Musikalische Zeitreise

„Kinner wie die Zeit vergeht"

Dreieich - Passend zum Motto ihres neuen Bühnenprogramms „Kinner, wie die Zeit vergeht„ kamen Ulrike Neradt und ihre Wiesbadener „Best Ager Band“ mit zwanzigminütiger Verspätung. Doch Sonnenschein und eine musikalische Zeitreise in die Vergangenheit ließen alles vergessen. Von Maren Cornils

Um die Zeit und ihr schnelles Verstreichen geht es in Neradts neuem Programm „Kinner , wie die Zeit vergeht„, um die Malaisen des Alterns, aber auch um unbeschwerte Kindheitserinnerungen und prägende Erlebnisse aus den vergangenen zwanzig, dreißig Jahren. Und so wundert es wenig, dass sich auch die Musikauswahl der Rheingauer Winzertochter und ehemaligen Deutschen Weinkönigin aus dem Jahr 1972 an dem orientiert, was zwischen 1955 und heute „in“ war und auf deutschen Plattentellern rotierte. Die Bandbreite des gut aufgelegten Musiker-Quintetts reicht dabei vom unvergessenen Lovin-Spoonful-Evergreen „Daydream“ über neuere Gute-Laune-Hits bis hin zu Hollywood-Schlagern wie „Qué será, será“ oder „Somewhere over the Rainbow“.

Eingebettet ist die musikalische Zeitreise in „Geschichtsche“ und Anekdötchen aus der Kindheit und Jugend Neradts. Und so dürfen sich die Zuschauer an diesem zunehmend sonnigen Vormittag zusammen mit der vielseitigen Sängerin und Entertainerin an den Geschmack und das Bizzeln von Ahoi-Brause erinnern, sich über die Rum schmuggelnde Verwandtschaft amüsieren und Neradts in Rheingauer Mundart vorgetragenen Erinnerungen an die Konfirmationsfeier und ihren ersten Zungenkuss lauschen.

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Die „Best Ager“ beweisen dabei ein gutes Händchen für die Komposition: So folgt der amüsanten Schilderung des ersten „ZK“ auf dem Martinsthaler Kirchturm ein augenzwinkerndes „Kisses, Sweeter Than Wine“ – und Neradts Erinnerungen an eine Kindheit, in der man noch „Spaß“ statt „Fun“ hatte und sich noch ohne Gameboy, Internet und Joystick zu amüsieren verstand, die als Song verpackte Abrechnung mit der Gegenwart: „Mein Chatroom war die Gass“.

„Kinner, wie die Zeit vergeht“ ist eine swingende Zeitreise mit heiteren, aber auch nachdenklich stimmenden Momenten und hohem Wiedererkennungswert für alle vor den Achtzigern Geborenen, die den Zuhörern aber durchaus auch melancholische Momente beschert.

Quelle: op-online.de

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