CDU fordert, Pläne aufzugeben / Coutandin: Förderung des Tagestourismus

Zwist um das Stadtbüro

Babenhausen - (st) Die CDU-Fraktion fordert Bürgermeisterin Gabi Coutandin auf, die Planung für das Stadtbüro unverzüglich einzustellen, um unnötige Kosten zu vermeiden. Die Anmietung der Räume in der besten Geschäftslage der Bummelgasse verursache zu hohe Kosten, 50 Meter weiter sei das „offene Rathaus“.

Das sieht die Verwaltungschefin anders: Das Stadtbüro soll im ehemaligen Damenmode-Geschäft von Fendt & Rausch als Modifizierung des seitherigen Tourismusbüros in der Stadtmühle geplant werden, ergänzt und unterstützt von weiteren Vereinen, Beratungseinrichtungen und Kunstschaffenden. Für Coutandin steht das Projekt nicht zuletzt in Zusammanhang mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK), das vom Parlament beschlossen wurde und unter anderem die Förderung des Tourismus vorsieht. „Es geht darum, das Image der Stadt zu verbessern und das vielfältige Angebot zu präsentieren. Und dazu muss man das Büro dort unterbringen, wo die Touristen sind, nämlich in der Fußgängerzone. Das ist auch ein Beitrag zur Wirtschaftsförderung.“ Auf der insgesamt 160 Quadratmeter großen Fläche könnte im Obergeschoss auch einiges an Beratung, Vorstandssitzungen oder Info-Abenden für einen kleineren Personenkreis angeboten werden. Der Beratungsladen in der Bürgermeister-Rühl-Straße platze aus allen Nähten. So habe beispielsweise der VdK schon nach Räumlichkeiten gefragt. Ziel sei, die Öffnungszeiten attraktiver zu gestalten als derzeit in der Stadtmühle.

Aus Sicht der CDU ist die Verlegung des Büros aber „schon deshalb unsinnig“, weil mit der Umwandlung des Schlosses in ein Fünf-Sterne-Hotel und der Neuplanung großzügiger Parkanlagen, die Lage in der Stadtmühle für die Zukunft genau am richtigen Ort sei.

Außerdem, so Sahm, sehe die Planung vor, dass die derzeitigen Mietkosten von 4  000 Euro für das Tourismusbüro pro Jahr in der Stadtmühle gespart werden sollen und dafür 7 200 Euro Miete (also 600 Euro pro Monat) für das neue Stadtbüro in der Fahrstraße anfielen. „Diese Einsparung ist reine Augenwischerei, denn die Kosten für das bisherige Tourismusbüro muss die Stadt auch weiterhin tragen, denn wenn der Eigenbetrieb (als Eigner) keine Mieteinnahme mehr erzielt, muss die Stadtkasse als Verlustausgleich dafür aufkommen“, so Sahm.

Zum Einsatz am anvisierten Standort sollen „abgeschriebene Möbel“ aus dem Bestand der Verwaltung kommen. Dafür wiederum müsste für das Rathaus neues Mobiliar gekauft werden. Die hohen Kosten dafür trügen die Bürger, sagt die CDU. Hinzu käme noch Geld für einen behindertengerechten Zugang.

Die CDU argumentiert, dass es sich die Stadt bei der jetzigen Haushaltslage nicht leisten könne, Verkaufsräume für Künstler und andere zu finanzieren.

Coutandin will dagegen über eine monetäre Beteiligung von externen Nutzern, zum Beispiel von Künstlern, die dort ihre Werke verkaufen, und anderen Produkten die höheren Mietkosten ausgleichen.

Als „unglaublich“ bezeichnet Sahm, dass Coutandin in einem Schreiben an die CDU mitgeteilt habe, sie sehe eine Rechtfertigung der Ausgaben in der Innenstadt, weil ja in Hergershausen auch viel Geld für das Dorfgemeinschaftshaus ausgegeben worden sei. „Eine Bürgermeisterin sollte wissen, dass es sich verbietet, die Stadtteile untereinander auszuspielen“, meint Sahm dazu.

Quelle: op-online.de

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