„Ballet Revolución“ in der Alten Oper

Unbeschwerte Körperkunst

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Artistischer Tanz

Frankfurt - Die Füße wippen unaufhörlich im Takt und ein Lächeln zeichnet sich dauerhaft im Gesicht ab. Man wird förmlich aufgesogen von der Musik und den energiegeladenen, teilweise akrobatischen Bewegungen auf der Bühne. Von Anke Steinfadt

Der voll besetzte Große Saal der Alten Oper steht unter Hochspannung. Mitreißend bleibt es bis zum Schluss, in den lauten und leisen Passagen gleichermaßen.

Volle Konzentration auf Musik, Körper und Bewegung

„Ballet Revolución“ kommt aus Kuba. Der Titel ist plakativ, aber zutreffend. Das 18-köpfige Ensemble verknüpft Klassisches Ballett mit Streetdance, Modern Dance, sowie afrikanischen und südamerikanischen Stilen zu einem aufrührerischen Ereignis. Kraftvoll wirbeln die Tänzer durcheinander oder formieren sich in Paaren für dramatische Darstellungen. Immer wieder Sprünge, mit Anlauf oder aus dem Stand, in beeindruckende Höhen. Eine Band und zwei Sänger erschaffen live die passenden Rhythmen. Ihr Können geht weit über das bloße Covern von Songs hinaus.

Volle Konzentration auf Musik, Körper und Bewegung. Das Bühnenbild besteht lediglich aus einer in dezenten Farbtönen changierenden Rückwand. Scheinwerfer setzen Akzente. Auch die Kostüme sind schlicht gehalten mit Raffinessen in den Details. Entworfen hat sie der Kubaner Jorge Gonzales, der sich als modeverrückter Laufstegtrainer bei „Germany’s Next Topmodel“ einen Namen gemacht hat.

Natürliche Anmut in Gestik und Mimik

Das Repertoire setzt sich aus traditionell Kubanischem und Hits der jüngeren Pop-Historie zusammen. Zu den einzelnen Stücken werden tänzerisch kurze Geschichten erzählt. Temporeich („Hips Don’t Lie“ von Shakira oder Jennifer Lopez’ „On The Floor“), humorvoll („Forget You“ von Cee Lo Green) und leidenschaftlich („Purple Rain“ von Prince). Pop, Rock, Soul, Jazz, HipHop, Salsa, Tango, sogar Reggae – die Vielfalt der Stile ist groß und alles geht erstaunlich gut zusammen. Als Untermalung der Episoden klassischen Balletts dienen ebenfalls Popsongs, beispielsweise sehr eindrucksvoll Stings „Roxanne“, das gesanglich hervorragend interpretiert wird.

Noch bis 12. Januar in der Alten Oper Frankfurt

Es ist wahre Körperkunst, die das kubanische Ensemble zur Schau stellt. Zur Präzision der Körperhaltung gesellt sich eine natürliche Anmut in Gestik und Mimik. Hebefiguren, Pirouetten, Pas de Deux und Sprünge erscheinen trotz aller Perfektion unbeschwert. Es heißt, Tanz sei auf Kuba keine Kunst, sondern viel mehr als das: eine Lebenseinstellung. Und weiter: Kubaner tanzten nicht mit, sondern „in“ der Musik. Die elektrisierende Show liefert für beide Behauptungen den Beweis.

Quelle: op-online.de

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