Dieburger Prinzenpaar hat die Regentschaft übernommen

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Die Herrscher über Dieburg - Prinzessin Johanna I. und Prinz Heinz Bernd I.

Dieburg - (eha) Das Rätsel um das Prinzenpaar „Numero 60“ des Karnevalvereins Dieburg ist enthüllt: Seit gestern regieren Prinzessin Johanna I., Freifrau vun de flotte Fiss Noteschnufflers Sopran-Miss (Johanna Leinweber) und Prinz Heinz Bernd I., Scheffe vun de schebbe Schuh aus de Kloa-Zimmner-Avenue (Heinz Bernd Enders), das närrische Volk Dieburgs.

Scharen kostümierter Zuschauer bevölkerten zusammen mit der Prinzengarde, den Reitern, den KVD-Honorablen, den Gästen aus den Partnerstädten Aubergenville und Mladá Boleslav sowie dem Musikverein St. Peter und Paul und der katholischen Kirchenmusik Klein-Zimmern den Bahnhofsvorplatz. Nur kurzzeitig setzte lästiger Sprühregen ein - da war das neue strahlende Prinzenpaar schon aus der Bahnhofstür getreten.

Jürgen Schaarvogel hatte die Spannung bis 14.11 Uhr wieder meisterlich angeheizt. Gierte doch jeder darauf, zu erfahren, dass das Prinzenpaar gemeinsam Schuhgröße 78 hat und zusammen 3,35 Meter groß ist. Von des Prinzen Leibgetränk Kaffee und Lieblingsgericht Sauerkraut zeigte sich der gut gelaunte Moderator allerdings wenig begeistert.

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Dieburger Prinzenpaar hat die Regentschaft übernommen

Am Rathaus erfuhren die auf dem Marktplatz versammelten Narren dann Näheres über ihre neuen Regenten: Der Prinz sieht dem KVD-Chef Friedel Enders nicht von ungefähr sehr ähnlich - er ist auch dessen veritabler Bruder und mit ihm zusammen im Minnefeld „newer'm Berschte-Wick“ aufgewachsen. Neben seinem Hauptberuf als Schuh-Einkäufer lässt der Prinz, so verriet es sein Bruder Friedel, „auch die Korke krache“. Der „Hassia-Bub“ ist Chef der Fastnachtsgruppe „Krummtrährer“ und packt überall mit an, wo Hilfe gebraucht wird. „Kicke geht jetzt halt nit mäih, denn soi Knie doun em sou wäih“, verriet der KVD-Präsident allerdings.

Da schmeißt die Prinzessin die Beine aber ganz anders. Sie ist nicht nur Tänzerin des Hofballetts und der Garde, sondern trällert auch bei den Freien Sängern - sogar als Solistin. Aus dem Verein entstand ihre Fastnachtsgruppe, die „Noteschnuffler“. Und obwohl als Nachteule bekannt, wie Enders verriet, geht sie tagsüber gewissenhaft ihrem Beruf als PTA beim Zentrallabor Deutscher Apotheker im Taunus nach.

Kollegialen Zuspruch bekamen die „Großen“ hoch oben auf dem Prinzenwagen vom Kinderprinzenpaar: Schließlich sind Louis I. (Euler) und Valeria I. (Schöbel) schon 36 Tage im Amt und verfügen über die entsprechende Erfahrung. „Ich wette, die können Euch berate - im Regiern und auch der Etikette“, meinte Hofmarschall Bernd Wolfenstädter.

Eher erleichtert als bedrückt gab Bürgermeister Dr. Werner Thomas im Schulzen-Kostüm den überdimensionalen Stadtschlüssel ab: „Der ist ganz leicht“, befand er, „in der Kasse ist ja auch nichts drin.“

In seiner Ansprache verabschiedete sich dann der Prinz schon mal vorsorglich bis Aschermittwoch per Kusshand von seiner Gattin. Nun, die Prinzessin wird schon auf ihn aufpassen.

Heute werden Träume wahr“ - auf diesen wiederkehrenden Reim des Prinzenpaares konnte dann natürlich nur noch eins erschallen: „Ein dreifach donnerndes Dibborsch Äla!“

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