Eppertshausen

Pfarrer in der Bütt und lebendige Teddys

Der Auftritt der beiden Pfarrer war nur ein Höhepunkt aus einer Reihe großartiger Programmpunkte, die die Sitzung zu einer der besten in der FVCA-Geschichte werden ließ.

Es gibt immer noch einzigartige Premieren: Bei der Fastnachtssitzung des FVCA am Sonntagabend war es der Auftritt der beiden Pfarrer Harald Christian Roeper und Johannes Opfermann in der Bütt.

Eppertshausen (Michael Just) - Seit der Gründung des FVCA hat noch nie ein Gottesmann aus Eppertshausen Kanzel gegen Narrenpult getauscht.

Dass dies am Sonntag zum ersten Mal geschah, war hr 4 zu verdanken: Bei ihrem Wettbewerb „Verein des Jahres“, für den sich der FVCA bewarb, lautete die „48-Stunden-Aufgabe“, dass die beiden lokalen Kirchenvertreter einen ökumenischen Büttenvortrag auf die Beine stellen müssen. Die beiden Pfarrer willigten sofort ein und kreierten einen unterhaltsamen Dialog, der so gut ausgearbeitet war, dass man das Zwiegespräch kurzerhand in die Sitzung mit aufnahm. Hervorragend die Selbstironie der beiden, dass sie mit Fastnacht doch eigentlich nichts am Hut haben. Roeper führte das auf seine Hamburger Herkunft zurück; Opfermann auf die Tatsache, dass er evangelisch ist und die Fastnacht katholischen Ursprungs ist.

Trotzdem schlugen sich die beiden wacker und verbuchten viele Lacher. Unter anderem für den Versuch, Roeper karnevalistisch zu bekehren. Der antwortete trocken: „Ein Protestant, der die Aufgabe hat, ein Nordlicht von der Fastnacht zu überzeugen? Das ist ja wie ein Münsterer, der einem Urberacher das Eppertshäuser Settchen beibringen soll.“

Der Auftritt der beiden Pfarrer war nur ein Höhepunkt aus einer Reihe großartiger Programmpunkte, die die Sitzung zu einer der besten in der FVCA-Geschichte werden ließ. Äußerst angriffslustig, aber stets plausibel begründet war das Protokoll von Hans Müller. Sowohl Bundes- als auch Lokalpolitiker bekamen „ihr Fett weg“. Er zeigte, dass sich politische Wahrheiten an Fastnacht immer noch am besten aussprechen lassen.

Nicht nur Fußballfans schnalzten bei Reiner Sperl und Jochen Ries als EM-Reisende mit der Zunge. „En arme Kerl“ brachte Willi Müller auf die Bühne, Schorsch Eger schilderte Freud und Leid eines Winzers, während Regina Feldmann als „Kreuzfahrerin“ eine beachtenswerte Premiere in der Bütt bot.

Beeindruckend waren die zahlreichen Tanzdarbietungen der FVCA-Garden und Tänzerinnen: Putzig die kleinen „Funnys“ als Löwen und Meerjungfrauen in ihrer „Disney“-Show, grandios und fernsehreif die FVCA-Showtanzgruppe mit „Eine Nacht im Spielzeugladen“, in der Teddys, Roboter und Puppen zum Leben erwachen. Ebenfalls begeisternd das FVCA-Damenballett mit ihrer Abba-Mania sowie „Los Crachos“ bei ihrem Duett mit den „Happy-Singers“. Das Männerballett und Michael Bangnowski rundeten das Programm ideenreich ab.

Als beinahe einmaliges Erlebnis präsentierten sich die „Ice-Breaker“ der Offenbacher Stadtgarde. Mit ungewöhnlichen Musikinstrumenten wie Gießkannen, Besen und alten Fässern mündete das Ganze in eine Trommelshow, die keinen Besucher auf dem Sitz hielt. Allein wegen Ideenreichtum, Ausdruck und Rhythmus der Gruppe hatte sich das Kommen an diesem Abend gelohnt.

Dass sich der FVCA mit seiner Sitzung diesmal selbst übertraf, dafür sorgte auch Lutz Murmann. Mit seiner Rede „Der erste Fastnachtsprinz aus Eppertshause“ erweckte er nicht nur Sehnsüchte, sondern sorgte auch für Lachtränen in den Augen der Besucher. Das geschah unter anderem, als er das Lied „Ich bin der Märchenprinz“ der EAV in „Ich bin der Fastnachtsprinz“ umdichtete und singend und tanzend volle Bühnenpräsenz zeigte.

Im schillernden Prinzenkostüm berichtete Murmann über seine Teilnahme bei „Deutschland sucht den Superfastnachtsprinz“, für den er als „Prinzologie-Student“ über beste Vorkenntnisse verfüge. Er bringe einen großen Freundeskreis mit, zu dem auch der Berliner Fastnachtsprinz gehört: Der nette Kamerad türkischer Herkunft habe nur den kleinen Fehler, dass aus „rucki-zucki“ gerne „rücki-zücki“ werde.

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