Zweiter Antrag für integratives Modell

Babenhäuser Joachim-Schumann-Schule will G 8- und G 9-Zweig.

Babenhausen - Kooperativ, integrativ oder doch am besten gleich zweigleisig. So ganz sicher ist es nicht, wie sich künftig das Schulkonzept der Joachim-Schumann-Schule (OSB) präsentieren wird. Von Thomas Holzamer

Grund dafür ist, dass über einen Versuchs-Antrag der Joachim-Schumann-Schule vom vergangenen Juni beim Hessischen Kultusministerium noch nicht entschieden wurde. Dieser Antrag sieht vor, an der OSB sowohl die verkürzte Sekundarstufe (das so genannte G8) als auch parallel dazu einen schulformübergreifenden Zweig (Integrative Gesamtschule, IGS) einzurichten - eine Schulform, die das Hessische Schulgesetz so nicht vorsieht.

Die Schule war 2004 in eine Kooperative Gesamtschule mit dem verkürzten, gymnasialen Bildungsgang (G8) umgewandelt worden, dessen erster Jahrgang in diesem Jahr nun von der neunten Klasse direkt in die Oberstufe übergeht. Im vergangenen Sommer hatte die Schule dann beim Kultusministerium die Umwandlung in eine Integrative Gesamtschule mit einem G8-Zweig beantragt (wir berichteten). Den Kindern würde so die Wahl zwischen einer verkürzten oder einer um ein Jahr längeren Sekundarstufe ermöglicht. Viele Eltern würden dann ihre Kinder aus dem G8-Zweig der kooperativen Schule in diesen integrierten Schulzweig ummelden, hatte Schulleiter Burkhard Vollmers im Sommer erläutert. In der IGS lernen Schüler mit Haupt-, Real- und Gymnasialempfehlung gemeinsam. Gleichzeitig findet eine der individuellen Leistungsfähigkeit entsprechende Differenzierung durch sogenannte Förder-, Grund- und Erweiterungskurse statt. Ziel der IGS ist, dass die Schüler das gemeinsame Lernen und den sozialen Umgang miteinander erleben. Problematisch bei der Verkürzung der Mittelstufe bei G8 sei der große Druck auf die Schüler in den Jahrgangsstufen 7 und 8 des gymnasialen Zweigs, der einige Schüler dazu zwinge, in den Realschulzweig zu wechseln, so Vollmers.

Eine Schule in der beantragten Form sei in der Lage, die negativen Folgen der Frühauslese zu korrigieren oder abzumildern und allen Schülern höchst mögliche Abschlüsse zu verschaffen, sind sich Schulleitung und Eltern sicher. Schüler, die im G8-Zweig scheitern, würden demnach zu jeder Zeit in passgerechten Kursen aufgefangen.

Nachdem der Antrag vom Juni vom Kultusministerium bisher noch nicht bearbeitet wurde, hat die Schule ihn im Dezember erneut eingereicht. Inzwischen kann die Schulleitung dabei noch auf weitere Unterstützung zählen. Hatte sich der Kreis Darmstadt-Dieburg als Schulträger anfänglich noch in Zurückhaltung geübt, habe er mittlerweile offensichtlich die Vorteile des Konzepts erkannt und unterstütze die Initiative der OSB, wie Vollmers bestätigt. Zudem hat sich auch der Magistrat der Stadt Babenhausen in einem einstimmigen Beschluss den Antrag unterstützt. Auch die Eltern weiß der Schuldirektor hinter sich. So hat sich mittlerweile auch der Schulelternbeirat in einem Schreiben an das Ministerium gewandt.

Die Schulgemeinde sei demnach mit dem fehlenden G9-Angebot und der Einteilung in Haupt- und Realschüler unzufrieden. Das integrative Modell mit einem G8-Zweig löse zudem alle Probleme bei der gesetzlichen Mindestgröße bei zu bildenden Klassen wesentlich effektiver, wie der Vorsitzende des Elternbeirats, Josef Michael Rösch, in seinem Schreiben an das Ministerium erläutert. Jetzt warten Schulleitung und Eltern auf die Reaktion aus Wiesbaden, wo der Antrag derzeit geprüft wird.

Quelle: op-online.de

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