Eine Baggerpiste in der Turnhalle

+
Die Grundmauern der TV-Turnhalle bleiben stehen. Das spart Kosten. Bei einem Neubau würden die Auflagen steigen.

Babenhausen - Es gibt kein Dach. Wo früher geturnt wurde, erstreckt sich nun ein Spielfeld unter freiem Himmel, auf dem die Bagger fahren. Zum Teil völlig freistehende Außenmauern ragen in die Luft. Von Michael Just

Viele Passanten bleiben regelmäßig an der Einfahrt zur Ziegelhüttenstraße stehen, um einen Blick auf die Baustelle der TV-Halle zu werfen. „Dass doch soviel wegkommt, hätte ich nicht gedacht“, sagt ein älterer Mann. „Doch, das war der Plan“, sagt TVB-Vorsitzender Bert Bernhard, den unsere Zeitung diese Woche zu einem Zwischenstandsbericht auf der Baustelle getroffen hat.

Im Januar wurde angefangen, die alte Halle auszuräumen. Mitte April endete der Sportbetrieb, im Juni begannen die Arbeiten. Besonders schnell ging’s beim Dach: Das war innerhalb von drei Tagen weg. „Wer genau hinschaut, erkennt die Grundmauern von 1900“, sagt Bernhard und deutet auf ein Fundament mit roten Ziegeln. Laut Vorsitzendem macht derzeit die Hauptwand zur Fahrstraße Sorgen. Feuchtigkeit sei das Problem. Da abdichten nicht möglich sei, werde dieser Tage mit dem Statiker entschieden, ob sie fällt oder erhalten bleibt.

Wer die wenigen verbliebenen Mauern sieht, stellt sich die Frage, ob man nicht gleich alles hätte platt machen können. Bernhard verneint: „Wenn die Mauern bleiben, spart das Kosten. Dazu wär es dann ein Neubau, was gestiegene Auflagen zur Folge hätte.“ Aber auch so wird der Umbau, der im Großen betrachtet doch ein Neubau ist, ein modernes Schmuckstück. Dafür sprechen mehr Räume und der neueste Stand bei Technik, Beleuchtung, Heizung und Energieeffizienz.

Rund die Hälfte der 1,5 Millionen Baukosten werden bezuschusst. Der Rest verlangt dem TV Eigenmittel und ein Darlehen ab. War die Halle vorher einstöckig, wird sie nun in Teilbereichen dreigeschossig: Über den Clubraum kommen die Umkleiden und über diese die Geschäftsstelle. „Im Clubraum lässt es sich im Sommer zukünftig draußen sitzen“, kündigt der Vorsitzende an. Insgesamt wird sich der scheunenartige Neubau mit moderner Fachwerkoptik nahezu perfekt in das Ensemble der Umgebung integrieren.

Läuft alles nach Plan, soll in einem Jahr alles fertig sein. Bis dahin ist es die größte Aufgabe des Vorstandes, den laufenden Sportbetrieb, der auf andere Hallen verteilt wurde, zu koordinieren – eine große Herausforderung für den 1 800 Mitglieder zählenden Verein. Ein Großteil der TVler ist derzeit in der Stadthalle, weitere Gruppensind in der Flanagan-Schule und der Aula des Bachgau-Gymnasiums.

Drei bis vier Wochen plant die TV-Geschäftsstelle mit dem Rathaus die Belegungen voraus. Mit den Hausmeistern und dem Reinigungspersonal gilt es, die Pläne stets neu abzustimmen. Tägliche Änderungen samt Verlagerungen inbegriffen: „Wenn im Nebensaal der Stadthalle eine Vorstandssitzung ist, können wir nicht mit lauter Musik Gymnastik machen“, erklärt Bernhard.

Hinzu kommt die Logistik, die Sportgeräte zu transportieren. Bernhard: „Auf den ausgelagerten Schwebebalken und andere Geräte muss man halt jetzt mal verzichten.“ Ansonsten funktioniert die Sache: „Die ersten Wochen hatten wir soweit alles im Griff.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare