um den Jahresabschlussschoppen und zünftige Gastronomie zu genießen.

Kein Fisch, nein, hausmacher Wurstleckereien werden in geselliger Runde vom Vereinschef Michael Jaust höchstpersönlich serviert. „Wir haben auch an Neujahr geöffnet und sowieso jeden Sonntag“, lädt er ein und bringt den Gästen am Nachbartisch üppige Fleischwurst-ringe auf Sauerkraut – selbst gemacht, dank Vereinsmitglied und Metzgermeister Tobias Reuling.

„Wir haben ein ruhiges Jahr hinter uns“, plaudert der Vereinsvorsitzende des 1960 gegründeten Angelsportvereins Hergershausen. Und das ist gut so, denn im turbulenten Jubiläumsjahr 2010 hatten die Aktiven viel Energie gelassen.

200 Mitglieder zählt der Verein derzeit

200 Mitglieder zählt der Verein derzeit, 40 sind aktiv. Besonders stolz ist Michael Jaust auf eine engagierte Jugendgruppe von rund 30 jungen Menschen. Aber auch die Seniorenarbeit ist wichtig. Die Mitgliederpflege älterer Angler wird daher kontinuierlich bei monatlichen Treffen auf dem idyllischen Vereinsgelände betrieben.

Mit zünftiger Hausmannskost verwöhnen Edgar Trimpop und Michael Jaust (rechts) Besucher.

Die Angler geben sich bescheiden. Wer beim Jahresabschlusstrunk auf Prahlereien und Anglerlatein hofft, wartet vergebens. Allerdings ist die Geschichte um die schwarzen Schwäne zum „Running Gag“ mutiert. „Wir haben die Schwäne vor zwei, drei Jahren gekauft und in die Teiche gesetzt“, erzählt Michael Jaust. Häufig lägen seither Naturfotografen mit langen Teleobjektiven auf der Lauer, um die vermeintlichen Teichbewohner abzulichten. Doch: Die Vögel sind lediglich naturgetreu nachempfundene Kunststoffattrappen. Sie sollen unter anderem unbeliebte Besucher wie hungrige Kormoranschwärme abschrecken. Die gefiederten Fischliebhaber, die viele Angelgewässer heimsuchen und ordentlich um ihren Bestand erleichtern können, hätten sich jedoch in diesem Jahr nicht blicken lassen.

Zufriedenheit unter den Anglern

Überhaupt, es herrscht Zufriedenheit unter den Anglern, deren hartgesottensten Mitglieder selbst bei dieser Witterung mit der Angel losziehen. Einige Fischarten, wie der großgewachsene Wels, haben keine Schonzeit, der Zander ist hingegen ab Januar für Angler tabu. Die drei künstlich angelegten Teiche erfreuen sich guter Gesundheit, das Ökosystem funktioniert ohne menschliche Eingriffe. Auch die Gersprenz hat inzwischen Gewässergüte II, erzählt der Fachmann.

Das war nicht immer so, als Anrainerkommunen ihre Abwässer ungeklärt zuführten und 1966 sogar der gesamte Fischbestand in dieser Region vergiftet wurde. Doch dies ist Schnee von gestern. Kläranlagen in Münster, Dieburg und Groß-Zimmern haben den Genesungsprozess eingeleitet und wieder ein Leben ermöglicht. Unter anderem tummeln sich Döbel, Schleie, Bachforellen und sogar Hechte im Fließgewässer.

Ein ruhiges Anglerjahr geht zu Ende. Nach dem aufregenden Jubiläumsmarathon haben die Angler auf ruhigen Gewässern eingeschifft.

Nur die beiden Schwäne hält der seichte Wellengang der Teiche stetig in Bewegung, sodass die Angler ihren Schabernack mit ambitionierten Naturfotografen treiben können, die am idyllischen Gewässer auf Fotosafari gehen.

Quelle: op-online.de

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