Zukünftig 85 Euro pro Quadratmeter

Babenhausen - Nach der Entscheidung über den Kita-Standort und die Streichung der Osttangente hat die „Allianz“ in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten einen dritten Beschluss von Schwarz-Grün kassiert. Von Stefan Scharkopf

Hatten CDU und Grüne im vergangenen Jahr noch durchgesetzt, dass auch im Gewerbegebiet „Hinter der Altdörfer Kirche, Teil 2“ 100 Euro pro Quadratmeter Boden verlangt werden, haben SPD, FWB, FDP und „Bürger“ dieses Votum gekippt. Investoren müssen jetzt 85 Euro bezahlen, sparen also 15 Prozent. Als Begründung gab Bürgermeisterin Gabi Coutandin an, dass es sich bei dem Areal um ein Gebiet „aus der zweiten Reihe“ handele. Drei Interessenten warteten derzeit darauf, dort erweitern zu können. Der Stadt könne es nicht darum gehen, die klamme Kasse zu füllen und als Makler aufzutreten. Wer Arbeitsplätze, Branchenvielfalt, Gewerbe- und Einkommensteuer wolle, müsse eben Gewerbegelände verkaufen. Bei Erschließungskosten von 62,46 Euro inklusive Abwasserbeitrag blieben immer noch 22,54 Euro für die Stadt übrig.

Frank Ludwig Diehl (Grüne) warnte davor, in eine „Dumping-Spirale“ zu kommen. Auch die Nachbarkommunen würden sich an ihre Bodenrichtwerte halten. Es mache keinen Sinn, davon abzuweichen. Eine Alternative wäre Erbpacht - in der anschließenden Abstimmung mit großer Mehrheit abgelehnt. Friedel Sahm (CDU) war der Auffassung, dass auch mit einer Preissenkung um 15 Euro kein Ansturm auf Babenhausen folgen werde, die Firmen würden noch weitere Forderungen stellen. Man hätte auch auf Einzelfälle reagieren können, ohne die Richtlinien zu verlassen.

Ganz anders die „Allianz“: In Münster verlange die Gemeinde 60 bis 90 Euro, sei also günstiger, sagte Hans-Jürgen Lohde (SPD). Oliver Bludau (FWB) meinte, dass endlich Schluss sein müsse damit, dass Unternehmen abwanderten und sich in den Nachbargemeinden niederließen: „Das kleine Gewerbe zieht davon, und die Großen kommen erst gar nicht, wenn wir nicht endlich konkurrenzfähig werden.“ Dr. Heinrich Kolb (FDP) begrüßte, dass Bürgermeisterin Coutandin Gewerbeansiedlung zur Chefsache mache und in Babenhausen endlich wieder „Gas gegeben werde“. Die Stadt habe zu lange auf den einen großen Investor gewartet. Jetzt auf eine Vielzahl von kleinen Firmen zu setzen, sei richtig. Eppertshausen sei auf diesem Gebiet in der Vergangenheit viel reger gewesen.

Quelle: op-online.de

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