Pflaster in der Bummelgass hält für Motivwagen her

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Als Bembel machte die TVB-Akzeptanz mit (im Uhrzeigersinn).

Babenhausen - (st/mj) Kalt war´s, aber schee: Um 13 Uhr 11 setzen drei Böllerschüsse den 54. Babenhäuser Lindwurm in Bewegung. 650 Akteure auf Wagen, in Fußgruppen und Kapellen schlängelten sich lautstark durch die Straßen. Acht- bis zehntausend Zuschauer am Straßenrand feierten mit, lachten und klaubten Kamelle vom Boden auf.

Die Organisation lag auch in diesem Jahr in den Händen von Helmut Fendt. Der Vorsitzende des Gremiums der Vereine, der diese umfangreiche Aufgabe fast alleine meistert, hatte sich nicht nur Gedanken darüber zu machen, wer mitläuft und wie die 50 Zugnummern zu verteilen sind. Nicht minder wichtig ist in jedem Jahr die Finanzierung. Wie der Babenhäuser vorrechnet, schlagen alleine die fünf Musikkapellen mit 4 000 Euro zu Buche: „Einige kommen mit einem gemieteten Bus, das fließt alles in den Preis mit ein.“ Weitere Kosten entstünden durch Plakate, Gema-Gebühren, Kostümzuschüsse für die Gruppen und die Prämierung der besten Wagen und Zugteilnehmer. „Das läppert sich“, weiß Fendt. Die wichtigste Finanzierungsgrundlage ist der Verkauf der Zugplaketten. „Ein positives Ergebnis schreiben wir dann, wenn wir 4 000 Stück verkauft haben“, sagt der zweite Vorsitzende des Gremiums, Walter Herbert. Um die Plaketten an den Mann und die Frau zu bringen, braucht es aber das nötige Personal. Da fange die Misere laut Fendt schon an: „Ich hatte auch diesmal wieder meine liebe Mühe, Plakettenverkäufer zu finden.“

Von den Herausforderungen, die mit dem fröhlichen Babenhäuser Lindwurm im Hintergrund verbunden sind, war am Dienstag beim Umzug aber nichts zu spüren. Das „Helau“ erschallte allerorten.

Von all´dem "Fastnachtszirkus"zeigte sich der kleine Eisbär unbeeindruckt. Interessanter war da schon, wie das Bonbon aufzuwickeln ist.

So waren Hexen, Teufel, Schneewittchen, Pinguine, Eskimos und viele weitere Spaßmacher zu sehen. Politisch wurde es etwa beim Gesangverein Eintracht. „Überall Chinesensteine, nur Geschäfte gibt es keine“, spielten sie mit ihrem „Totentanz“ auf die Situation in der Bummelgass an. „Wenn´s an der Börse auch rumst und kracht, wir Frösche springe trotzdem auf de Bawehaiser Fase-nacht“, ließen die Wanderfrösche verlauten. „Ob Rote, Schwarze, Gelbe, Grüne, am ehrlichsten sind die Pinguine“ hieß es bei der Gruppe Rothermel.

Die Fastnachtsgruppe der Blauröcke ging als Titelverteidiger für die besten Wagenbauer 2008 ins Rennen. Unter dem Motto „Eskimos“ zierte ihr Wagen diesmal ein Iglu, ein Kanu, ein Eisbär und diverse Pinguine. Die letzten zwei Monate traf man sich dreimal die Woche zum Arbeitseinsatz. „Unser Wagen ist 2009 nicht ganz so pompös wie die riesige Pyramide vom letzten Jahr. Trotzdem steckt viel Arbeit drin“, weiß Gruppenchefin Marisa Knopp. Vor allem das große Iglu aus Pappmaché habe viel Zeit verschlungen. Und die Floriansjünger hatten Erfolg: Bei den Motivwagen holten sie mit „Die Eskimos ziehen weiter, im Rathaus wird´s nun heiter“ den ersten Platz, gefolgt von der Gruppe Herdel-Weitzel (Eiszeit in Babenhausen?) und der SG Rot Weiss (Wilder Westen). Bei den Fußgruppen war der CVB erfolgreich. Die CVB-Hausfrauen (Afrika) kamen bei der Prämierung auf den Rang eins, dahinter die CVB-Tanzgruppe (Orient) und die Feuerwehr (Eskimos).

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