Beginn einer neuen Ära

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An neun Schulen im Landkreis sind bereits einzelne „Activboards“ im Einsatz - darunter auch in der Stephan-Gruber-Schule in Eppertshausen.

Darmstadt-Dieburg - Rund 150 Lehrer aus den Kreisschulen sind der Einladung von Schuldezernent Christel Fleischmann gefolgt, um sich auf einer Veranstaltung über verschiedene Modelle von so genannten „Activboards“ zu informieren. Sechs Anbieter der neuen Generation von Schultafeln haben ihre Produkte im Kreistagssitzungssaal präsentiert und sich den Fragen der Lehrkräfte gestellt. Auch selbst ausprobieren war erlaubt.

Verschiedene Funktionen wie Landkarten aufrufen, Diagramme und Grafiken darstellen, mathematische oder chemische Formeln nachschlagen oder Bestandteile von Pflanzen genauer betrachten, testeten die Teilnehmer intensiv.

Egal, ob sie „Smartboard“, „Teamboard“ oder „Activboard“ heißen: Das Grundprinzip funktioniert bei allen interaktiven Tafeln ähnlich. Sie bestehen aus einem Computer mit spezieller Software, einem Beamer, einer Projektionstafel und so genannten „Workpads“, von denen aus Lehrer und Schüler auf der Tafel schreiben oder Informationen abrufen können.

„Es ist uns wichtig, dass die Lehrer an unseren Schulen die Entscheidung für eine interaktive Tafel mittragen, denn sie sind diejenigen, die täglich damit arbeiten müssen“, sagt Schuldezernent Fleischmann. Dass das Interesse der Lehrerschaft so groß sei, freue ihn sehr und habe seine Erwartungen übertroffen. Von Lehrkräften geäußerte Bedenken, dass sie derzeit noch gar nicht über die notwendigen technischen und mediendidaktischen Kenntnisse für einen optimalen Einsatz der Boards im Unterricht verfügen, konnte Regine Röhrig, Leiterin der Abteilung Schulservice des Landkreises, zerstreuen. „Wir werden in enger Absprache mit dem Staatlichen Schulamt für die Lehrkräfte Schulungen anbieten. Die erste Schulung wird am 9. Juli stattfinden, dazu liegen uns bereits rund 100 Anmeldungen vor“, so Röhrig.

Anhand eines in Kooperation mit dem Medienzentrum Dieburg erarbeiteten Kriterienkatalogs hatten die Lehrkräfte die Möglichkeit, jede vorgestellte interaktive Tafel systematisch unter die Lupe zu nehmen. Das Schreibgefühl wurde dabei ebenso abgefragt wie Unterstützungsleistungen des Anbieters, die Arbeitsfähigkeit bei einem Stromausfall, die Stabilität des Systems oder der Pflegeaufwand. Ein Arbeitskreis, der aus je einem Vertreter jeder Schulform und Mitarbeitern der Abteilung Schulservice des Landkreises besteht, wird dem Schulträger für die Anschaffung eine Empfehlung geben. „Wir werden uns für einen Typ entscheiden, der dann sukzessive in den Schulen eingerichtet wird, die interaktive Tafeln wollen. Wer weiter mit Kreide schreiben möchte, kann das tun“, so Schuldezernent Fleischmann. Aus den Sonderinvestitionsprogrammen stehen für die Anschaffung der elektronischen Tafeln in diesem Jahr 250 000 Euro zur Verfügung. Wird eine Schule neu gebaut oder saniert, fließen die Aufwendungen für die Tafeln in die Gesamtkalkulation ein.

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