Clowndoktoren verordnen Lachen als beste Medizin

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Dr. Schnickschnack (Hristo Kalanlioglu) und Claudia Demand vom Verein „Clown Doktoren“ Wiesbaden erhielten am Rosenmontag die höchste externe Auszeichnung des KVD, die „Holzisch Latern“. Präsident Friedel Enders (Mitte) bekam vom närrischen Arzt gleich noch eine rote Nase verordnet.

Dieburg -  „Das schönste Geschenk ist das Lachen eines Kindes“, hatte es Laudator Klaus Becker vom Karnevalverein Dieburg am Rosenmontag in der Ludwigshalle auf den Punkt gebracht.

Und die Clowndoktoren schaffen es sogar bei schwerkranken Kindern, dieses Lachen hervorzuzaubern. Ob sie eine Seifenblasenbehandlung und Erdbeerpizza auf Rezept verschreiben oder auf dem Krankenhausflur jonglieren - die 25 Schauspieler und Pantomimen, die für den Wiesbadener Verein arbeiten, haben schon vielen kleinen Patienten in Kliniken des Rhein-Main-Gebiets Entspannung gebracht. Darunter sind auch schwerkranke Kinder, auch kleine Patienten, die dem Tod ins Auge sehen. Die Doktoren mit dem lachenden Gesicht auf dem Rücken des Ärztekittels sind aus den Krankenhäusern nicht mehr wegzudenken.

Und weil der Clown eine närrische und tragikkomische Figur ist, war die Entscheidung beim KVD einstimmig gefallen: Die „Holzisch Latern“, die höchste externe Auszeichnung, die der Karnevalverein zu vergeben hat, wurde beim Prinzenempfang dem Verein „Clown Doktoren“ verliehen.

Der Preisträger des Vorjahres, Schauspieler Walter Renneisen, konnte die Laudatio aus beruflichen Gründen nicht halten, wie es normalerweise üblich ist. So sprang Klaus Becker für ihn ein.

Den hunderten von Gästen des Empfangs wurde vor der eigentlichen Preisverleihung in einem Film demonstriert, was das Besondere der Arbeit der lustigen Ärzte ausmacht. Die Doktoren haben nicht nur weiße Kittel, sondern auch rote Nase und bunt geschminkte Gesichter. In Absprache mit dem Klinikpersonal und den Eltern der Kinder versuchen sie dann, die Kleinen mit ihren Späßen aufzuheitern. Sie verordnen ihnen - meist erfolgreich - eine Dosis Freude und Ausgelassenheit.

Claudia Demand vom Büro des Vereins in Wiesbaden freute sich riesig über die Auszeichnung „aus dem Odenwald“ und betonte, wie gut sie von den „netten Herren aus Dieburg“ betreut worden wäre. Leider, so bedauerte sie, sei an Rosenmontag keiner der humoristischen Doktoren abkömmlich. Da öffnete sich plötzlich die Tür der Hall und Doktor Schnickschnack hatte schon den ersten „Fastnachts-Patienten“ aus dem Publikum fest am Wickel.

Schließlich auf der Bühne angekommen, hatte er auch an der Gesundheit von KVD-Präsident Friedel Enders allerhand auszusetzen. „Dem fehlt doch was“, rätselte der Doktor mit den weißumrandeten Augen - und zog dem Ober-Karnevalisten eine rote Nase hinterm Ohr hervor: „Die hat ihm gefehlt!“

Allerlei tolle Medizin hielt der Clowndoktor außerdem noch bereit, so dass an der fachlichen Qualifikation Dr. Schnickschnacks keine Zweifel mehr aufkamen.

Enders hatte in seinen Begrüßungsworten schon eine treffende Berufsbezeichnung für die ungewöhnlichen Mediziner gefunden: „Ihr seid Ärzte h.c. - Ärzte humoris causa!“

Der als „Landrat a. D. in spe“ angekündigte Alfred Jakoubek, korrigierte in der Büttenrede auf „Landrat a. D. i. L.“ (in Lauerstellung). Für viel Gelächter und sogar musikalische Unterhaltung sorgte Zimmerns Bürgermeister Achim Grimm: Mit zwei weiteren Tenören besang er Prinzessin Johanna I. in den höchsten Tönen.

Kollege Walter Blank aus Münster meinte, man brauche in Münster keine „Holzisch Latern“: Die Doaschde haben nämlich schon elektrisches Licht.

Stadtverordnetenvorsteher Dr. Harald Schönig kündigte an, eine Fastnachtssteuer einführen zu wollen, die sich durchaus auch auf Büttenreden beziehe. „Wenn Dieburgs Bürgermeister spricht, geht's unter 100 Euro nicht“, kommentierte er den Redebeitrag des Stadtoberhaupts. Zur Entspannung verordnete Pfarrer Alexander Vogl den vielen sitzenden Gästen statt vieler Worte ein paar Fitness-Übungen.

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