Tausende Jecken starten um 11.11 Uhr in heiße Phase des Karnevals

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Traditionell beginnt mit dem Sturm auf die Rathäuser und dem damit verbundenen Abschneiden der Krawatten der Strassenkarneval. Am Rosenmontag erreicht dann der Karneval mit den traditionellen Paraden in den Hochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz seinen Höhepunkt.

Heiße Phase des Karnevals startet um 11.11 Uhr. Weiber stürmen die Rathäuser und Kölner Jecken begüßen das Dreigestirn bei klirrender Kälte.

Köln/Düsseldorf (AP) Sie sind wieder los: Mit ausgelassenem Treiben haben Zehntausende Jecken an Weiberfastnacht der Krisenstimmung getrotzt. Punkt 11.11 Uhr läuteten sie die heiße Phase des Straßenkarnevals ein. Bei klirrender Kälte schunkelten sich die Altweiber unter lauten „Alaaf“-Rufen in Köln warm. In Düsseldorf, Bonn und den Hochburgen der schwäbisch-alemannischen „Fasnet“ stürmten bunt kostümierte Närrinnen, Hexen, Hansele und Boppele die Rathäuser. Unter dem Motto „Unser Fastelovend - himmlich jeck“ begrüßten die Kölner Narren das Dreigestirn Prinz, Bauer und Jungfrau in der Altstadt. Dicht gedrängt verfolgten die Jecken wie Oberbürgermeister Fritz Schramma um kurz nach 11.00 Uhr den Countdown zum Start der tollen Tage und des jecken Festprogramms mit Lokalgrößen herunterzählte. Die Massen sangen zur Live-Musik und bützten aus Leibeskräften. In Düsseldorf besetzten um 11.11 Uhr bunt kostümierte „Möhnen“ das Rathaus und übernahmen symbolisch die Macht in der Landeshauptstadt. Oberbürgermeister Dirk Elbers hatte angesichts des Ansturms Hunderter Altweiber keine Chance. Sein Schlips fiel den Scheren der Möhnen zum Opfer. „Ein tolles Gefühl“, schwärmte der CDU-Politiker, der im vergangenen Jahr ins Amt gewählt wurde und damit erstmalig den Weiberansturm auf das Rathaus parieren musste.

Karnevalistischer Ausnahmezustand

Verkleidete Karnevalisten feiern am Donnerstag, 19. Februar 2009, Altweiberfastnacht in Duesseldorf.

Unter dem Motto „Do bes de platt“ (Jetzt bist du sprachlos) herrschte in der Düsseldorf Altstadt der karnevalistische Ausnahmezustand. Mit lauten „Helau“-Rufen, Altbier und Schunkelmelodien trotzten die zumeist in wärmende Ganzkörperkostüme gehüllten Jecken der Kälte. In Bonn hielt sich Wäscherprinzessin „Christine die Erste“ bereit, um unter dem Motto „Met Wiever von de Sonnesick es Karneval de schönste Zick!“ (Mit den Weibern von der Sonnenseite ist Karneval die schönste Zeit) im Beueler Rathaus gegen die Männer zu Felde zu ziehen. Das närrische Volk säumte die Innenstadt in flotten Marienkäferkostümen, im Tiger- und Schlumpf-Outfit oder im klassischen Clowns- und Prinzessinnenkostüm. Auch zwischen Neckar, Bodensee und Rhein zogen Hansele und Boppele am „Schmutzige Dunschtig“ durch die Gassen und stürmten Rathäuser, um die Bürgermeister während der tollen Tage von ihren Ämtern abzusetzen. In Mainz versammelten sich am frühen Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein rund 1.500 Narren auf dem Schillerplatz. Viele Frauen hatten Scheren dabei, kein Schlips war vor ihnen sicher.

Überfall im Teufel- und Engelskostüm

Die meisten Karnevalisten feierten bis zum Nachmittag weitgehend friedlich. In Köln mussten nach Polizeiangaben allerdings über 40 Personen in Gewahrsam genommen werden, weil sie mit Flaschen um sich warfen oder das feiernde Volk zu provozieren versuchten. Nichts mit Karneval im Sinn hatten auch zwei als Teufel und Engel verkleidete Räuber in der Domstadt: Die beiden kostümierten Männer überfielen den Inhaber eines Elektrogeschäfts mit angeschlossener Postfiliale. Auch nach Altweiber dürfen sich die Jecken noch auf tolle Tage freuen: Zum Karnevalshöhepunkt am Rosenmontag ziehen wieder reich geschmückte Motivwagen mit politischen, sportlichen und anderen Anspielungen durch die Straßen. Erst mit Aschermittwoch ist die ausgelassene Jahreszeit vorbei. Ende## AP/rd,os,sg,dp/se

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