Aufregung um das E-Book ist vorbei

Buchmesse: Friedliche Koexistenz

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Frankfurt - Auf der Frankfurter Buchmesse werden neue E-Book-Lesegeräte zu bestaunen sein. Doch die Neugier der Besucher dürfte deutlich geringer sein als in den Vorjahren. Von Thomas Maier

„Der große Hype ist vorbei“, stellt Ronald Schild fest, Digital-Experte des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Das E-Book habe sich inzwischen aber etabliert. Jeder vierte Bundesbürger liest Bücher auch digital, hat eine vom IT-Verband Bitkom vor wenigen Tagen veröffentlichte Umfrage ergeben. Dies erscheint gar nicht so wenig, da der Umsatz mit E-Books weiterhin vergleichsweise bescheiden ist. In diesem Jahr wird er nach Schätzungen des Börsenvereins zwischen zwei und drei Prozent am Gesamtumsatz des Buchmarkts von knapp 10 Milliarden Euro betragen - in den USA sind es dagegen inzwischen schon fast 20 Prozent.

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„Wir sind drei bis vier Jahre hinter den USA zurück“, sagt Schild. In Deutschland sind E-Books in der Belletristik, also bei Romanen oder Krimis, besonders gefragt. Bei Ratgebern, etwa bei Kochbüchern oder Reisebüchern, tut sich das E-Book immer noch schwer. Bilder, die zusätzlich bezahlt werden müssen, machen E-Books dann teuer. Bei anderen interaktiven Anwendungen müssen Verlage die vielen anderen Akteure im digitalen Markt einbinden.

„Da gibt es noch viel zu tun“, sagt Schild. Dabei gelten die sogenannten animierten Bücher als der Markt der Zukunft. Wenn zum Beispiel im Reisebuch ein Restaurant empfohlen wird, dann könnten gleich noch aus dem Internet Gastro-Kritiken und die Speisekarte eingeblendet werden. Sicher ist, dass der technische Fortschritt E-Books immer interessanter macht. Fachleute sind sich einig, dass es eine friedliche Koexistenz von digitalem und gedrucktem Buch geben wird. Vom „Hybrid-Leser“ spricht die Branche. Im Vergleich zum Papierprodukt hat das E-Book aber immer noch einen ganz entscheidenden Nachteil: Man kann es nicht ausleihen oder verschenken, da es wegen des Kopierschutzes auf anderen Geräten nicht gelesen werden kann.

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Ein Problem für die Buchbranche, die einen beträchtlichen Teil ihres Umsatzes im Weihnachtsgeschäft macht. Der Börsenverein wirbt bei Verlagen daher für eine Öffnung des Kopierschutzes. Daran sind aber die US-Großkonzerne Amazon oder Apple nicht interessiert. Sie wollen den Leser ohnehin in ihrer eigenen Produktwelt halten. Wer bei Amazon sein E-Book kauft, kann es auch nur über Amazons Lesegerät Kindle lesen.

dpa

Quelle: op-online.de

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