Zukunftswerkstatt an Offener Schule

Orientierung für künftigen Job

Finn und Lasse haben viel Spaß daran, mit Lego oder Fischer-Technik die verschiedensten Apparaturen zu bauen.(c)Foto: Scharkopf

Babenhausen - Die Zukunftswerkstatt an der Offenen Schule wird ein Jahr alt. Die Nachfrage ist größer als das Angebot. Von Stefan Scharkopf

Finn und Lasse haben alles im Griff. Geschickt setzen sie die kleinen Plastikteile aufeinander, verbinden Kabel und haben nach kurzer Zeit eine Miniatur-Schiebetür zusammengebaut, die per Kompression funktioniert. Was für Erwachsene recht knifflig aussieht, erledigen die Jungs routiniert. Einmal pro Woche kommen die beiden und weitere Schüler der Joachim-Schumann-Schule in einer Doppelstunde zusammen, um mit Lego Mindstorms oder Fischer-Technik zu konstruieren, auseinanderzunehmen und ein neues Objekt zusammenzubauen. Und wer weiß, womöglich haben die Jungs und Mädels ja so viel Spaß, dass die Tüftelei im Obergeschoss der alten Mensa auch zu einem Berufswunsch führt.

Denn das ist Ziel von Zukunftswerkstätten, wie sie mittlerweile an vielen Schulen in der Region eingerichtet wurden. An der Offenen Schule war das vor gut einem Jahr. So wurde nun das erste Jubiläum begangen.

Die Zukunftswerkstatt ist eine Initiative der IHK Darmstadt und unterstützt Jugendliche bei der Berufsfindung. Das Orientierungszimmer wird von der IHK gemeinsam mit den Schulen eingerichtet. Die Schüler können sich dort über Berufsbilder informieren und auf die Ausbildung vorbereiten.

Mehr Auszubildende als Ziel

Für die Suche nach Fachkräften ist und bleibt die Ausbildung und Gewinnung von Auszubildenden ein zentraler Baustein. Ziel der IHK ist es also, die Übergangsquoten von der Schule in die betriebliche Ausbildung aktiv zu verbessern. Wesentlicher Teil der Idee ist, dass Unternehmen aus der Region das Projekt als Partner- und Ausbildungsunternehmen in den Schulen vor Ort unterstützen. Unternehmen können Partner einer Schule werden und ihre Ausbildungsberufe vorstellen.

Denn auch die Firmen sehen sich einem Dilemma ausgesetzt. Auf der einen Seite sinken die Schülerzahlen, auf der andern Seite steigt der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. An der OSB sind Continental, die Sparkasse Dieburg, die Vereinigte Volksbank Maingau, Hottner Lichtwerbung, Andre + Oestreicher und die K+M Werbemittel GmbH Kooperationspartner. Nächstes Jahr, so Lehrer Klaus Pullmann, Fachbereichsleiter Arbeitslehre/Berufsorientierung, soll auch der Gewerbeverein mit ins Boot geholt werden.

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Die Zukunftswerkstatt ist ein Angebot innerhalb des Wahlpflichtunterrichts. „Die Kurse dauern ein halbes oder ein ganzes Jahr. Jeder Teilnehmer hat eine Kiste, mit der er arbeitet“, sagt Pullmann, „wobei die Nachfrage größer ist als das Angebot.“ Für ihn ist die Zukunftswerkstatt eine prima Sache und neben der Fahrradwerkstatt bei Conti oder der Jährlichen Job-Info-Börse eine weitere Orientierungshilfe an der OSB. Dadurch, dass sich die Firmen in der Schule präsentieren und Mitarbeiter vorbeischicken, erhalten die Schüler eine Vorstellung davon, was bei einer Ausbildung auf sie zukommt und sie haben auch gleich einen Ansprechpartner, der erklärt, was erwartet wird. Auch der Landkreis als Schulträger ist mit beteiligt. Nicht nur für Bastler ist die Zukunftswerkstatt interessant. Sie hat mit einigen PC-Plätzen auch für diejenigen etwas zu bieten, die es eher an den Computer zieht.

Quelle: op-online.de

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