Zwei Mal Aufbau nach Abstieg

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Arian Sahitolli ist für den SV Sickenhofen am Ball – der Verein hat vom personellen Aderlass der abgestiegenen Babenhäuser Germania profitiert.

Babenhausen - Ein komplett neues Team – das gibt es auch in Zeiten, in denen Fußballer häufiger den Verein wechseln als früher nur äußerst selten. So geschehen in der Sommerpause bei Germania Babenhausen. Von Jens Dörr

Vom Team, das in der vergangenen Saison aus der Kreisoberliga abgestiegen ist, sind nur noch Marvin Klinker und Kevin Günther übrig.

Den Stamm der neuen Germania-Elf bilden fünf Akteure vom BSC Offenbach sowie zahlreiche weitere Neulinge, die allesamt aus dem Offenbacher Raum kommen. Wie auch der Spielertrainer: Teib Elghazouani wechselte von der Spvgg. Weiskirchen nach Babenhausen, soll mit seinem Bruder Farid (kam vom BSC Offenbach) die bunte Truppe führen. Fraglich, ob angesichts starker Konkurrenten wie dem FC Ueberau oder der Spvgg. Groß-Umstadt damit zu rechnen ist, dass die Germania in der A-Liga oben mitspielt. Beim Turnier des TSV Langstadt jedenfalls reichte es nur zu einem fünften Platz von sechs Teams, wobei man in der Vorrunde 1:1 gegen Hergershausen und (nach regulärer Spielzeit) 3:3 gegen Sickenhofen spielte.

Dieselbe Situation zum Ende der letzten Saison und doch ganz andere Voraussetzungen: Kickers Hergershausen musste nach der abgelaufenen Runde in der Kreisoberliga zwar ebenso den Gang in die Kreisliga A antreten wie die Germania aus Babenhausen. Während beim Lokal-Kontrahenten aber fast ausschließlich neue Spieler das Trikot überstreifen werden, blieben bei den Kickers fast alle Akteure an Bord.

Mit Rachid Andich (ging zum TSV Altheim) und Sedat Denktas (zu Susgo Offenthal) verließen nur zwei Spieler den Verein. Dem stehen gleich neun Kicker gegenüber, die den Hergershäuser Kader in der nun beginnenden Saison ergänzen. Eine Verstärkung dabei ist sicherlich Goalgetter Mark Schneck (früher Mark Kaas), der vom SV Sickenhofen kam. In den Vorbereitungsspielen schlug er bereits mehrmals zu. Mirza Spahic war zuvor gar für den Traditionsverein Viktoria Aschaffenburg am Ball, wenn auch selten in der Regionalliga. Erfreulich, dass die Kickers vier Spieler aus der eigenen Jugend einbauen wollen: Florian Tekin, Christian Jenewein, Michael Kowolik und Ricardo Lima wurden von Vereinsseite zum Kader der ersten Mannschaft hinzugerechnet. Die Mannschaft von Coach Eddy Walz dürfte mit dem Abstieg nichts zu tun haben, stattdessen in der Tabelle nach oben schielen.

Des einen Freud ist des anderen Leid: Während Germania Babenhausen nach dem Abstieg aus der Kreisoberliga einen personellen Aderlass verzeichnete, profitierte der SV Sickenhofen genau von diesem. Tobias Thiel, Louis Müller, Alexander Tretin, Kai Peter, Tobias Schuster, Nils Altwasser, David Schmidt, Anton Sahitolli, Christian Braun und Giuseppe Calvo – sie alle wechselten zum wenige Kilometer entfernten Sportverein. Pikant, dass so mancher dieser Akteure mit den Sickenhöfern beim Wochenturnier des TSV Langstadt auf seinen Ex-Verein Germania traf. Schiedlich friedlich trennte man sich da mit 3:3 nach regulärer Spielzeit, am Ende siegte die Germania im Spiel um Platz fünf im Elfmeterschießen.

Nicht zu vergessen aber auch in Sickenhofen, dass mehrere Spieler aus der eigenen A-Jugend in die Aktivität aufrücken. Wer weiß, wer davon in der ersten Mannschaft Fuß fasst – Tobias Spiehl, Lars Liebald, Kasim Temiz, Markus Kneissl sowie Sven Reus werden es versuchen. Ob für den SV am Ende mehr herausspringt, als die sehr gute Platzierung im vorderen Mittelfeld im Vorjahr, wird man etwa nach den ersten zehn Spieltagen abschätzen können.

Quelle: op-online.de

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