Blick in die Ferne

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Es sind einesteils persönliche Eindrücke, die der Künstler mit Papier und Zeichenstift auf seinen Reisen nach Asien in den 80er Jahren festgehalten hat, aber auch dort erworbene Kultgegenstände, die Aufschluss geben über die Weltanschauung ferner Kulturen.

Offenbach - Wer in ferne Länder reisen möchte, ohne sich weiter als nötig von zu Hause wegzubewegen, dem sei dieser Tage ein Besuch im Offenbacher Rosenheim-Museum empfohlen. Dort zeigt der Hausherr in einer Ausstellung Impressionen aus Asien.

Es sind einesteils persönliche Eindrücke, die der Künstler mit Papier und Zeichenstift auf seinen Reisen nach Asien in den 80er Jahren festgehalten hat, aber auch dort erworbene Kultgegenstände, die Aufschluss geben über die Weltanschauung ferner Kulturen. Ältestes Stück der Exponate aus der Sammlung Rosenheim ist ein Buddha-Kopf aus Afghanistan, datiert auf das 3./4. Jahrhundert. Der Erleuchtete begegnet dem Betrachter in bekannt sitzender Pose in einer Bronze aus Thailand (13./14. Jh.) und scheint das Kraftzentrum der Statuen zu sein, die im Untergeschoss des Museums ausgestellt werden.

Andere Gottheiten wie Bodhisattva (Bronze, 18./19. Jh.), Tara (Bronze, 19. Jh.) und Milarepa (Bronze, 19./20. Jh.) stammen aus Bhutan, Nepal und Tibet. Hinzu kommen Kultgegenstände aus Tibet und Indien sowie Schalen und feinste Holzschnitte aus dem Japan des 19. Jahrhunderts, die sich mit Alltagstätigkeiten beschäftigen. Eindrucksvoll, die beinahe wandhohe Tuschearbeit des Künstlers Wang Meng aus dem 14. Jahrhundert, die Landschaftsdarstellung und Kalligrafie in traditioneller Weise auf zartester Seide und Papier vereint.

„Asiatika“ bis 29. August im Rosenheim-Museum Offenbach, Parkstraße 60. Geöffnet: Mittwoch bis Freitag von 14 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 17 Uhr. Führungen jeweils sonntags um 15 Uhr.

Aus Bernd Rosenheims Handzeichnungen ist deutlich herauszulesen, wie intensiv sich der Künstler mit der fernöstlichen Kultur beschäftigt hat. Nicht nur die Darstellung „Aufbau eines Buddha-Bildes“ aus dem Jahr 1982 gleicht einem philosophischen Atlas, Rosenheim lässt den Betrachter an seinen Reisen teilhaben. Er besuchte Kultstätten wie die Tempelanlagen von Angkor Wat (Kambodscha) und Bedsa (Indien), die Schlucht von Ajanta (Indien) und Drachentor (China), um diese in plastisch anmutenden, perfekt ausgeführten Bleistift-Zeichnungen festzuhalten, die Details ebenso in den Fokus zu rücken verstehen wie landschaftliche Besonderheiten.

Vieles ist in feinsten Strichen nur zitathaft angedeutet. Darin spiegelt sich der pointierte wie forschende Blick des Künstlers , der das Gesehene weder verklären noch relativieren will, sondern seinen umfassenden Wissensdurst stillen möchte. Für Erleuchtung sorgen Rosenheims tief gründende Texte.

Quelle: op-online.de

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