Dieburg

Nach 27 Jahren: Gunkes-Paar geht in Rente

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Standen 27 Jahre lang im Schein der „Holzisch Latern“: Monika Dambier-Blank und Karlheinz Braun gingen nach 222 Sitzungsauftritten als „Bawett und Gunkes“ in den Ruhestand.

Karlheinz Braun (63) und Monika Dambier-Blank (56) standen zum letzten Mal als Dieburger Originale Gunkes und Bawett auf der Sitzungsbühne des KVD.

Dieburg (Jens Dörr) - Am Samstagabend ging eine närrische Ära zu Ende: Karlheinz Braun (63) und Monika Dambier-Blank (56) standen zum letzten Mal als Dieburger Originale Gunkes und Bawett auf der Sitzungsbühne des KVD. „Wie es der Zufall so will, hatte ich mit der Bawett genau 222 Sitzungsauftritte“, so Braun. 27 Jahre lang trug er die „Holzisch Latern“, 27 Jahre lang stritt er sich hinreißend derb mit Dambier-Blank. So wurden sie bei der letzten Sitzung am Samstag vom KVD entsprechend geehrt und verabschiedet.

Eins vorweg: Die Figuren Gunkes und Bawett werden natürlich nicht untergehen. Durch Brauns und Dambier-Blanks Abgang werden es zukünftig zwei neue Dieburger Fastnachter sein, die die beiden Originale mit der hiesigen Mundart verkörpern. Schon am Aschermittwoch dürfte beim KVD die Nachfolgersuche beginnen.

„Ich finde, das neue Gunkes-Paar sollte vom Alter her etwa so sein, wie wir es damals waren“, sagt Dambier-Blank. Sie startete als Bawett im Alter von 29, Braun mit 36 Jahren, nachdem er zuvor ein Jahr lang den Sohn des Gunkes verkörpert hatte.

„Wir hatten aufgrund unserer relativen Jugend bei der älteren Generation damals kaum eine Lobby“, erinnert sich Dambier-Blank. So sei es zunächst nicht ganz einfach für beide gewesen, als neues Gunkes-Paar aufzutreten. „Das war uns aber ganz egal.“

Gut so, denn nach und nach erarbeiteten sich beide den karnevalistischen Respekt, waren irgendwann nicht mehr wegzudenken. „Ich hätte nie einen Einzelvortrag gemacht, die Figur der Bawett hat mich aber gereizt“, erklärt Dambier-Blank ihre Motivation, als Frau des mit einem sehr herben Charme ausgestatteten Gunkes aufzutreten.

Doch warum ist nun Schluss? „Ich finde, jetzt ist ein guter Zeitpunkt aufzuhören“, erklärt Dambier-Blank, die „verantwortlich“ für das Bühnen-Ende des Dieburger Traumpaars ist. „Vor zwei Jahren feierten wir Silberhochzeit auf der Bühne, das wäre eigentlich schon ein optimaler Zeitpunkt gewesen“, sagt Dambier-Blank, wie Braun im nicht-karnevalistischen Leben im Lehrerberuf tätig. Doch dann habe das Jubiläumsjahr „500 Jahre Dieburger Fastnacht“ vor der Tür gestanden, da habe man doch noch nicht aufhören können. „Und diesmal wollte ich noch die Fastnachts-Ausstellung im Museum zu Ende betreuen.“ Jetzt sei der größte Rummel aber rum, die Zeit nun reif.

Gunkes Braun indes war aus allen Wolken gefallen, als ihm seine Bühnen-Frau ihre Entscheidung mitteilte. „Ich wollte es gar nicht glauben, habe es für einen Spaß gehalten“, sagt Braun. Eigentlich habe er noch so lange mit ihr auftreten wollen, bis die KVD-Sitzungen in die neue Stadthalle verlegt würden. „Ich wollte die Hall zuschließen.“ Daraus wird nun nichts, Braun hat die Entscheidung akzeptiert.

Ganz von der Äla-Bildfläche werden beide ohnehin nicht verschwinden: Dambier-Blank, frühere Zeremonienmeisterin und Mitarbeiterin des Kinderkomitees, will wie Braun auch weiter beim KVD aktiv bleiben. Und im Scherz sagen beide einhellig: „Wir würden doch ein klasse Prinzenpaar abgeben, oder?“

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