Kirchen, Gewerkschaft und Sportbund fordern Politiker zum Handeln auf

„Allianz für freien Sonntag“

Erstunterzeichner sind die Vertreter der evangelischen Dekanate Reinheim, Groß-Umstadt, Darmstadt-Land, Darmstadt-Stadt, Bergstraße und Ried, der drei katholischen Dekanate Bergstraße-West, Bergstraße-Ost und Bergstraße-Mitte sowie der Gewerkschaften und des Sportbunds.

Darmstadt-Dieburg - (st) In der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat sich eine „Allianz für den freien Sonntag in der Region Starkenburg“ gegründet.

Die Allianz fordert einen konsequenten Schutz der arbeitsfreien Sonn- und Feiertage und ruft dazu auf, den Menschen in den Mittelpunkt allen wirtschaftlichen Handelns zu stellen. „Der Sonntag gerät immer mehr unter das Diktat des Konsums und der Ökonomisierung. Der arbeitsfreie Sonntag ist bedroht“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Allianz.

Erstunterzeichner sind die evangelischen Dekanate Reinheim, Groß-Umstadt, Darmstadt-Land, Darmstadt-Stadt, Bergstraße und Ried sowie die drei katholischen Dekanate Bergstraße-West, Bergstraße-Ost und Bergstraße-Mitte und der DGB Region Südhessen, die Gewerkschaft ver.di Südhessen sowie der Olympische Club Starkenburg.

Bei der Unterzeichnung der Erklärung im Konfessionskundlichen Institut in Bensheim sagte Dekan Joachim Meyer vom Dekanat Reinheim: „Die Christen feiern den Sonntag als Fest der Auferstehung Jesu, als Sieg des Lebens über den Tod. Diesen Elan wünsche ich mir für unser gemeinschaftliches Leben in den Familien, in den Vereinen, in den Kommunen und Städten. Den Sonntag gibt es, damit Neues entsteht. Ohne Sonntag hätten wir nur noch Werktage.“

Der katholische Dekan Ronald A. Givens (Dekanat Bergstraße-West) appellierte an die Verantwortlichen in der Politik, statt Sonntagsreden zu halten sich aktiv für den arbeitsfreien Sonntag einzusetzen: „Ich wünsche mir Politiker, die ihre Macht nutzen, das zu tun, was sie tun können“.

Auch Sportvereine beklagen, dass immer weniger Menschen Zeit für ehrenamtliches Engagement etwa bei der Betreuung von Kinder- und Jugendmannschaften haben. Heinz Huba vom Olympischen Club Starkenburg sagte, dass sich Ehrenamt und Sonntagsarbeit nicht vertragen. „Deshalb identifizieren wir uns mit der Erklärung der Allianz.“

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Südhessen und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di haben sich ebenfalls der Allianz angeschlossen. Der Vorsitzende des DGB Region Südhessen, Jürgen Planert, kritisierte, dass für immer mehr Menschen Sonntagsarbeit zur Regelarbeit geworden sei. Heute müssten bundesweit fast zehn Millionen Menschen regelmäßig sonntags arbeiten. „Früher hieß der Gewerkschaftsslogan ‚Samstags gehört mein Papi mir‘. Jetzt sind wir beim Sonntag gelandet, den wir als arbeitsfreien Tag verteidigen müssen“, so der südhessische DGB-Vorsitzende.

Die Allianz will nach eigenen Angaben deutlich machen, dass der freie Sonntag ein schützenswertes Kulturgut ist und hofft dafür auf weitere Unterzeichner und Bündnispartner.

Die Starkenburger Pröpstin, Karin Held, bezeichnete die Allianz als ein Netzwerk, an dem Verbände, Institutionen und Kirchengemeinden mit knüpfen können. Initiiert wurde die „Allianz für den freien Sonntag“ vom Evangelischen Dekanat Bergstraße unter Federführung von Dekanin Ulrike Scherf.

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