Prinzenpaar absolviert gnadenloses Pensum

Die Regentschaft von Prinzessin Anja I. und Prinz Thomas III. neigt sich dem Höhepunkt und dem abrupten Ende zu - aber sie genießen sie immer noch in vollen Zügen.

Rödermark/Ober-Roden - Die Regentschaft von Prinzessin Anja I. und Prinz Thomas III. neigt sich dem Höhepunkt und dem abrupten Ende zu - aber sie genießen sie immer noch in vollen Zügen. Von Christine Zöllner

Vor zwei Jahren war Sohn Maximilian Mundschenk beim damaligen Kinderprinz Patrick, und beide Söhne, die bis dahin nur Klavier spielten, genossen wie ihre Eltern bei den vielen Begleitungen die tolle Musik des TG Musikzuges. „Da versprachen wir den Kindern, dass sie auch ein Blasinstrument spielen dürfen.“ Max (14) lernt seither Trompete, Jannis (11 Jahre und in diesem Jahr Kinderprinz) Saxophon.

Die Eltern Köhl zeigten sich zunehmend interessiert an der Fastnacht - was TG-Chef Karlheinz Weber nicht lange verborgen blieb. Die Köhls, selbst Mitglieder in mehreren örtlichen Vereinen, fühlen sich als Prinzenpaar für ganz Rödermark und sind dennoch dankbar, dass die TG im Hintergrund ihnen den Rücken stärkt und Vorsitzender Karlheinz Weber sowie zahllose Helfer alle organisatorischen Dinge regeln.

Eine ihrer Bedingungen für die Annahme des Prinzenpaar-Amtes war ursprünglich gewesen, dass nicht bei allen Veranstaltungen bis zum Ende bleiben können (wegen Firma und Familie), sondern spätestens gegen zwei Uhr heimgehen werden. Doch es sollte anders kommen. „Wir sind überall freiwillig geblieben, bis die Musik aufgehört hat - meistens bis zum Ende!“Prinzessin Anja I. (40) und Prinz Thomas III. (43) sind begeisterte Fastnachter geworden - sie strahlen grenzenlose Freude an ihrem Amt und ansteckende Fröhlichkeit aus, selbst mitten in den harten letzten Fastnachtstagen. Und die sind anstrengend: Donnerstag, Weiberfastnacht, mittags zum Zeitsparen die Kinder gleich an der Nell-Breuning-Schule einsammeln, zu den Hausaufgaben anhalten, zur Klavierstunde fahren - Janis besteht selbst an Fastnacht darauf -, dazwischen die Reden für den Abend fertig schreiben (bei der ersten unter Mithilfe von Gaby Reisert, inzwischen ist das längst gern erledigte Aufgabe der Prinzessin), dann voll maskiert als Schneemänner zu Centurio - da kann‘s ruhig kalt werden.

Kalt ging‘s schließlich schon mit der Regentschaft los. Die Fahne vor dem Köhlschen Haus in der Plattenhecke wurde bei minus 14 Grad gehisst! Am Freitag folgten mehrere Besuche in Kindergärten, mit dem Kinderprinzenpaar zur KJG, abends zu den Freunden der Nacht; am heutigen Samstag stehen zunächst Fastnachtsumzug auf dem Prinzenwagen und Rathaussturm im Programm.

„Wir haben nur ganz leckere Süßigkeiten eingekauft und vorher alle persönlich mit Freunden probiert, auch die kleinen Schnapsfläschchen, die wir vom Wagen aus verteilen!“Danach geht's zum Mortsche, abends zur TS und zur Germania - „und am Sonntag sind wir um 11 Uhr hoffentlich in der Kirche so wie letzten Sonntag, schließlich ist unser Sohn Ministrant.“ Sonntag Nachmittag TG Kindermaskenball und anschließend Kinderdisco. „Und bestimmt fällt dem Elferrat noch mehr spontan ein.“Am Montag sind Prinzens natürlich beim Orwischer Fastnachtszug, und so geht es gnadenlos weiter bis zum Prinzenwecken am Fastnachtsdienstag - dafür wurde im Hause Köhl das Wohnzimmer umgeräumt, damit das Bett im Parterre Platz hat und Kalli Weber, der über die Leiter durchs Fenster einsteigen wird, nicht gar zu hoch klettern muss.

Insgesamt stehen weit über 30 Veranstaltungen mit auf dem Programm. Zu offiziellen Anlässen wird die Prinzessin von Coiffeur Weber persönlich frisiert; Prinz Thomas braucht kein Make-up - „ich stehe zu meiner Oberfläche!“Dafür trägt er ein extra-kleines Portemonnaie in seiner seit vielen Jahren bei der TG weiter vererbten Prinzenhose - für Notfälle. Ist das Prinzenamt eigentlich teuer? „Nein, wirklich nicht, außerdem haben wir sonst keine teuren Hobbies und können mit den Unkosten wirklich gut leben.“ Nur die Prinzessin hat ihr Kleid selbst gekauft - bisher ist außer dem schmutzigen Kleidersaum nichts passiert damit, aber im Notfall hat sie noch ihr Brautkleid auf Lager.

Das alles geht nur dank zweier Großmütter, die auch mal im Haus übernachten, die kochen und mit den Enkeln an neue Herausforderungen stoßen. „Aber es läuft toll!“

AUSGEPLAUDERT

....Wir haben das Prinzenpaar gebeten, folgende Sätze zu ergänzen:

Der morgendliche Blick in den Spiegel...„ist immer noch zu ertragen“.

Unsere Kinder... „sind verwundert, wie fröhlich wir sind und wie gut und lange wir feiern können“.

Unsere Mitarbeiter in der Firma... „haben uns ab Weiberfastnacht heimgeschickt, beobachten uns gespannt und feiern mit.“

Kalli Weber ist... „ein Genie, wenn man bedenkt, was er alles hinter den Kulissen macht.“

Aschermittwoch ist für uns... „ein Tag zum Lachen und Weinen - bei den salzigen Heringen fallen unsere Tränen nicht auf.“

Wir sind uns einig, dass wir den Job als Prinzenpaar... „sofort wieder machen würden! Aber leider darf man nur einmal in derselben Stadt!“-

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