Familien- und Frauenforum hört auf

Zuschuss weg – Motivation auch

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Drei Vorstandsmitglieder des Familien- und Frauenforums – Gabriele Lennert (von links), Maria Steinmetz-Hesselbach und Gabriele Coutandin – überbrachten die Spende an „LebensMittelPunkt“-Vorsitzenden Manfred Müller (Zweiter von links) und seinen Stellvertreter Hans-Dieter Vogel. -   Foto: nkö Drei Vorstandsmitglieder des Familien- und Frauenforums – Gabriele Lennert (von links), Maria Steinmetz-Hesselbach und Gabriele Coutandin – überbrachten die Spende an „LebensMittelPunkt“-Vorsitzenden Manfred Müller (Zweiter von links) und seinen Stellvertreter Hans-Dieter Vogel.

Babenhausen - Im September vor einem Jahr fielen die politischen Beschlüsse: Die städtischen Zuschüsse für das Familien- und Frauenforum werden gestrichen. Nun hört das Forum auf zu existieren. Zum Abschied gab es eine Spende für den „LebensMittelPunkt“. Von Norman Körtge 

38 Mitglieder zählt das Familien- und Frauenforum. Am kommenden Donnerstag sind sie zur voraussichtlich letzten gemeinsamen Sitzung eingeladen. In dieser werden sie die entsprechenden Beschlüsse zur Auflösung des Forums fassen. Das letzte Kapitel einer Geschichte, die 2003 begonnen hatte. Zwei, die von Anfang an dabei waren, sind die ehemalige Bürgermeisterin Gabriele Coutandin und Magistratsmitglied Maria Steinmetz-Hesselbach (beide SPD). Zusammen mit Gabriele Lennert waren sie am Mittwochnachmittag zu Gast in den Räumen des Vereins „LebensMittelPunkt“ in der Schlossgasse. Dort fanden in den zurückliegenden Jahren immer wieder Veranstaltungen wie das Frauenfrühstück, Vorträge zu Themen wie Depression und gesunde Ernährung sowie Diskussionsrunden statt. Etwas wehmütig, aber voller Stolz, erzählten sie von den Aktionen, Workshops und Ausflügen, die das Forum organisiert hatte. Nicht zuletzt das umfangreiche Beratungsangebot – zunächst vor allem frauenspezifisch und speziell auch für Migrantinnen, später vermehrt auch für Familien. „Das Familien- und Frauenforum war ein wichtiges Element der sozialen Entwicklung Babenhausens“, konstatiert der Vorstand in einer Stellungnahme. Doch damit ist nun Schluss.

Als „politisch falsch“ bezeichnet es der Vorstand, dass vor einem Jahr – auch aufgrund eines gemeinsamen Antrages von CDU und Freien Wählern – aus Kostengründen der städtische Zuschuss gestrichen wurde. Dieser habe sich zuletzt auf 17.000 Euro summiert, heißt es vonseiten des Forums. Finanziert wurden damit unter anderem eine Bürokraft (zwölf Stunden im Monat), Versicherungen, Referenten und Raummieten. Vertraglich verbunden mit der Stadt war das Forum darüber hinaus als Beratungsstelle in Sachen Gleichberechtigung. Die Idee dahinter: Anstatt in der Verwaltung eine halbe Stelle für eine Frauenbeauftragte zu schaffen, wurde dieses Aufgabengebiet an das Forum übertragen. „Mit der Women-Power dahinter konnte viel mehr auf die Beine gestellt werden“, ist Coutandin von dem Konzept überzeugt. Ebenfalls in Vertragsform gegossen war, dass das Forum als Koordinierungsstelle für Kindertagespflegepersonen dient.

Zu den entscheidenden Initiativen, die vom Forum ausgingen, zählt Steinmetz-Hesselbach auch, dass aufgrund der geleisteten umfassenden Analyse der sozialen Verhältnisse in Babenhausen es zu den nach Elterneinkommen gestaffelten Kita-Gebühren gekommen ist. Für Flüchtlingsfrauen ist modellhaft ein Sprachkurs entwickelt worden und zuletzt wurde viel Arbeit und Zeit in ein Projekt zur Integration von Flüchtlingen investiert. Dieses Projekt werde nun modifiziert vom Diakonischen Werk realisiert. Ihre Stärke hat das Familien- und Frauenforum auch darin gesehen, dass es niederschwellig Hilfe und Beratung angeboten hat. „In Anbetracht der zu leistenden Integrationsarbeit und Betreuungsarbeit würde das Frauenforum weiterhin dringend gebraucht werden. Schade, dass man diese Möglichkeit nun verspielt hat“, heißt es in der Stellungnahme des Vorstandes. Da die materielle Existenzgrundlage entzogen worden sei, habe bei den Forumsmitgliedern zuletzt dann auch Kraft, Wille und Motivation gefehlt, die Arbeit fortzuführen. Die Erwartung oder Hoffnung, dass vieles ehrenamtlich übernommen werde, sei „unmöglich“, unterstrich Steinmetz-Hesselbach.

Von Anfang an war das Forum auch Mitglied im Trägerverein des „LebensMittelPunkt“. Um die wichtige Arbeit zu unterstützten, spendete das Forum nun aus seinen verbliebenen Vereinsvermögen 2000 Euro an die Einrichtung in der Babenhäuser Altstadt.

Quelle: op-online.de

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