Ober-Roden

„Endlisch Kultur“ neben Tanz und Spaß

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Genügend Stoff fürs Protokoll fand Bajazz Holger Groh vor der eigenen Tür.

Druff Kapell in der „Rot Scheyern“ - die TS und vor allem die Kabarettgruppe der Murxx brothers feierten Fastnacht nach neuer Tradition mit einer Tanz- und Spaßsitzung.

Ober-Roden (chz) - Singende, plaudernde und tanzende Gäste aus den eigenen Reihen des TS wie auch aus den umliegenden befreundeten Vereinen bereicherten das Programm. In Zeiten endloser Müllgespräche und auswegloser Kreiselrunde ist Fastnacht ganz einfach. Selbst die Jüngsten in Gestalt von Max und Moritz alias Maximilian Auth und Philipp Köhl hatten dazu deutliche Worte - als Schiffschaukelbremser besserten sie seit der letzten Saison ihr Taschengeld auf.

Unter den gegebenen Rödermärker Verhältnissen fielen die einführenden Rückblicke von Sitzungspräsident Klaus Auth und der glänzende Narrenspiegel von Bajazz Holger Groh verständlich deutlich aus: „Die Ortseinfahrt aus Richtung Norden - wer die wirklich schafft, verdient einen Orden!“ Doch die ungewöhnlich zahlreichen Ehrengäste aus lokaler Politik und örtlichem Tagesgeschehen nahmen‘s gelassen und mit fastnächtlichem Humor - einzelne kurze Widerreden des Bürgermeisters verklangen in donnerndem Applaus.

Die Turnerschafts-Formation „No Name“ machte sich sehr wohl einen guten Namen bei ihrem temporeichen bayerischen Tanzmarsch.

Die Rhythm Company sorgte für den musikalischen Rahmen, wurde aber kraftvoll unterstützt von der lautstarken Guggemusik aus Jügesheim, die den dortigen Hofstaat sowie ihr Prinzenpaar Sabrina I. und Patrick I. begleiteten. Mit im Gepäck hatten sie auch Marcel Rupp als himmlischen Botschafter, der sich zahlreicher Ober-Röder Besonderheiten aus seiner erhabenen Sicht heraus annahm. Auch Lothar Pistauer als jammernder Bundeswehrsoldat kam über die Ober-Röder Grenze aus Münster.

Reine TS-Gewächse waren dagegen die attraktiven „No Names“, die sich in bayerischem Outfit sehr wohl einen Namen machten, wie die wirbelnden „Splits“ oder die „Mahädels“. Dies versuchte Thomas Gotta als „Tanz-Karlche-Karlche“ zu toppen und erheiterte den Saal in Wort und Tanz grenzenlos.

Der „Barde aus Berlin“ alias Norbert Goergen aus Jügesheim ist bei der TS-Fastnacht schon ebenso zu Hause wie Petra Küthenbrink und Andreas Sommer, die gemeinsam mit den Gästen Oldies präsentierten. Immer ein Renner: das TS-Männerballett, leichtfüßig und elegant, in diesem Jahr mit einem urkomischen Bert Dreher als Tina Turner im optischen Mittelpunkt - die Gäste freut‘s.

Den passenden Rahmen für die Spaß-Sitzungen liefern stets die Murxx bro thers - schon Hausmeister Gerd Weber, der die Besucher noch vor dem ersten Bühnenklamauk bereits den Verhaltenskodex erklärt, bringt Stimmung in die Halle: zumal in diesem Jahr alles etwas anders ist, da die Gäste ihre Luftschlangen und eingefangenes Konfetti gefälligst mit nach Hause nehmen und dort ordnungsgemäß mit dem Papiermüll entsorgen sollen.

Die Kabarettisten sorgten schließlich auch für den kulturell hochwertigen Ausgleich zum Sitzungsende: Mit „Endlisch Kultur!“ fütterten sie ihre Gäste nicht nur mit pointenreichem Gesang, teils aus vergangenen Jahren zum Mitsingen bekannt, teils höchst aktuell zum aktuellen Geschehen, sondern sorgten auch noch für den poetischen Rahmen mit Gedichten mit und ohne Sinn. Dankbares Gelächter im Saal belohnte die hohe Kunst.

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