Morphin verdoppelt

Altenpflegerin wegen versuchten Totschlags  angeklagt

Darmstadt - Vor dem Landgericht Darmstadt hat eine Altenpflegerin eingeräumt, dass sie einem todkranken Mann im Mai vergangenen Jahres doppelt so viel Morphin gespritzt hat wie vorgesehen. Der 84 Jahre alte Mann, der kurz darauf starb, litt an Darmkrebs im Endstadium.

Die 43-Jährige war in einem Seniorenheim in Beerfelden (Odenwaldkreis) angestellt und hatte zum Tatzeitpunkt Nachtwache. Ihr sei bei Dienstantritt klar geworden, dass der Mann im Laufe der Nacht sterben würde, sagte sie gestern vor Gericht.

Sie betonte, dass sie mit der Verabreichung von zehn anstatt von fünf Milligramm des Schmerzmittels in der Nacht zum 14. Mai 2016 dafür habe sorgen wollen, dass der Mann schmerzfrei einschläft. Ihrer Erfahrung nach sei diese Menge nicht tödlich. Sie habe den Mann nicht töten wollen.

Wie Oberstaatsanwalt Knut Happel sagte, hatte die Gerichtsmedizin nicht nachweisen können, dass der Mann aufgrund der verabreichten Menge an Schmerzmittel gestorben war. Daher sei die Frau nicht wegen Totschlags, sondern wegen versuchten Totschlags angeklagt. (dpa)

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Ermittler rechnen Pfleger Niels H. jetzt 33 Tötungen zu

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