Vereinsvertreter schreiben offenen Brief

Zukunft der Stadthalle: Schulter klopfen reicht nicht

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Auch an Fastnacht ist die Stadthalle ein beliebter Veranstaltungsort.

Babenhausen - Wie geht es mit der Stadthalle weiter? Um das zu erfahren und Lösungen zu diskutieren, fordern sieben Babenhäuser Vereinen einen Runden Tisch mit Lokalpolitikern und Stadtverwaltung. In einem offenen Brief äußern die Vereinsvertreter nun ihren Unmut. Von Norman Körtge 

Bei den Vereinen herrscht Alarmstimmung. Nicht nur der mangelhafte Brandschutz in der Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen und im Bürgerhaus Hergershausen lässt Vereinsvertreter sorgenvoll in die Zukunft blicken. Gleiches gilt für die Stadthalle in der Kernstadt. Vor wenigen Wochen hatte die Stadt ein sogenanntes Interessensbekundungsverfahren gestartet, um einen Pächter für den Gebäudekomplex an der Bürgermeister-Rühl-Straße zu finden. Vorausgegangen war ein mit großer Mehrheit getroffener Beschluss der Stadtverordnetenversammlung im Herbst vergangenen Jahres. Der beauftragt den Magistrat zu prüfen, ob ein externer Betreiber für die Stadthalle gefunden werden kann. Ziel ist es, die jährlichen Kosten zu reduzieren und die Räumlichkeiten besser auszulasten. Wie Bürgermeister Joachim Knoke auf Anfrage mitteilte, hätten sich bereits auch erste Interessenten gemeldet. Das Verfahren läuft noch bis Ende Februar.

So lange haben die Vorsitzenden von sieben Babenhäuser Vereinen nicht warten wollen. Klaus Fengel (Carnevalverein), Fritz Richter (Volkschor Sängerbund), Manfred Kunkel (Gesangverein Eintracht), Hartmut Sydlik (Skatclub Pik As+ Zehn), Werner Kunkel (Blasorchester) und Helmut Fendt (Deutsches Rotes Kreuz und Gremium der Babenhäuser Vereine) haben einen offenen Brief an den Magistrat der Stadt Babenhausen sowie an die in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen verfasst.

Bitter aufgestoßen ist den Vereinen, dass es „ein Interessensbekundungsverfahren zur Verpachtung oder Überlassung der Stadthalle gibt, ohne mit uns, den direkt betroffenen Vereinen, im Vorfeld gesprochen zu haben.“ Die Vereinsvertreter legen dabei großen Wert darauf, dass es ihnen nicht um persönliche Interessen, sondern um den Erhalt der kulturellen Vielfalt in Babenhausen gehe. „Wir vertreten hier auch viele tausend Besucher, Bürger und Gäste, die unsere Veranstaltungen in jedem Jahr in der Stadthalle besuchen und schöne Stunden auf unseren traditionellen kulturellen Veranstaltungen in einem lebenswerten Babenhausen in unserer attraktiven Stadthalle verbringen“, heißt es in dem Brief.

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Ein Pächter werde die Stadthalle nur zu wirtschaftlichen Zwecken und gewinnbringend betreiben können, schreiben die Vereine. Für sie sei nicht vorstellbar, wie sich eine Nutzung der Halle in Bezug auf Kosten und Terminsicherheit unter diesen Voraussetzungen gestalten könne. „Die Stadthalle in privater Hand – eine für uns alle unerträgliche Vorstellung! Das gleiche gilt natürlich auch für die Stadtmühle und die Hallen in den Stadtteilen.“ Der Gedanke, die Stadthalle an einen Investor zu übergeben, sei außerdem ein Schlag ins Gesicht aller ehrenamtlich tätigen Bürger, die durch ihr, zum Teil jahrzehntelanges, persönliches Engagement einen unersetzlichen Beitrag für die Allgemeinheit leisten. Es reiche nicht, „uns bei unseren Veranstaltungen anerkennend auf die Schulter zu klopfen und zu sagen, was für eine tolle Arbeit wir leisten. Das gebetsmühlenartige Lob der politischen Vertreter muss sich auch in der Unterstützung der Vereine in schwierigen Zeiten widerspiegeln.“

Die sieben Vereine fordern daher die politisch Verantwortlichen auf, Farbe zu bekennen und dieses Verfahren zu stoppen, das ihrer Meinung nach „das Aus für ansprechende kulturelle Vereinsveranstaltungen bedeutet.“ Als erste Maßnahme soll eine Aussprache an einem Runden Tisch stattfinden, lautet die die Forderung.

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Quelle: op-online.de

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