Bildhaft die Berufe vorgestellt

„Übersetzungen sind wie Frauen – die schönen sind nicht treu, die treuen sind nicht schön. “ Diesen Satz von Ambrose Bierce findet Kirsten Brandt so frauenfeindlich wie wunderbar. Von Markus Terharn

Als „Offenbacher Bücherfrau“ stellte die Übersetzerin aus dem Spanischen und Katalanischen ihre Tätigkeit in der Stadtbibliothek vor; ebenso die Kinderbuchautorin und Illustratorin Manuela Olten. Die Schriftstellerin Silke Scheuermann sagte wegen Krankheit ab.

Übersetzer litten darunter, „dass wir unsichtbar sind und sein wollen“, sagte Brandt. Man werde oft bloß an Fehlern bemerkt oder gelte als „verhinderter Schriftsteller“. An fremden und eigenen Beispielen zeigte sie misslungene und geglückte Lösungen. Ein treffendes Bild entlieh sie bei einer Kollegin. Die Übersetzung stehe zwischen Autor und Leser wie eine Fensterscheibe: „Sie ist da, darf aber nicht getönt und nicht schmutzig sein.“ Ein weiteres aus dem Orient steuerte ein Besucher bei: „Eine Übersetzung ist nur die Rückseite eines schönen Teppichs.“

Einblick in Arbeitszimmer und Maltechnik

Bildhaft ging es auch in Oltens powerpointgestütztem Vortrag zu. Charmant und witzig gewährte die Offenbacherin Einblick in ihr Arbeitszimmer und ihre Maltechnik. Mit ihrem Buch „Monster gibt es wirklich, oder?“ präsentierte Olten zudem ein fantasievolles Bestiarium. Da war das Schreimonster, das nicht leise sprechen kann, das Kussmonster, das wunde Lippen hat, und das Pupsmonster, „da braucht man keinen Text. Wie übersetzt man das ins Katalanische?“

Auch in der Fragerunde warfen sich beide Damen gekonnt die Bälle zu. Es war ein so interessanter wie unterhaltsamer Abend, mitorganisiert von der Steinmetz’schen Buchhandlung sowie dem Buchladen am Markt.

Quelle: op-online.de

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