Loebe soll an Frankfurts Oper verlängern

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Bernd Loebe

Frankfurt - Gefühlte Jahrzehnte ist es her, dass der „Rosenkavalier“ in die Oper Frankfurt lockte. Zur neuen Saison werden sich Regisseur Claus Guth und Generalmusikdirektor Sebastian Weigle der Bühnen-Perle von Richard Strauss annehmen. Von Klaus Ackermann 

Bei den 13 Premieren versprechen zwei Uraufführungen und neun Frankfurter Erstaufführungen Spannung. Gut für Frankfurt: Der Aufsichtsrat der Städtischen Bühnen hat beschlossen, Intendant Bernd Loebes Vertrag, der 2018 endet, um weitere fünf Jahre zu verlängern.

Mehr als 400 Veranstaltungen stemmt das Haus, darunter 195 Opernvorstellungen. Der Reigen schöner Premieren-Geister beginnt mit einer Uraufführung. „Sirenen - Bilder des Begehrens und des Vernichtens“ stammt vom Frankfurter Komponisten Rolf Riehm, der dem Odysseus-Mythos umfassend frönt. Regie führt der junge Tobias Heyden, mit Martyn Brabbins steht ein Spezialist für Zeitgenössisches am Dirigierpult (14. September). „Hänsel und Gretel“ gehöre einfach in jedes Repertoire, so Intendant Loebe bei der Saison-Vorstellung. Humperdincks beliebte Oper hat er Weigle und Keith Warner anvertraut, der das Märchen auch für Erwachsene anrichtet (12. Oktober).

Bellinis „La Sonnambula“ kommt mit Frauenpower rüber. Am Pult regiert die Koreanerin Eun Sun Kim, Regie führt Tina Lanik, die ihr Frankfurt-Debüt gibt. Ins Bockenheimer Depot kehrt Monteverdi mit „L’incoronazione di Poppea“ ein. Inszenieren wird die ehemalige Frankfurter Regieassistentin Ute M. Engelhardt, die musikalische Leitung hat Simone Di Felice. Emerich Kálmáns „Czárdásfürstin“ ist konzertant zu hören, als Silvester-Nummer, was Zurückhaltung gegenüber dem Operetten-Genre einmal mehr belegt. Neu ist Tilman Michael vom Nationaltheater Mannheim, der künftig den Opernchor leiten wird.

Ebenfalls als Frankfurter Erstaufführung kommt am 1. Februar 2015 „L’Orontea“, Antonio Cestis Kassenschlager aus dem 17. Jahrhundert. Mit den Spezialisten fürs Barocke, Ivor Bolton und Walter Sutcliffe (Regie). Neu ist auch „Die Passagierin“ nach dem Roman der KZ-Überlebenden Zofia Posmysz von Mieczyslaw Weinberg (1. März 2015). Die krude Textvorlage aus Carl Maria von Webers „Euryanthe“ will der ehemalige Geiger Johannes Erath (Regie) spielbar machen (5. April 2015). Konzertant tritt Straussens „Ägyptische Helena“ in Erscheinung, mit Stefan Soltesz am Pult (1. Mai 2015). Im „Rosenkavalier“ singen Amanda Majeski, Paula Murrihy und Christiane Karg (24. Mai 2015). Lior Navoks uraufgeführtes Werk „An unserem Fluss“ überträgt die „West Side Story“ an den Gaza-Streifen. Eine Lanze für Bohuslav Martinu bricht „Julietta“, am Pult Sebastian Weigle. Vom tschechischen Komponisten stammen auch die „Drei Einakter“, die Beate Baron zum Saison-Finale inszenieren wird (4. Juli 2015). Dazu gibt es 14 Wiederaufnahmen und acht Liederabende. Mit dem Ehepaar Annette Dasch/Daniel Schmutzhard und mit Edita Gruberova, die wieder per Eisenbahn anreist - und sicher viel Dampf macht.

Quelle: op-online.de

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