Akademiegebühren in der Diskussion

Darmstadt-Dieburg - Auf Gespräche mit der Stadt Darmstadt setzt Erster Kreisbeigeordneter Klaus Peter Schellhaas in der Frage der künftigen Gebührengestaltung der Akademie für Tonkunst. „Wir wollen mit der Stadt reden und nach gemeinsamen Lösungen suchen“, betont Schellhaas.

Der Magistrat der Stadt Darmstadt hatte vor kurzem die Gebühren für Kinder aus dem Landkreis, die die Akademie besuchen, auf 144 Euro erhöht. Darmstädter Kinder bezahlen lediglich 82 Euro. Dieser überraschende Beschluss sorgte für heftigen Unmut bei Eltern aus dem Landkreis, und auch Schellhaas kann nicht wirklich nachvollziehen, warum der Landkreis erst aus den Medien erfahren musste, dass die Stadt ihrem Akademie-Defizit auf diese Art begegnen wolle.

„Wir sind wieder einmal mehr vor vollendete Tatsachen gestellt worden“, so Schellhaas. Aus einem Brief empörter Eltern erfuhr der Landkreis, dass die Unterrichtsverträge der Musikschüler zum 31. März 2009 gekündigt wurden - mit der Aufforderung, sich bis zum 13. Februar 2009 zu entscheiden, ob die Akademie weiterhin besucht wird. Schellhaas hat, so berichtet er, in einem persönlichen Gespräch mit Oberbürgermeister Walter Hoffmann um einen Aufschub dieser Frist gebeten, um vielleicht einen tragbaren Weg zu finden. Doch Hoffmann lehnte entschieden ab.

Erster Kreisbeigeordneter Schellhaas sieht zusammen mit Landrat Alfred Jakoubek und den Bürgermeistern der Landkreis-Kommunen eine klare Benachteiligung der Landkreiskinder – zumal es nicht unbedingt Aufgabe des Kreises sei, Zuschüsse zu gewähren. „Wir können den Unmut der Eltern nachvollziehen“, wird betont. Nicht zuletzt deswegen wird überlegt, die teure Differenzierung zwischen Stadt- und Landkreiskindern rechtlich überprüfen zu lassen. Zumal es sich nach Ansicht von Schellhaas um eine Einbahnstraßen-Diskussion handelt.

Es gebe etliche Angebote im Freizeitbereich, im Sport oder auf kultureller Ebene im Landkreis, die auch von Darmstädter Kindern genutzt würden. „Sollen wir jetzt jedes einzelne Angebot auf den Prüfstand stellen?“, fragt Schellhaas.

Als einen gangbaren Weg sieht der Erste Kreisbeigeordnete beispielsweise eine Kooperation der Akademie mit Kommunen aus dem Landkreis und stellt sich eine Art mobile Akademie vor. Das erfolgreiche Beispiel mit der „Young Music Company“ aus Weiterstadt zeige, dass eine derartige Kooperation durchaus funktionieren könne. Schellhaas hofft- wie in anderen Bereichen auch schon praktiziert - auf eine gemeinsame Verständigung, „damit sich die Wogen zur Zufriedenheit aller Beteiligen wieder glätten“.

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